Bei Victor Hugo in Guernsey

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«Dieses Haus in Guernsey ist das einzige, das Hugo je besessen hat. Er hat ihm eine symbolische Dimension verliehen, in der seine Schriften, seine Philosophie und seine Lebensanschauung omnipräsent sind», erklärte ein belesener Tourist, der als bekennender Victor-Hugo-Fan auf die Kanalinseln gepilgert war.
Im gesamten Haus, von den Fliesenwänden und -decken im Erdgeschoss bis zu den Delft-Keramiken im Esszimmer, erinnert alles an die Reisen des Exilfranzosen und an seine Leidenschaft für Flohmärkte.

Nachdem er das Haus im 19. Jahrhundert erworben hatte, baute er es nach seinem eigenen Geschmack mit viel Fantasie um. Drei Jahre waren die Arbeiter damit beschäftigt, nach seinen Anweisungen und detaillierten Skizzen die üppige Innendekoration aus Holzverkleidungen, Tapeten und auf Flohmärkten zusammengetragenen Truhen und Spiegeln fertigzustellen. Das Doppel-H über dem Kamin steht für Hauteville-House und Hugo. Da das Haus bei Unwettern Schaden genommen hatte, musste es dringend saniert werden. Der Milliardär und Kunstsammler François Pinault, Chef des Luxuskonzerns Kering,, finanziert mit drei Millionen Euro fast die ganze Summe. Die verbleibenden 600 000 Euro werden von der privaten Crowdfunding-Aktion Paris Musées und der Delegation Ile-de-France der Fondation du Patrimoine übernommen. Die Arbeiten laufen und das Haus ist vom grössten Gerüst der Insel umgeben. Ausserdem überspannt ein riesiger Regenschirm das gesamte Gebäude. Die Wiedereröffnung ist im Frühjahr 2019 geplant.