Surprise-Schweizermeisterschaft: Monnin: Revival als Familiencrew

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Eric Monnin holt mit Vater und Brüdern einen weiteren Surprise-Meistertitel, 30 Jahre, nachdem Vater Luc seinen Jungs das Segeln auf einer Surprise beigebracht hat.

Die Monnin-Brüder sind in der Segelszene kein unbeschriebenes Blatt. Als „Albert Riele Swiss Match Race Team“ belegten sie in der Weltrangliste der Match Racer letzten Jahr Platz fünf. Eric Monnin holte im vergangenen Sommer überraschend den Weltmeistertitel der Platu25-Klasse und Jean-Claude war stark im America’s Cup engagiert – früher mit Team Alinghi und dann als Software-Ingenieur mit Team New Zealand, mit dem er vor zwei Monaten die begehrteste Segeltrophäe der Welt gewonnen hat.
Jetzt, da der Cup vorbei ist, hat auch Jean- Claude wieder Zeit, gemeinsam mit der Familie zu regattieren. Für Teamleader Eric war die Surprise-SM ein ganz besonderes Ereignis: „Es ist toll, dass wir vier endlich wieder einmal zusammen eine Regatta bestreiten können und ein glücklicher Zufall, dass die Meisterschaft der Surprise-Klasse dieses Jahr in Brunnen stattfindet. Damit können wir in unserem Heimrevier mit dem Boot antreten, mit dem wir segeln gelernt haben und gross geworden sind.“ Natürlich freute sich auch Vater Luc, der mit über 70 Jahren seinen Ehrgeiz noch keineswegs verloren hat: „Ich habe meinen Söhnen immer gesagt, wir gehen an Regatten, um zu gewinnen und das halten wir immer noch so.“

Starke Konkurrenz

Der Regattaverein Brunnen konnte den 20 teilnehmenden Teams während der drei Wettkampftage tolle Bedingungen bieten. Bei herrlichem Wetter und Thermik mit gut vier Windstärken wurden auf dem Urnersee insgesamt zehn Wettfahrten gesegelt.
Dabei zeigten die Monnin-Söhne, dass sie Vaters Worte ernst nahmen. Vor der starken Konkurrenz aus der Romandie fürchteten sie sich nicht, schliesslich hatten sie den Surprise- Meistertitel auch schon in Genf geholt (2012). Gleich am ersten Regattatag zeigten die Zentralschweizer, dass sie den Titel unbedingt wollten. Mit lauter Podestplätzen in den ersten vier Wettfahrten übernahmen sie souverän die Führung. Nur Mayer Opticien mit Bruno Engel am Steuer blieb auf Augenhöhe, allerdings konnte die Crew aus Villeneuve am zweiten Tag bei weniger Wind nicht mehr mithalten. Dafür schien die restliche Konkurrenz aus der Westschweiz das Revier immer besser in den Griff zu bekommen. Am Schlusstag wurde es richtig eng. „Wir hatten gute Starts, mussten aber Vollgas geben und lagen oft nur haarscharf vor dem Feld. Wenn man da nur ein bisschen nachlässt, ist es passiert“, meinte Eric Monnin nach der Regatta. Obwohl das Familienteam aus Immensee am Schlusstag keine Wettfahrt mehr gewinnen konnte, reichte es zum Sieg. Guillaume Girod von der SNG auf Mordicus hatte noch mächtig aufgedreht und landete schliesslich auf dem Ehrenplatz. Dritter wurde das Team Moi…Non Plus mit Skipper Emanuel Müller vom Bielersee.