WM der Optimistenklasse: Max Wallenberg ist Opti-Weltmeister

Texte :

Fotos | © Matias Capizzano (Cover-Foto und erste Foto), für andere Rechte vorbehalten.

Er fing mit sieben Jahren mit dem Segelsport an und stiess mit neun zum Sailing Team der SNG. Daneben spielte er Fussball, kletterte, fuhr Ski und Snowboard. Mit seinem WM-Titel bei den Optimisten, den er im Juli in Portugal errang, hat sich der Genfer Max Wallenberg an die Weltspitze gekämpft.

61_IPAD_FR-581Der 2. Juli 2016 wird für Max Wallenberg wohl immer ein ganz besonderes Datum bleiben. An diesem Tag setzte sich der 14-Jährige im portugiesischen Vilamoura gegen 250 Teilnehmer durch und gewann die Weltmeisterschaft der Optimistenklasse.

Die meisten WM-Läufe wurden bei Schwachwind gesegelt, was dem eher schmächtigen Max zugutekam. Seine seglerische Grundausbildung erhielt er im Sailing Team der Genfer Société Nautique (SNG), dessen Trainer Marcelo Saguier ihn ganzjährig betreute. Zudem profitierte Max von den wertvollen Tipps von Antonis Drosopoulos, dem Opti-Coach des Swiss Sailing Teams.

Max Wallenbergs WM-Gold zwei Jahre nach dem Titelgewinn durch Nicolas Rolaz aus Morges ist sensationell, aber eigentlich keine Überraschung, denn der junge Genfer hat diese Saison die meisten Regatten, an denen er teilgenommen hat, gewonnen, darunter auch den anspruchsvollen Weltcup im holländischen Workum. Mitte Juli beendete er seine Opti-Karriere mit einem Sieg am Sommercup in Loctudy in der Bretagne.

Obwohl Max auf seine Leistungen zu Recht stolz ist, bleibt er doch auf dem Boden: „Weltmeister zu sein ist etwas anderes, als nur die Schweizermeisterschaft oder einen anderen Wettkampf zu gewinnen, denn es bedeutet, dass ich der Beste bin. Ich bilde mir aber nichts darauf ein, sondern lebe weiter wie vorher, es hat sich nichts geändert. Ich möchte nicht, dass mich meine Freunde anders behandeln, denn ich bin ich selbst geblieben.“

Diese Einstellung scheint dem Nachwuchssportler gut zu bekommen. Er ist mit Freude bei der Sache, was man ihm auch anmerkt: „Segeln und Regatten machen mir in erster Linie Spass. Ich liebe es, mich mit anderen zu messen. In solchen Momenten bin ich topfit und super zufrieden. Ich versuche alles, um zu gewinnen und wenn es mir gelingt, freue ich mich und geniesse es.“

61_IPAD_FR-585Der junge Athlet wird auch von seiner Familie, allen voran von seinem Vater Mikael Wallenberg gecoacht und hat sich dessen Devise auf die Fahne geschrieben. „Ich habe Max stets gesagt, er solle den Sport machen, den er wolle, aber den richtig und mit Leidenschaft, damit er dort der Beste wird. Diese Linie haben wir durchgezogen“, so Max’ Vater. Aber wie jeder erfolgreiche Sportler musste auch Max Opfer bringen und stundenlang trainieren. „Man kann vielleicht in Bezug auf den Zeitaufwand von Opfer sprechen, aber eigentlich macht es ja Freude“, relativiert Mikael Wallenberg, räumt dann aber ein: „Ein solches Engagement ist nicht immer einfach, es müssen eben alle mithelfen. Immerhin wird an 120 bis 130 Tagen pro Jahr auf dem Wasser trainiert und man reist viel umher. Ohne die Mithilfe des Clubs und der Eltern ginge das nicht.“

61_IPAD_FR-584Der frischgebackene Champion hat einen vollgepackten Sommer hinter sich. Er musste viele Medienanfragen beantworten und hat auch ein Praktikum auf den fliegenden Moth absolviert. Seine Segelkarriere möchte er bei den Nacra 15 fortsetzen. „Ich bin 14 Jahre alt und damit ist das Optisegeln für mich vorbei. Ich hatte meine letzte erfolgreiche Regatta in Loctudy in der Bretagne. Ab jetzt segle ich auf einem Katamaran, dem Nacra 15, weiss aber noch nicht mit wem“, sagt er zu seinen Plänen. Er werde versuchen, den idealen Partner zu finden, mit dem er sich gut verstehe. Warum er sich für den Nacra 15 entschieden hat, erklärt Max so: „Was mich auf dem Wasser am meisten reizt, ist das Tempo. Wenn es im Training genügend Wind hat, ist man schnell unterwegs, kentert und amüsiert sich.“

Max, dessen Augen bei der Erwähnung von Ben Ainslie aufleuchten, wird wohl noch viele Stunden auf dem Wasser verbringen, bevor er sich zu neuen Abenteuern aufmacht.