Kreuzfahrt auf der MSC Opera

Es gibt Reportagen, die lehnt man nicht ab. Diese hier ist eine davon. Eine Kreuzfahrt, und dann noch ab Venedig! Allein schon der Gedanke daran versetzte uns ins Träumen. Wir beschlossen deshalb, einen Tag vor dem Ablegen des Schiffs nach Venedig zu fliegen und auch erst einen Tag nach der Kreuzfahrt wieder abzureisen, damit uns genügend Zeit blieb, die geheimnisumwitterte Stadt in aller Ruhe zu besichtigen. Wir hatten Glück: Die Kreuzfahrt dauerte von Samstag bis Samstag und Flybaboo fliegt Venedig jeweils Freitag Mittag und Sonntag Abend direkt an.
Venedig ist von einer magischen, beinahe unbeschreiblichen Schönheit. Die Kanäle und die engen, mit bunten Fassaden und historischen Bauten gesäumten Fussgängergassen verleihen ihr einen unvergleichlichen Charme. Trotzdem kommt der Moment, in dem man von Capuccinos zu 8 Euro und der ganzen touristischen Effekthascherei, die nur darauf abzielt, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, genug hat und Venedig, den Kopf voller wunderbarer Erinnerungen, den Rücken kehrt.
Ein prachtvolles venezianisches Taxi bringt uns zum Seebahnhof, wo wir einchecken und an Bord der MSC Opera gehen. Eine Hostesse bringt uns zu unserer Kabine. Diese stellt sich als erstaunlich geräumig (23 m2!) heraus, ist mit allem Komfort eines 4-Sterne-Hotels ausgestattet und verfügt sogar über eine kleine Terrasse mit einem Tisch und Stühlen. Ein grosses Fenster gibt einen herrlichen Blick aufs Wasser frei. Es ist soweit: Die Ferien haben begonnen!

Prego

Die Opera wurde 2004 eingeweiht und ist das Flaggschiff von MSC Cruises. Insgesamt besteht die Flotte aus sieben Kreuzfahrtschiffen, zwei weitere sollen 2006 dazukommen. Ganz offensichtlich ist MSC bestens gerüstet, um seine hoch gesteckten Ziele zu verwirklichen. Der Bordservice ist ausgezeichnet und die Betreuung lässt keine Wünsche offen. Da für jeweils zwei Gäste ein Besatzungsmitglied zuständig ist, fühlt man sich bestens umsorgt. Das in Genf und Neapel ansässige Unternehmen hebt sich bewusst von seinen amerikanischen Konkurrenten ab und passt seinen Stil der europäischen Klientel an. Einrichtung und Ausstattung, Gastfreundschaft, die Küche und die Stimmung an Bord – über allem schwebt ein Hauch von Dolce Vita. Wenn die Kinder von Peter Pan sich für ein Schiff entscheiden müssten, würde die Opera ganz oben auf ihrer Liste stehen. Wenn wir nicht gerade einen Ausflug unternahmen, verbrachte unsere Tochter ihre Zeit im Mini-Club, dem Schwimmbad, dem Theater, der Kabine und den Restaurants. Eltern und kinderlosen Paaren wird eine Fülle von Freizeit- und Wellnessaktivitäten geboten. Die beiden Swimmingpools und die zwei zwischen dem Wellness- und dem Joggingbereich gelegenen Jaccuzzis laden zum Entspannen ein, der Minigolfplatz stellt eine spielerische Alternative zur Sporthalle mit Sauna und Hammam dar. Natürlich sind in dem schwimmenden Palast auch vier Restaurants und zwölf Bars, ein Theater, eine Disko, ein Casino und zahlreiche Boutiquen zu finden. Die Opera und die MSC Lirica haben ihre Erstklassigkeit vom renommierten Berlitz-Führer mit dem Titel „beste 4 Sterne-Schiffe im Mittelmeer“ und von der amerikanischen Gesundheitsbehörde mit der Zertifizierung „Premium Class“ mit einer Note 100 von 100 für Hygiene an Bord bestätigt bekommen.

Venedig von oben

Spektakulär. Die Abfahrt durch die Lagune von Venedig und den Giudecca-Kanal ist bestimmt einer der eindrücklichsten Momente dieses Urlaubs. Unsere Kabine auf dem obersten Deck (Deck 12 auf ca. 30 Metern Höhe) im vorderen Schiffteil bietet eine einzigartige Panoramasicht auf die „richtige“ Seite der Stadt: Wir sehen die Seufzer-Brücke, den Markusplatz und die unzähligen bunten Gebäude der Serenissima an uns vorbeiziehen. Die malerische Schifffahrt durch die venezianische Architektur ist eine ideale Ergänzung zum Stadtrundgang und eine gute Einstimmung auf die bevorstehende Fahrt auf dem Meer.

Es scheint ganz so, als ob die herrliche Landschaft und die Vorfreude auf die bevorstehende Kreuzfahrt viele Passagiere hungrig stimmen, denn die stürzen sich in die durchgehend geöffneten Pasta- und Pizzarestaurants. Wichtiges Detail: Im Preis der Kreuzfahrt (übrigens mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis) inbegriffen ist eine Vollpension. Einige lassen sich deshalb auch nicht zweimal bitten. Wir lassen das Essen Essen sein und ziehen es vor, zu relaxen. Wie in allen clubähnlichen Ferienkonzepten konzentrieren sich die Animationen auch auf der MSC Opera um den Swimmingpool und die Liegestühle ringsherum werden dementsprechend in Beschlag genommen. Auf dem Vordeck oberhalb des Schwimmbads ist es ruhiger. Wie überall an Bord lassen auch hier riesige Glasfronten das Schiff mit dem Meer verschmelzen und geben den Blick auf den Horizont frei.

Abwechslungsreiche Landgänge

Bari ist nicht der aufregendste Landausflug der Kreuzfahrt, dennoch kann man den Myriaden kleiner Gässchen um die Kathedrale aus Quadersteinen einen gewissen Reiz nicht absprechen. Die engen, verwinkelten Gassen werden von den italienischen Mammas in Hinterhöfe verwandelt und entwickeln dadurch einen unverwechselbaren Charme. Am nächsten Tag erwachen wir im kleinen griechischen Hafen von Katakolon. Da das Dorf von keinem besonderen Interesse ist, sollte man den Aufenthalt nutzen, um am kleinen, zehn Taximinuten entfernten Strand von Andreas baden zu gehen oder eine der Ruinen aus dem alten Olympia zu besichtigen, wo 776 v. Chr. die ersten Olympischen Spiele stattgefunden haben. Weniger geschichtsträchtig, aber dafür umso realer sind der Heraund der Zeustempel. Sie beherbergen wunderschöne Kunstwerke, die einen Besuch wirklich wert sind. Individualisten wird abgeraten, an den von MSC organisierten Exkursionen teilzunehmen. Wer nicht zusammen mit 500 Personen ein- und dieselbe Sehenswürdigkeit besuchen möchte, der tut gut daran, sich für einige Stunden ein Taxi zu mieten. Wir lichten erneut Anker, profitieren vom Leben an Bord, verschlingen einen neuen Krimi, genehmigen uns ein paar Aperitifs bei Sonnenuntergang mit Blick auf einige einsame Inseln, kosten die gastronomischen Köstlichkeiten der abwechslungsreichen Küche des Restaurants Caravelle, begleiten unsere Tochter zur halbstündigen Kinderdisko und zur anschliessenden Show und behalten dabei stets unser Hauptziel in den Augen: Ausruhen, Relaxen, Entspannen. Deshalb gehören wir auch nicht zu den Frühaufstehern, denen es gelingt die vier- bis fünfstündigen Landgänge voll auszunutzen und Shopping und kulturelle Besichtigungen unter einen Hut zu bringen.

Das Aufwachen in Kusadasi stimmt uns sofort guter Laune. Das Schiff hat im Herzen der Stadt angelegt. Um uns herum richten sich zahlreiche Minarette gen Himmel, über ihnen geht die Sonne auf. Bei einem üppigen Frühstück vor dem grossen Bullauge, durch das die Bucht von Kusadasi zu sehen ist, löst sich unser Dilemma: Ephesus, das türkische Pompeji, besichtigen oder dem Sirenengesang des örtlichen Bazars erliegen. Ephesus verdient mehr als nur einen kurzen Besuch. Wir beschliessen deshalb, ein andermal wiederzukommen, um die antike Stätte gründlich zu erforschen und gleichzeitig von den Stränden zu profitieren. Jetzt sind erst einmal die obligaten Lederjacken und Kinderkostüme an der Reihe. Die Auswahl ist riesig, die Preise lächerlich niedrig. Dabei haben wir noch nichts gesehen! Als wir am nächsten Tag vor den Bazar-Hallen in Istanbul stehen, kommen wir aus dem Staunen kaum mehr heraus: Kilometerlange, bunte Irrwege bilden ein riesiges, farbenfrohes Labyrinth, in dem es von Leben nur so wimmelt. Das muss sie sein, Ali Babas Schatzhöhle. Für diesen Ausflug auf den Bosporus waren wir früher aufgestanden als sonst, denn wir wollten sowohl ausgiebig shoppen als auch unseren kulturellen Wissensdurst stillen. Auf dem Programm standen der Topkapi-Palast und sein prachtvoller Schatz, die blaue Moschee und Hagia Sofia. Damit erhielten wir allerdings nur einen kleinen Einblick in den architektonischen Reichtum dieser fabelhaften Stadt an der Grenze zwischen zwei Kontinenten. Leider herrscht kein ideales Fotowetter, denn der Himmel ist mit grauen Wolken verhangen und es regnet. Eins steht fest: Wir kommen wieder!

Am frühen Nachmittag nimmt die Opera Kurs auf das Marmarameer. Geräuschlos und sanft schaukelnd durchqueren wir gegen Ende des Abendessens die Dardanellen-Meerenge, bevor wir mitten in der Nacht das Ägäische Meer erreichen. Am Donnerstag ist ausnahmsweise kein Landgang vorgesehen, denn die MSC Opera muss die 895 Seemeilen zwischen Istanbul bis nach Dubrovnik zurücklegen. Der ideale Moment, sich eine Shiatsu-Massage zu gönnen, im Hammam zu entspannen und, warum eigentlich nicht, sich die Haare schneiden zu lassen. Und was spricht dagegen, sich in der Kabine einen Film anzusehen, schliesslich sind wir in den Ferien! Unbedingt ausprobieren sollte man auch das Jogging auf hoher See. Die 250 Meter lange und 30 Meter breite Laufpiste führt rund um das Deck und macht das Zählen leicht: Zehn Runden entsprechen fünf Kilometern. Beim Laufen hat man zudem die Möglichkeit, die herrliche Meereslandschaft in aller Ruhe zu geniessen. Am Freitag steht ein Besuch in Dubrovnik auf dem Programm. Unterhalb der befestigten Stadt brechen sich die Wellen der bewegten See an den Hügeln, riesige Befestigungsmauern aus weissen Steinquadern umgeben die Altstadt. Unbeschreiblich schön. Dubrovnik ist erstaunlich gut erhalten und überrascht mit vielen prachtvollen Gebäuden und einer üppigen Vegetation, die auch vor Marmorplatten und Pflastersteinen nicht Halt macht. Günstige Restaurants gibt es hier in Hülle und Fülle. Wir kehrten im Amoret ein – und bereuten es nicht. Es wurde uns ein köstliches Essen serviert. Kroatien ist für seine modernen Marinas und die kleinen, verlassenen Buchten bekannt. Wir nehmen uns deshalb fest vor, die „Adriaküste der tausend Inseln“ ein andermal auf dem Seeweg entlangzufahren. Jetzt ist allerdings der Moment gekommen, nach Venedig zurückzukehren.

Alinghi Touch

Familie, Sport, Qualität, Weltoffenheit, Technologie, italienische Wurzeln und Verbundenheit mit der Schweiz – alles Eigenschaften, welche die MSC Cruises dazu bewogen haben, den Schweizer America’s Cup Defender Alinghi zu unterstützen. An den Louis Vuitton Acts in Trapani im vergangenen Oktober waren der gesamte America’s Cup Staff und die Gäste in einem Schiff des Alinghi-Sponsors untergebracht. Ab 2006 wird Valencia von MSC als neue Destination eingeführt. An Bord wird ein Alinghi-Bereich eingerichtet und es sind themenbezogene Animationen vorgesehen. Alinghi Friends profitieren dabei von exklusiven Packages. Lauter gute Gründe, die Gaststadt des America’s Cup auf dem Seeweg anzusteuern.

Auf der Website www.msccruises.com erwarten Sie dreissig weitere Kreuzfahrtziele.