Expertengespräch Nr. 1: Pierre-Yves Jorand, Direktor von North Sails Suisse

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Gennaker, asymmetrischer Spi oder symmetrischer Spi: Welches Vorwindsegel ist das richtige?

Keine Panik, Sie sind bei der schwierigen Wahl des Vorwindsegels bei Weitem nicht allein. Dieses Jahr erteilt Skippers Segelmachern das Wort, die Ihnen helfen, sich richtig zu entscheiden. Den Anfang macht Pierre-Yves Jorand. Er liefert einige wertvolle Tipps.

Spi-asymétriqueDer Gennaker ist unkompliziert und daher ideal für Familientörns oder Ausfahrten mit Freunden. Er ist zwischen einer Genua und einem asymmetrischen Spi einzuordnen und eignet sich besonders bei wenig Wind (bis rund 3–4 Beaufort) auf Raum- und Halbwindkursen. Das dreieckige Vorsegel ist leicht zu halsen und einfacher zu trimmen als ein Spi, da es vielseitiger einsetzbar und weniger voluminös ist. Durch die geringe Grösse kann schwereres, robusteres und somit beständigeres Segeltuch verwendet werden.

Pierre-Yves Jorands Tip

p Da der Gennaker relativ flach geschnitten ist, kann er mit einer Rollanlage verwendet werden. Das erhöht die Sicherheit, denn bei schnell auffrischendem Wind lässt sich das Segel rasch aufwickeln. Eine Alternative, die bei kleiner Crew die Manöver vereinfachen kann, ist der Bergeschlauch. Vor allem beim Bergen leistet er gute Dienste.

Der asymmetrische Spi ist besonders auf Booten, die viel scheinbaren Wind erzeugen oder bei spitzen Winkeln (zwischen 85 und 130 Grad zum Wind) bis 3–4 Beaufort zu empfehlen. Je stärker der Wind, desto mehr muss abgefallen werden. Asymmetrische Spis gibt es in verschiedenen, auf das Segelprogramm und das Segelrevier abgestimmten Modellen. Der Code Zero zum Beispiel macht das Boot auf Kursen hoch am Wind schneller, zählt aber in den Regattavorschriften dennoch nicht als Amwindsegel.

Pierre-Yves Jorands Tipp

Bei Regatten sollten Sie auf einen Bergeschlauch verzichten. Ihr Spi ist dadurch grösser und deshalb in der Regel auch leistungsstärker.

Der symmetrische Spi ist für Verdränger das empfehlenswerteste Vorwindsegel. Auf klassischen Up-and-Down-Kursen kann sein Potenzial voll ausgeschöpft werden. Dann erreicht es sein maximales VMG, das heisst den besten Kompromiss zwischen Windeinfallwinkel und Bootsgeschwindigkeit.

Pierre-Yves Jorands Tipp

Um alle Segelarten abzudecken, können Sie je nach Wetterverhältnissen und dem gewünschten Winkel zum Wind die Vorteile eines symmetrischen Spis mit jenen eines asymmetrischen Spis kombinieren.