Fountaine Pajot : Astrea 42, gelungener Kompromiss

Seit 1982 geniesst Fountaine Pajot als Spezialist für Fahrtenkatamarane hohes Ansehen. Die in La Rochelle ansässige Werft versteht es, Leistung und Komfort stimmig miteinander zu verbinden und das Ganze in ein ansprechendes Design zu verpacken.

Die ersten Katamarane aus dem Hause Fontaine Pajot waren vor allem eins: schnell und leistungsstark, denken wir an den Louisiane und den Corneel 26. Im Lauf der Jahre sind die Doppelrümpfer mit der Werft mitgewachsen und haben sich in vieler Hinsicht weiterentwickelt. Sie wurden zunächst von allem unnötigen Schnickschnack befreit und im Hinblick auf den Einsatz als Charterboot voluminöser gestaltet. Anschliessend wurden ihnen die Ecken und Kanten genommen, damit sie sowohl den Geschmack der Charterfirmen als auch der Privatleute trafen. Das Resultat waren effiziente Boote mit wenig Persönlichkeit und teilweise unsorgfältiger Verarbeitung. Seit ein paar Jahren aber ist Fountaine Pajot wieder auf Kurs. Die neuen Modelle, die nach wie vor sowohl auf den Charterbetrieb als auch auf Privatkunden ausgerichtet sind, sollen möglichst viel Komfort, praktische Neuerungen und mehr Ergonomie bieten und dank stilvollem Design auch etwas fürs Auge sein. Die Performance bleibe dabei ein Schlüsselaspekt, betont Steven Guedeu, der Verkaufsleiter der Werft. Schwerter haben die Boote von Fountaine Pajot zwar schon seit 1986 keine mehr, dafür wird umso mehr Sorgfalt auf das Rumpfdesign, das Gewicht und auf eine starke Besegelung gelegt.

Eleganter und besser verarbeitet

FP_Astrea42-116Am Astrea 42 ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen. Das Nachfolgemodell des Lucia 40 und des Saona 47 hebt die Qualität bei Fountaine Pajot auf eine neue Stufe. Sowohl das Design des Deckshauses, das durch metallisch graue Streifen aufgelockert wird, als auch die für die Ausstattung verwendeten Materialien überraschen positiv. Eine Revolution ist der an der Bootsmesse in La Grande Motte im April vorgestellte Katamaran nicht, sondern eher ein Zusammenspiel guter Lösungen. Hervorzuheben sind unter anderem das gelungene Walkaround-Konzept, die grosszügigen Relaxbereiche mit einem Sonnendeck vor dem Deckshaus und einem weiteren auf dem Hardtop, der Steuerstand, an dem alle Manövrierelemente zusammenlaufen, der uneingeschränkte Blick aufs Wasser, die grosse Badeplattform sowie ein gemütliches, wind- und wettergeschütztes Cockpit. Unter Segeln garantieren die maximale Wasserlinie und die limitierte Kontaktfläche der Rümpfe zum Wasser bereits bei wenig Wind eine anständige Durchschnittsgeschwindigkeit von rund acht Knoten. Der Astrea 42 ist angesichts der beiden unterschiedlichen Zielgruppen in einer Drei- oder Vierkabinenversion zu haben und bietet reichlich Platz. Allein schon der Kajütaufbau, den das Rooftop vor senkrechter Strahlung schützt, ist ein echtes Raumwunder. Auch die U-förmige Küche, der Navigationsbereich und die L-förmige Sitzecke gefallen. Bereits bei der Lancierung wurden zehn Exemplare bestellt. Es sieht ganz so aus, als würde Fountaine Pajot einen weiteren Hit landen. Verdient hätte es die Werft mit diesem gelungenen Wurf allemal. Eine Frage aber steht noch im Raum: Was hat der Katamaranspezialist nach der Übernahme von Dufour mit dem angekündigten 48-Fuss-Katamaran der ehemaligen Konkurrentin vor? Wird sie auf dem Multihull-Markt wieder in Fahrt kommen?