Erfolgreiche Rekordjagd

Diesen Herbst wurden auf dem Genfersee gleich zwei neue Rekorde aufgestellt. An Bord der Psaros 40 Tilt und der Décision 35 Julius Bär haben drei Segler den Genferssee in neuen Bestzeiten umrundet. Alex Schneiter, François Mordasini und Edouard Kessi können ihr Palmarès gleich um zwei Trophäen erweitern: dem Lila Band für den schnellsten Einrümpfer und dem Blauen Band, der das schnellste Segelboot, unabhängig von der Kategorie, auszeichnet. Bei einer herrlichen Bise wurden die bisherigen, am unvergesslichen Bol d’Or von 1994 aufgestellten Bestmarken am 4. September und am 18. Oktober unterboten. Dreizehn Jahre lang hatten die Rekorde von Peter Leuenbergers Triga IV (5 Stunden, 1 Minute und 51 Sekunden) und Herrn Siegfrieds Corum (8 Stunden, 45 Minuten und 40 Sekunden) allen Angriffen standgehalten. Ein Höhenwind aus Nordnordost, der auf dem oberen Genfersee für eine gute Bisenlage sorgte, veranlasste den Wetterfrosch Bernard Dunand am Donnerstag, 18. Oktober um 11 Uhr grünes Licht zu geben. Gezogen von zwei improvisierten „Schrittmachern“ (Cadence und Smarthome) legte Julius Bär ein fast perfektes Rennen hin: „Wir sind mit Wind von Steuerbord bis nach Rolle und Wind von Backbord bis nach Vevey gesegelt. Nach einem kleinen Flautenloch ging es dann mit Wind von Steuerbord bis nach Le Bouveret“, berichtete Philippe Cardis, zurück auf der Mole der Société Nautique de Genève. Die Strecke vom Seeende zurück nach Genf wurde in einer spektakulären Vorwind-Schussfahrt zurückgelegt. Kurz vor dem Ziel sorgte eine heftige Böe für einige Schreckenssekunden. Es wurde notfallmässig geborgen, doch man kam noch einmal mit dem Schrecken davon. Smarthome ging als erste über die Linie, ihr Rekord währte aber nur winzige 17 Sekunden. Dann nämlich schnappte ihr Julius Bär das Blaue Band vor der Nase weg. „Ich glaube, dass ein identisches Boot die 4 Stunden, 45 Minuten durchaus unterbieten kann“, prophezeite Edouard Kessi im Ziel. Mit den neuen Bestzeiten ist die bewegte Geschichte der Genferseerekorde wieder in Schwung gekommen. Die beiden fliegenden Boote Syz & Co und Hydroptère.ch platzen in ihren Werften fast vor Ungeduld. Wie um das Ganze noch spannender zu machen, gestand Ernesto Bertarelli am Grand Prix Beau-Rivage, dass er grosse Lust habe, seine 40-Fuss-Alinghi für 2008 wieder aufzutakeln. Sollte er seinen Plan umsetzen, könnten die Stoppuhren schon bald alle rot-schwarz ticken.