Leopard 40: Sportlicher Blauwasser-Kat

In dem knapp zwölf Meter langen Nachfolger des Leopard 39 finden dank des grosszügigen Raumangebots bequem sechs bis acht Personen Platz. Sein grösster Vorteil ist der XXL-Aufbau mit direktem Zugang zum Cockpit und zum Bugbereich.

40 Fuss ist die Mindestgrösse für einen Fahrtenkatamaran: gerade gross genug für zwei Familien auf einem ein- oder zweiwöchigen Törn oder als Zuhause für zwei Erwachsene mit Kindern. Aus genau diesem Grund beginnt der Markt in diesem Segment auch bei rund zwölf Metern. Als Partner des Charterunternehmens The Moorings, heute Sunsail/The Moorings, entwirft Robertson & Caine solche Katamarane seit 20 Jahren nach genausten Vorgaben. Robust muss das Boot sein, einfach zu trimmen, komfortabel, wohnlich und unkompliziert zu warten. Überzeugt von den Qualitäten der Leopard-Katamarane äusserten immer mehr Charterkunden den Wunsch nach einer Einheit für den Eigengebrauch. Die Werft hat ihnen Gehör geschenkt und Eignerversionen ausgearbeitet.

Unser Leopard 40, der Nachfolger des 39ers, ist eine solche. Was aber bringt er Neues? Ein modernes Design, mehr Glasfronten und vor allem eine Zugangstür zur vorderen Plattform des Bootes. 2011 hatte die Werft mit ihrem 44er und 48er für Aufsehen gesorgt. Ein Bugcockpit und eine Tür für den direkten Zugang zum Salon, das hatte es bisher noch nicht gegeben. Natürlich ist diese Tür von einem völlig anderen Kaliber als die Glasschiebetüren im Heckbereich. Sie ist vollkommen wasserdicht und so solide, dass sie den schlimmsten Stürmen und grössten Wassermassen standhält. Die Speigatte sind riesig, damit sich das Wasser nicht in den vier Aussparungen des Vorderdecks ansammelt. Unser 40er knüpft also an seine grossen Brüder an, allerdings ohne Bugcockpit.

Agil und schnell 

Auf der 40-Fuss-Version haben sich die Designer für ein gischt- und sonnengeschütztes Achtercockpit entschieden. Auffällig sind zudem ein Tisch und U-förmige Bänke, mehrere Truhen, eine Sitzfläche an Steuerbord, ein Durchgang nach hinten sowie zwei gut ausgestattete Heckplattformen zum Baden und für den Zustieg zur Mole. Zum Steuerstand gelangt man entweder direkt vom Salon aus oder steuerbordseitig über den Bugbereich. Ihn schützt ein kleines, festes Bimini. Auf der 107 Zentimeter breiten Sitzbank kann man dem Steuermann bequem Gesellschaft leisten. Ruder und die Motorensteuerung, aber auch zwei Winschen und mehrere Stopper befinden sich in Griffnähe. Für den Grosssegeltrimm wurde zugunsten von zwei autonomen abgewinkelten Taljen auf den Traveller verzichtet.

Mithilfe der beiden Motoren befreien wir uns im überfüllten Hafen von Nizza aus dem engen Bootsplatz. Der Trick: Das Ruder in Neutrallage lassen und vorsichtig mit den Gashebeln spielen. Mit hochgezogenem Grosssegel (mit optionaler Gaffel) und gesetztem Code 0 zeigt sich der Leopard 40 erstaunlich agil. Er gleitet bei 7 Knoten echtem Wind mit 4,6 Knoten übers Wasser und erreicht bei 9 Knoten Windstärke beachtliche 5,8 Knoten. Unter Genua bei 55° zum 11 Knoten starken Wind schaffen wir 5,5 Knoten. Ein Blick nach hinten und auf den Bildschirm bestätigt uns, dass die Abdrift so gut wie null ist. Die von den Konstrukteuren gelieferten Daten versprechen unter Gennaker und bei 16 Knoten Wind eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 12 Knoten.

Leopard 40 skippers.ch

DIE VON DEN KONSTRUKTEUREN GELIEFERTEN DATEN VERSPRECHEN UNTER GENNAKER BEI 14 KNOTEN ECHTEM WIND EINE GESCHWINDIGKEIT VON 10 KNOTEN

Revolutionäres Innenlayout 

Das Interieur ist stufenlos. Durch die 1,84 Meter hohe Öffnung betritt man den noch 20 Zentimeter höheren Aufbau, in den durch grosszügig dimensionierte Fenster viel Tageslicht eindringt. Das Openspace-Konzept erleichtert die Fortbewegung und auch sonst punktet der Aufbau durch eine ungewöhnliche Anordnung: Die Pantry, die sonst backbordseitig an das Cockpit anschliesst, wurde in den vorderen Steuerbordbereich versetzt und die Tür zum Cockpit nach Steuerbord verlegt. Dort, wo sonst die Pantry platziert ist, befindet sich also der Salon. Dadurch bewegt man sich diagonal von einer Tür zur anderen. Der Kartentisch bleibt an seinem gewohnten Ort in der vorderen Backbordecke. Von dort hat man einen guten Blick nach vorne. Im Steuerbordrumpf ist die Eignerkabine mit einer breiten Koje, viel Stauraum, Spinden, Kleiderschrank, Schreibtisch und XXL-Nasszelle untergebracht. Hier fühlen Sie sich wohler als zu Hause! Gegenüber teilen sich zwei weitere Kabinen eine etwas kleinere Nasszelle. Alle fünf Tage wird ein neuer Leopard 40 gebaut. Damit stehen die Chancen gut, dass er bald zu den meistverkauften Katamaranen in seinem Segment gehört.

Attraktive Jachteignerprogramme 

Beim weltweit grössten Segelcharterunternehmen Sunsail/The Moorings kann man im Rahmen von attraktiven Eignerprogrammen einen als Charterversion ausgestatteten Leopard 40 (entspricht einem Sunsail 404 oder Moorings 4000) erstehen, ohne sich um den Charterbetrieb, Pflege und Wartung zu kümmern. Die Kosten dafür werden vom Vercharterer übernommen. Am beliebtesten ist das Programm „garantiertes monatliches Einkommen“. Es ist meist an ein Leasing geknüpft, für das eine Anzahlung von 20 bis 50 Prozent geleistet wird und bei dem der Eigner nur die Differenz zwischen Chartereinnahmen und den monatlichen Leasingkosten bezahlt. Im Falle einer Anzahlung in Höhe von 50 Prozent und einer Finanzierung über die gesamte Dauer des Eignerprogramms beläuft sich der finanzielle Aufwand auf ein paar hundert Euro pro Monat. Eine andere Möglichkeit ist die Kaufoption. Dabei ersteht der Eigner das Boot zu einem Vorzugspreis (-35%), erzielt aber kein monatliches Einkommen. Diese Variante ist zwar einfacher, erfordert aber eine höhere persönliche Einlage.

Bei beiden Optionen übersteigen die Gesamtkosten für den Leopard 40 den Wiederverkaufspreis. Dieses Delta entspricht dem Wert der saisonabhängigen sechs bis zwölf Charterwochen pro Jahr, die der Eigner während fünf Jahren an einer der zwanzig Basen beziehen kann. Im Idealfall eines Kaufs (ohne Steuern) mit einer maximalen Rentabilität – 9 Prozent des investierten Kapitals für ein Boot in der Karibik oder in den Seychellen zum Beispiel – reduziert sich das Budget für „Ferien auf zwei Rümpfen“ um 10’000 Euro pro Jahr. Das entspricht mehr als zwei Charterwochen in der Hochsaison! Eine ideale Lösung also für Segler, die regelmässig ein Boot chartern, aber häufiger segeln und weniger bezahlen möchten, und für Eigner, die sich nicht mit Wartung und Formalitäten herumschlagen wollen und das Törnrevier flexibel wechseln möchten.