Verwöhnprogramm für die Eigner der grossen Einheiten

Das letztjährige Treffen ist allen noch gut in Erinnerung. Damals hielten die Kandidatinnen der Westschweizer Misswahl auf den grossen Jeanneau-Einheiten ein vielbeachtetes Fotoshooting ab (s. Skippers Nr. 24). Für nicht weniger Aufsehen sorgte der Star von 2008. Auch er besitzt absolute Traumkurven: 18 m lang, 5,18 m breit, 2,95 m Tiefgang, 23 m für den Mast, 27 Tonnen Verdrängung und 3 Kabinen. Die von Philippe Briand entworfene Bordeaux 60’ aus der Bénéteau-Gruppe* ist auf Kunden zugeschnitten, die es gerne grosszügig mögen, trotzdem aber keine Superyacht wollen. Um ihre Ansprüche zu ermitteln und dem Konstrukteur bei der Festlegung des Pflichtenhefts beiseite zu stehen, hat Jean-Louis Chaput, der Verantwortliche für die Bordeaux 60’, an den letzten drei Jeanneau-Eignertreffen teilgenommen. Das Ergebnis seiner Nachforschungen lässt sich in wenigen Worten so zusammenfassen: Die Yacht muss auch bei kleiner Besatzung manövrierbar sein, Leistung zeigen und mehr Komfort und Raum für längere Aufenthalte an Bord bieten. Wer das schwimmende Juwel erstehen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Rund 1 Million Euro, 805’000 Euro ohne Segel und Elektronik, ist die Yacht wert. Obwohl sie in St. Tropez das erste Mal Wasser unter den Kiel bekam, scheint  der Plan der Werft aufzugehen. Mit fünfzehn Bestellungen sind die Auftragsbücher für das nächste Jahr bereits voll. Dieser Erfolg hat die Bénéteau-Gruppe dazu bewogen, in absehbarer Zeit nicht nur einen neuen Bootstyp, sondern gleich eine neue Marke zu schaffen. Demnach dürfte im Kielwasser der Bordeaux 60’ in einigen Jahren die Bordeaux 70’ folgen.**

Die Schweizer halten an den 54DS fest

Die beiden dieses Jahr verkauften Bordeaux 60’ werden unter Schweizer Flagge segeln. Obwohl auch die beiden anwesenden Schweizer 54DSEigner von der neuen Einheit angetan sind, würden sie ihre Sun Odyssey nicht dagegen eintauschen. Die 54DS ist ein so perfekter Wurf, dass sie nicht genug davon bekommen. Ursprünglich hatte die Werft rund fünfzig solcher Einheiten bauen wollen, mittlerweile wurden bereits über 150 vom Stapel gelassen. Darüber dürfte sich einer besonders freuen: der Konstrukteur. Garroni hatte damals nur zögernd ein Honorar in Form von Tantiemen statt eines Pauschalpreises akzeptiert. Auf die neue Bordeaux 60’ angesprochen gesteht der ehemalige Zürcher Topsegler Beat Greinacher, dass er den Rumpf und die Takelage zwar mag, vom Interieur aber enttäuscht ist: „Trotz der zusätzlichen sechs Fuss sind die Kabinen nicht wirklich grösser. Der gesamte Raum wurde für die Küche und die Technik verwendet. Letztere ist dadurch gut erreichbar, das ist aber auch das einzig Praktische.“ Kritik übt Greinacher auch am Dinghi, das seiner Meinung nach nicht gross genug ist. Die 54DS dagegen hält er für den idealen Kompromiss. Sie entspreche genau seinem Segelstil, so Greinacher. Er engagierte sich im Zürcher Yacht Club viele Jahre als Juniorentrainer und segelte mit dem Nachwuchs auch regelmässig auf dem Meer. „Mit einigen bin ich noch heute befreundet. Wir bilden einen harten Kern, der noch immer zusammen segelt. Ich versuche mich 10 bis 12 Wochen im Jahr dafür freizumachen“, sagt das ZYC-Mitglied. Jedes Jahr wird ein neues Revier erkundet. „Als ich noch Regatten segelte und Boote überführte, entdeckte ich viele fantastische Orte, hatte aber keine Zeit sie genauer zu erkunden. Jetzt kann ich da und dort auch etwas länger bleiben“, erklärt Greinacher die häufigen Revierwechsel. Nach Schottland, Irland und der Bretagne im Jahr 2005 war die Biskaya an der Reihe. Er erinnert sich: „Wir surften mit 15 Knoten und unsere Sun Odyssey 54 verhielt sich auch bei stürmischen Verhältnissen beispielhaft.“ Die dritte Saison verbrachte er dann in Valencia (Alinghi verpflichtet). Diesen Sommer soll es nach Sizilien gehen. „Mit meiner Yacht komme ich gerade noch knapp in kleine Buchten, mit einem grösseren Boot dürfte das schwieriger werden“, meint der passionierte Segler, der auch schon den Admirals Cup und den Sardinia Cup bestritten hat. „Ich habe lange nach einem Segelboot gesucht, bevor ich auf die Jeanneau gestossen bin. Sie passt perfekt, ist schnell, einfach im Handling und benötigt kaum Besatzung, da sich alles im modernen, gut ausgestatteten Cockpit befindet“, schliesst Greinacher seine Lobesrede.

Begeisterte Eigner

Dreissig Eigner aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Norwegen, Österreich, Spanien, Ungarn und der Schweiz hatten sich zusammen mit Freunden und Familie mit ihren 49- bis 54-Fuss Jeanneau-Yachten vor St. Tropez zur Jeanneau-Rallye eingefunden. Bei sonnigem Wetter und herrlichem Wind erlebten die 280 VIPs eine von A bis Z bestens organisierte Regatta. Als Andenken an das wunderbare Erlebnis erhielten sie eine CD mit den Bildern des Segelfotografen Jean-Marie Liot. Bis nächstes Jahr, dann feiert das Eignertreffen sein 10-jähriges Bestehen!