Mirabaud Swiss Open

Auch wenn der Teilnehmerrekord von 1989 mit 72 Konkurrenten nicht erreicht wurde, so gehört die 28. internationale Surprise-Schweizermeisterschaft in Bezug auf die Beteiligung sicherlich zu den ganz grossen Anlässen. Zum 30. Geburtstag der Segelyacht hatten sich 58 Einheiten eingefunden. Vom 12. bis 16. Juli wurden bei mittleren bis schwachen Winden acht Läufe gesegelt.
Zum vierten Mal in ihrer Geschichte wurde die SM der Surprise-Klasse vom Cercle de la Voile der Genfer Société Nautique organisiert. Die besten Surprise-Segler des Landes waren der Einladung der Organisationsleiter Michel Glaus und Manuel Schmidt gefolgt. Am Start konnte man viele bekannte Gesichter ausmachen, darunter die Steuermänner Arnaud Gavairon, Alain Marchand und Jean-Marc Monnard. Letzterer gewann den Titel schliesslich souverän.
Unter der Schirmherrschaft der namhaften Bankengruppe Mirabaud soll der Event für mehr Publikumsnähe sorgen. Antonio Palma, Ehrenpräsident des Mirabaud Swiss Open und Mitglied des Exekutivausschusses von Mirabaud, bezeichnet das Engagement der Bank als Partnerschaft des Herzens. „Mit einer rein marketingorientierten Strategie wären wir aus Prestigegründen vielleicht bei der D35-Tour oder bei den 8ern mit dabei. Wir haben es aber vorgezogen, eine Klasse zu unterstützen, die es schafft, am Bol d’Or mit mehr als 100 Einheiten anzutreten und bei nationalen Meisterschaften knapp 60 Boote aufzustellen.“ Antonio Palma war zudem stolz, das Rennen an Bord der Mirabaud II mit Xavier Lecœur am Steuer hautnah miterleben zu dürfen.
Einige Favoriten profilierten sich bereits vor dem Startschuss. So liess Jean-Marc Monnard mit seinem erst wenige Tage zuvor zusammengestellten Dream Team keine Zweifel an seinen Siegesambitionen aufkommen. An Bord der Fou du Vent nahm er zusammen mit dessen Eigner Patrick Quennoz sowie den Crewmitgliedern Bertrand Seydoux, Nicolas Berthoud und Jean-Pierre Ziegert Kurs auf Sieg. Die fünf Kumpane lagen zusammen nur knapp unter dem Höchstgewicht und waren deshalb über die Leichtwindbedingungen an diesem Julitag nicht sonderlich erfreut. Um diese Routiniers aus der Fassung zu bringen, braucht es allerdings mehr. Sie zeigten der restlichen Flotte schon im ersten Lauf, dass ihr Gewicht kein Handicap ist. Nach zwei Laufsiegen, drei zweiten Plätzen und einem dritten Rang standen sie als unangefochtene Sieger fest. Das Team der SUI546 holte sich den Schweizermeistertitel mit einem komfortablen Vorsprung von sieben Punkten. Sogar eine Disqualifizierung wegen eines Frühstarts sowie ein elfter Platz im letzten Lauf konnten sie nicht in Gefahr bringen. Die direkten Gegner lagen zu weit zurück.
Alain Marchand auf St. Jacques liebäugelt schon viele Jahre mit dem Titel, doch auch dieses Jahr sollte es „nur“ zum zweiten Platz reichen. Dritter wurde der Organisator Michel Glaus auf seiner Teo Jakob. Das podestverwöhnte Centre d’Entraînement à la Régate segelte mit seiner ersten, von Patrick Girod gesteuerten Yacht auf den vierten Platz. Ausgezeichneter fünfter wurde Cyrus Golchan.

Die Jubiläumsausgabe sollte etwas ganz Besonderes werden. Um das 30-jährige Bestehen der Surprise gebührend zu feiern, verlosten die Archambault-Werft und der Importeur François Seychaud eine brandneue Surprise. Mitmachen konnten alle, die neben dem Mirabaud Swiss Open entweder am National France oder am Bol d’Or teilgenommen hatten. Damit auch der festliche Rahmen stimmte, stieg die Geburtstagsfeier am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag. Die Verlosung fand in mehreren Runden statt, denn die Organisatoren wollten für Spannung sorgen. Und das gelang ihnen! Glücklicher Gewinner war nach der nervenaufreibenden Zitterpartie schliesslich Olivier Pictet. Er hatte seine SUI179 1984 gekauft und auf seiner alten Surprise geraVermessungsde
erst Renovierungsarbeiten durchgeführt, um wieder vorne mitmischen zu können. „Gut, dass es einen Eigner mit einem alten Boot trifft“, vorhanfreuteer sich. An den nächsten Schweizermeisterschaften wird wohlmit ihm zu rechnen sein, denn Glück verleiht bekanntlich Flügel.