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Weibliche Odyssee

Nathalie, Carole, Raphaëlle, Laureen, Francine und Krystle: Sechs junge, komplett unterschiedliche, aber von der gleichen Leidenschaft getriebene Frauen zeigen Mut zum Risiko und stürzen sich gemeinsam in ein verwegenes Abenteuer. Alle sechs segeln und reisen für ihr Leben gern und lieben die Natur. Hochmotiviert nehmen die Französinnen ihr spannendes Projekt in Angriff. Mit vereinten Kräften und Entdeckungsfreude wollen sie auf der Suche nach ungewöhnlichen Orten übers Mittelmeer kreuzen. Am 18. September 2013 starten die sechs Wagemutigen zur einer Odyssee, die sie so schnell nicht wieder vergessen werden. Einen Monat, nachdem sie in Cannes in See gestochen sind, laufen sie wieder wohlbehalten im Hafen von Antibes ein. Dazwischen machen sie auf Korsika, Sardinien und Elba Halt und nehmen sich dabei genügend Zeit, die einzelnen Orte und ihre Schätze auf sich wirken zu lassen und in ihrer ganzen Besonderheit zu erfassen.

© Nicolas Claris

Hauptzweck des Törns ist sicher der Spass am Segeln, gleichzeitig wollen die sechs Frauen aber zeigen, dass man nicht bis ans Ende der Welt reisen muss, um spannende, originelle und vielfältige Orte zu entdecken. Meistens muss man die Dinge, die uns umgeben, nur mit anderen Augen betrachten und schon enthüllen sie ihre Einzigartigkeit. Die Teilnehmerinnen verbindet die Faszination fürs Segeln, aber sie haben nicht nur Gemeinsamkeiten. Ihr Team lebt von einer gesunden Mischung unterschiedlicher Charaktere und Fähigkeiten. Sie ergänzen sich, was für das Gelingen des Projekts unverzichtbar ist. Nathalie war früher Model. Von ihr stammt die Idee zu diesem Abenteuer. Sie hat die Rolle des Kapitäns und der Expeditionscheffin übernommen. Carole ist Tauch- und Kletterlehrerin, Raphaëlle Hochgebirgsführerin und Geologin. Die Ökologin Laureen, die Apnoetaucherin Francine und die Abenteuerfotografin Krystle vervollständigen die Frauentruppe. Keine bringt Erfahrung in den Fachgebieten der anderen mit. Sie staunen häufig über die Fertigkeiten ihrer Kolleginnen, lernen eine Menge und geben auch viel weiter.

Segeln, kochen, angeln

Auf dem Katamaran ist immer etwas los. Sechs Frauen auf so kleinem Raum, da kann ja keine Langeweile aufkommen. Dank der guten Organisation und des gegenseitigen Respekts herrscht während der ganzen Reise eine gute Stimmung. Zusätzlich sorgen das aufgeräumte Deckslayout, die gut konzipierten Räume und das einfache Bootshandling für einen angenehmen, unkomplizierten Aufenthalt. Viele praktische Details vereinfachen ihnen das Leben an Bord, so auch die Solarpanels, über die das Boot seine Batterien automatisch auflädt. Alle sind mit viel Herzblut bei der Sache und wollen Hand anlegen, wo immer sie benötigt werden. „Ein Boot hat den Vorteil, dass man die Qual der Wahl hat: Segeln, kochen, angeln, Wache stehen, es werden alle Talente gebraucht“, schwärmt Nathalie.

© Krystle Wright

Mit grosser Vorfreude machen sie in Cannes die Leinen los und nehmen Kurs auf Calvi in Korsika. Die erste Etappe verläuft ziemlich unruhig, denn es bläst ein starker Wind. Den Mädchen bleibt keine Zeit, sich an den Wellengang zu gewöhnen, schon in den ersten Stunden befinden sie sich mitten im Gefecht. Nach Calvi und seinen malerischen Landschaften geht es weiter der Westküste entlang nach Süden. Dort machen sie Bekanntschaft mit Pierre Lejeune, dem Leiter der ozeanografischen Forschungsstation Strareso und ausgewiesenen Meeresfachmann. Anschliessend führt ihr Törn über das Scandola-Naturreservat nach Rocaphina, wo sie einen kurzen Halt einlegen, um die Strasse von Bonifacio in Augenschein zu nehmen. Auch für die Lavezzi-Inseln nehmen sie sich Zeit, bevor das herrliche Licht des Altweibersommers ihre Lagoon in italienische Gefilde geleitet. In Sardinien unternehmen sie Klettertouren und gehen in der idyllischen Umgebung auf Erkundungstour. Von der Strömung getragen erreichen sie schliesslich den Osten Sardiniens. Von dort ziehen sie weiter in Richtung Olbia bis zur legendären Insel Tavolara. „Wir werden uns bestimmt noch lange an die haarsträubende Durchquerung der Strasse von Bonifacio erinnern. Der Wind blies uns mit 30 bis 35 Knoten ins Gesicht! Unvergesslich bleiben aber auch die Schläge mitten im La-Maddalena-Archipel!“, erzählen die Frauen später.

Paradies im Süden

Nach der Insel Tavolara nimmt das Frauenteam wieder Kurs Richtung Süden und findet in einem typisch sardischen Hafen am Fuss eines Vulkans vor dem noch immer starken Wellengang Zuflucht. Sie nutzen die Zeit an diesem besonders schönen Ort, um an paradiesisch anmutenden Stränden zu baden, an den über das Wasser ragenden Felsen zu klettern und die Unterwasserwelt zu erforschen. Im Nachhinein werden sie diesen Zwischenstopp einstimmig als ganz besonderes Highlight bezeichnen.

© DR

Am 11. Oktober, nach 30 Segelstunden, erreichen sie Bastia. Überwältigt von der Ursprünglichkeit der korsischen Stadt und den reizenden Einwohnern verbringen sie zwei Tage vor Ort, bevor sie zur Insel Elba, dem letzten Etappenhalt vor dem Zielhafen Antibes, aufbrechen.

© Krystle Wright

Der Törn auf der Lagoon 39 Illiade hat den sechs Frauen viel Neues und Spannendes geboten. Geblieben sind unzählige fantastische Bilder von Naturschutzgebieten voller unbezahlbarer Schätze, von sensationellen Unterwasserwelten und herausfordernden Kletterfelsen – lauter wertvolle Erlebnisse, bei denen sie mehr als einmal an ihre persönlichen Grenzen gestossen sind und sich in Selbstbeherrschung üben mussten. Die Tatsache, dass sie zu sechst auf engem Raum unterwegs waren und unweigerlich vieles miteinander teilten, führte dazu, dass sie sehr viel über sich selbst erfahren haben. Sie haben gelernt, ihre Mitmenschen zu respektieren, einander zuzuhören und zu helfen. Der Törn sollte sich als mehr als nur eine Reise an die Küsten des Mittelmeers erweisen. Er war eine Lebenserfahrung und ein menschliches Abenteuer, das nicht nur das Wasser, sondern auch sie selbst aufgewühlt hat.