Durchzogene Performance der Schweizer in Kiel, aber einige schöne Überraschungen

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Die Olympischen Bootsklassen feierten an der Kieler Woche ein starkes Comeback. Die Etappe gilt für alle Teilnehmer als wichtige Messlatte für die Segelweltmeisterschaft in Aarhus, die in einem Monat beginnt. Und auch wenn die Athleten des Swiss Sailing Teams einige Schwierigkeiten hatten, die Top 10 zu erreichen, gab es zumindest von Seiten der Laser Segler einige schöne Überraschungen. In der Schweiz fand an diesem Wochenende ein weiterer Klassiker statt, die berühmte Tag- und Nachtregatta am Zürichsee.

photo2Fast 1800 Boote waren an dieser Ausgabe der Kieler Woche unterwegs, welche bei mässigem bis anhaltendem Wind stattfand. Für die olympischen Klassen war es vor allem ein letztes Warm Up vor Aarhus, wo sich die Schweiz für die Olympischen Sommerspiele 2020 qualifizieren kann. Die beste Schweizer Leistung ist Eliot Merceron zu verdanken, der in der sehr anspruchsvollen Laser-Standard-Flotte den ausgezeichneten 5. Platz erreichte. Sein bisher bestes Saisonergebnis sollte ihn für die nächsten Wochen zuversichtlich stimmen und ihn dazu verlocken, die Schweiz nächsten Monat an der WM im Laser für Tokio zu qualifizieren. Maud Jayet hat im Radial Laser ebenfalls ein gutes Ergebnis erzielt und das Medaillenrennen nur knapp verpasst. Sie wurde Zwölft, nachdem es ihr zuvor gelang, sich bei fünf von sieben Wettfahrten in der Top 10 zu positionieren.

Einige Leistungen liegen indes leicht unter den Erwartungen, wie beispielsweise die von Linda Fahrni und Maja Siegenthaler im 470er, aber auch diejenige von Sébastien Schneiter und Lucien Cujean im 49er, die die Kieler Woche auf Platz 15 beendeten. Nils Theuninck belegte einen enttäuschenden 32. Platz, tröstete sich aber mit einem vierten Platz in seiner letzten Wettfahrt. Er, der erst gerade seine Prüfungszeit beendet hat, bestätigt, dass es nicht einfach ist, sportliche Karriere und Studium in Einklang zu bringen. Natürlich wünschen wir ihm für beide Bereiche alles Gute!

Schöner Tag und kurze Nacht photo3

Zurück in die Schweiz, am Zürichsee, wo die traditionelle Tag- und Nachtregatta mit 40 Besatzungen stattfand. Wie die Bol d’Or Mirabaud ist auch diese Regatta für die Teilnehmer eine Gelegenheit, ein kleines Abenteuer zu erleben, indem sie einen Teil der Nacht auf ihrem Boot verbringen! Aber wenn die Bedingungen gut sind, profitierten die ersten mehr vom Tag als von der Nacht. Dies gilt insbesondere für den Sieger Peter Epprecht, der die Distanzfahrt Zürich-Rapperswil-Zürich vor Mitternacht absolviert hat. Die ausreichend windigen Bedingungen ermöglichten es seinem Quant 30 Allianz, sein Potenzial voll auszuschöpfen und so die Ziellinie eine ganze Stunde vor seinem nächsten Verfolger (Patrick Stöckli’sOnyx Veriset) zu überqueren.