Wie gesund ist die Bootsindustrie?

Die nautische Wirtschaft boomt! Während die Nautic de Paris, also die Pariser Bootsmesse, in vollem Gange ist, drehen alle Zeiger für die Branche auf grün. Die französischen Werften rekrutieren rund um die Uhr, die Auftragsbücher sind überfüllt, aber dürfen wir dennoch blindlings diesen verheissungsvollen Versprechungen trauen?

500: Das ist die Anzahl der Stellen, die derzeit von der Groupe Bénéteau angeboten werden, die auf der Pariser Bootsmesse eine grosse Rekrutierungskampagne organisiert hat. Um der weltweiten Nachfrage Rechnung tragen zu können, bedingt unter anderem durch den Ersatz von Tausenden von Booten, die während der Wirbelsturmsaison in der Karibik beschädigt wurden, müssen die Werften ihre Produktionslinien anpassen. Dies gilt insbesondere für Katamaranbauer, die schon seit geraumer Zeit auf einer endlosen Welle surfen (zu diesem Thema kaufen Sie die neueste Ausgabe des Skippers online). „Wir rekrutieren 150 Personen an unserem Standort in Bordeaux, wo die grossen Lagoon gebaut werden. Wir gehen davon aus, dass unser Geschäft mindestens in den nächsten drei Jahren noch weiter wachsen wird“, sagt Yann Masselot, stellvertretender Generaldirektor von CNB-Lagoon.

Andere, in ihren spezifischeren Bereichen, haben ebenfalls Grund zur Freude. Amel sieht sich insbesondere nach der Herausgabe seiner 50-Fuss-Sloop ebenfalls mit steigender Nachfrage und Personalsuche in vielen Bereichen konfrontiert. Die Neel-Trimarane, nach dem überwältigenden Erfolg ihrer 51 Füsser, zeigen ebenfalls ein gutes Wachstum und fügen ihrer Sammlung einen Hangar hinzu, um ihre Produktionsgeschwindigkeit zu erhöhen!

Werden die Grillen bei solch vollen Auftragsbüchern bis 2020 oder gar 2021 auch im kommenden Sommer weiter zirpen? Für Xavier Desmaret, CEO der Grand Large Yachting Group (Outremer, Allures, Garcia und Gunboat), sind ausnahmslos alle Märkte in guter Verfassung: „Wir stehen am Anfang eines positiven Zyklus und können entschieden optimistisch in die Zukunft blicken. Aber man darf nie vergessen, dass das Zyklische auch wieder aufhören kann“, warnt er. Das heisst nichts anderes als dass es der Branche aktuell zwar wunderbar geht, aber dass gerade jetzt der Moment ist, die schlankeren Ertragsjahre vorherzusehen und zu antizipieren.