SUI Sailing Awards 2019: Machen Sie mit!

Am 23. Februar 2019 ist es wieder soweit. Dann werden die offiziellen Preise des Schweizer Segelsports bereits zum sechsten Mal vergeben. Die Verleihung der SUI Sailing Awards findet im Rahmen der SuissNautic auf dem Gelände der Bernexpo statt. Ausgezeichnet werden die besten Seglerinnen und Segler der Jahre 2017 und 2018 (Female Sailor, Male Sailor, Junior Sailor, Sailing Team, Sailing Project, Public Awards) in fünf Kategorien. Die Auswahl der Siegerinnen und Sieger erfolgt durch die Jury, die Publikumsstimme fliesst aber in allen Kategorien mit ein und zählt zu 30%. Wir stellen Ihnen hier alle Nominierten vor.

Mitmachen!

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Female Sailor of the Year 2017-2018

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Maud Jayet

Für Rio hatte Maud Jayet die Qualifikation im Laser Radial verpasst, ihre Enttäuschung dann aber weggesteckt und die Schweiz an der WM in Aarhus im vergangenen August für Tokio qualifiziert. Mit ihrem hervorragenden 9. Platz war sie gleichzeitig die erste Athletin, die der Schweiz einen Nationenplatz für die Olympischen Spiele 2020 sicherte. Trotz einiger Hochs und Tiefs, die sich teilweise mit der harten Konkurrenz in der Bootsklasse erklären lassen, erzielte die 22-jährige Lausannerin mehrere Spitzenleistungen. An den World Cup Finals 2018 in Marseille wurde sie 6., am World Cup in Hyères 2017 14.

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Justine Mettraux

Justine Mettraux behauptet sich seit drei Jahren erfolgreich bei der Solitaire du Figaro. An dieser unerbittlichen Einhandregatta trennen die Seglerinnen und Segler nach mehreren hundert Seemeilen oft nur Minuten oder gar Sekunden. 2017 schaffte es das Ausnahmetalent, das sich mit harter Arbeit an die Weltspitze gekämpft hat, mit einem 7. Platz als dritte Frau in die Top 10 des beinharten Rennens. Die Transat Jacques Vabre beendete sie zusammen mit Bertrand Delesne auf einer Class 40 hinter drei Booten der neuen Generation auf Rang 4. An der Figaro verbuchte die Genferin aus Versoix mit einem 11. Platz ein weiteres Vorzeigeergebnis. Daneben nahm sie an Bord des Siegerbootes Dongfeng an zwei Etappen des Volvo Ocean Race teil.

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Heidi Ulrich

Im Leben von Heidi Ulrich dreht sich seit sechs Jahren alles ums Speedsurfen. Im Juli stellte die 34-Jährige aus Flüelen am „Prince of Speed“ in La Palme (Südfrankreich) über eine Distanz von 1,8 Kilometern bzw. einer Seemeile mit 66,5 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Sie pulverisierte mit ihrer Leistung den seit zwölf Jahren bestehenden Speedsurfing-Weltrekord ihrer Erzrivalin Zara Davies und durfte sich immerhin fünf Tage lang schnellste Windsurferin der Welt nennen – bevor ihr die Britin den Rekord wieder entriss. Jüngst gelang Heidi Ulrich im Training an der französischen Küste mit 43,01 Knoten bzw. 80 km/h ein erneuter Speedrekord. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung dieses Duells.

Male Sailor of the Year 2017-2018

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Alan

Alan Roura

Im Februar 2017 überquerte Alan Roura als jüngster Teilnehmer die Ziellinie der Vendée Globe. Der damals 23-Jährige hatte diese Sensation auf der Super Bigou von Bernard Stamm geschafft, dem es selbst noch nie gelungen ist, eine Weltumsegelungsregatta zu beenden. Sein 12. Platz, bei dem er jüngere Boote hinter sich liess, und sein 105-tägiger Kampf gegen Wind, Wetter und aufgebrachte Meere sind sowohl sportlich als auch menschlich eine Meisterleistung. Für einen Podestplatz in der IMOCA-Klasse reichte es bisher zwar noch nicht, Alan Roura kann sein Offhore-Segelprojekt aber dennoch unter idealen Bedingungen fortsetzen. Mittlerweile ist er Teil des fünfköpfigen Fabrique Sailing Teams, das für die Optimierung seines neuen Foiler-IMOCAS zuständig ist.

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Mateo Sanz Lanz

2013 entschloss sich Mateo Sanz Lanz, Sohn eines Spaniers und einer Schweizerin, statt für Spanien fortan für das Heimatland seiner Mutter Barbara zu starten – ein Glücksfall für die Schweiz. Seither sorgt er in der Windsurfdisziplin RS:X immer wieder für Spitzenplätze. An der WM 2017 in Enoshima sicherte sich der ausgewiesene Leicht- und Mittelwindspezialist vom Gstaad Yacht Club die Silbermedaille, beim Weltcupauftakt in Gamagori surfte er auf Rang 3. Auch 2018 platzierte sich der 25-jährige SST-Nationalkaderathlet regelmässig in der Weltelite. Beim Auftakt zur Weltcup-Saison 2019 stand er in Enoshima, dem Revier der Olympischen Sommerspiele 2020, als Zweiter erneut auf dem Podest und gewann nur wenige Tage später an der Enoshima Olympic Week die Goldmedaille. Die Olympia-Hauptprobe ist damit definitiv geglückt!

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Nils Theuninck

Nach einer vielversprechenden Karriere in der Laserklasse mit mehreren nationalen und internationalen Titeln gelang Nils Theuninck (GYC/CNP) ein spektakulärer Einstieg in die Finnklasse. Er segelte am Weltcup in Miami mit Rang 16 mitten in die Weltelite und sicherte sich gleich in seiner ersten Saison den U23-Europameistertitel. An der Trofeo Princesa Sofia folgte mit Rang 8 eine erneute Top10-Platzierung. Ende Mai gewann der 21-jährige SST-Nationalkaderathlet aus Pully gemeinsam mit Team Tilt den GC32-Weltmeistertitel – ein weiterer grossartiger Erfolg nach Rang 3 am Red Bull Youth America’s Cup im Vorjahr. Beim Weltcup- Auftakt in Enoshima qualifizierte er sich zudem erstmals für ein Medal Race, wo er sich auf dem ausgezeichneten 10. Schlussrang platzierte.

Junior Sailor of the Year 2017-2018

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Arnaud Grange et Marie van der Klink

2018 war für das Nacra-15-Duo Arnaud Grange / Marie van der Klink ein höchst erfolgreiches Jahr. An der Klassen- WM in Barcelona klassierten sich die beiden Nachwuchssegler auf dem 7. Rang und an den World Sailing Youth Worlds wurden sie 6. Je weiter die Saison fortschritt, desto mehr steigerte sich das Tandem. An der U19-Europameisterschaft auf dem Comersee holte es Bronze, an der Schweizer Klassenmeisterschaft Gold. Im Herbst krönten die beiden Hoffnungsträger ihre erfreuliche Saison mit einem 10. Platz an den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires. Neben dem Nacra segeln Arnaud und Marie auch auf dem D35 Okalys, mit dem sie an der Bol d’Or Mirabaud als Zweite ins Ziel kamen. Arnaud wechselte sich dabei mit Loïck Peyron am Steuer ab.

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Max Wallenberg et Amanda Björk

2016 hatte Max Wallenberg an der Opti-WM in Vilamoura WM-Gold gewonnen und damit nach Nicolas Rolaz’ Sieg zwei Jahre zuvor den zweiten WM-Titel für die Schweiz geholt. Der Weltmeister hatte sich damit die Auszeichnung „Junior Sailor of the year 2016“ – ex aequo mit Nicolas Rolaz – redlich verdient. Nun ist Max Wallenberg in derselben Kategorie erneut nominiert, diesmal gemeinsam mit Amanda Björk-Anastassov. Die beiden Nachwuchstalente vom Genfersee segeln erst seit einem Jahr zusammen auf dem Nacra 15 und konnten in dieser Zeit bereits zahlreiche Top-Resultate verbuchen. Den grössten Erfolg feierten die beiden Mitglieder des Youth Team von SST vergangenen Dezember an der Jugend-WM in Sanya (China), wo sie den Weltmeistertitel gewannen und dank dieser Leistung bereits für den Sporthilfe- Nachwuchspreis nominiert waren.

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Maxime Chabloz

Der junge Nidwaldner mit Wurzeln in der Romandie hat 2014 erstmals an einem Kiteboarding-Wettbewerb teilgenommen. Bereits zwei Jahre später gewann er den ersten von insgesamt drei Junioren-Weltmeistertiteln. Als Zweiter in der WKL Qualifier League sicherte sich der 17-jährige Absolvent der Sportschule in Hergiswil 2017 sein Eintrittsticket für die WKL Elite League 2018. Dort wirbelte er dieses Jahr die Hierarchie in der Weltelite mächtig durcheinander und holte an den World Kiteboarding Championships 2018 in Akyaka (Türkei) im September sensationell die Bronzemedaille. Hinzu kommen mehrere Top10-Resultate an den GKA AirGames 2018 sowie Rang 3 im Gesamtklassement. Dank seinen ausgezeichneten Resultaten qualifizierte sich Maxime Chabloz kurzfristig für die YOG 2018, wo er als Freestyler in der für ihn eher ungewohnten Disziplin „Twin Tip: Racing“ (ähnlich wie Boardercross) den grossartigen 5. Schlussrang erzielte.

Sailing Team of the Year 2017-2018

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Linda Fahrni / Maja Siegenthaler

Die 26-jährige Linda Fahrni und die um ein Jahr jüngere Maja Siegenthaler (beide TYC) segeln seit 2008 gemeinsam, zuerst im 420er und seit 2011 im 470er. Die beiden Berner Oberländerinnen haben sich als eingespieltes Team an der Weltspitze etabliert, wo sie regelmässig Topresultate erzielen. 2017 gewannen sie den Test-Event in Aarhus und sicherten sich am World Cup in Hyères Rang 3. 2018 belegten die beiden SST-Nationalkaderathletinnen den dritten Platz an der Trofeo Princesa Sofia und erzielten an weiteren Regatten auf internationaler Ebene regelmässig Laufsiege. So auch an der WM in Aarhus, wo sie aber nach einem fulminanten Auftakt den sicher geglaubten Olympia-Nationenplatz aufgrund eines abgewiesenen Protests verloren. „Erfolg heisst einmal mehr aufstehen als hinfallen“: Nach diesem Motto werden Linda und Maja nächstes Jahr umso stärker zurückkommen.

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Team Tilt

Das unglaubliche Abenteuer von Team Tilt geht weiter. Seit sich die Youngster zum Ziel gesetzt hatten, am Red Bull Youth America’s Cup im Sommer 2017 mit den grossen Segelnationen mitzuhalten und mit einem wunderbaren dritten Platz weit über ihr Ziel hinausgeschossen waren, reiten sie auf der Erfolgswelle. Dank seiner Foiling- Erfahrung holte das Team um Sébastien Schneiter diesen Frühling den ersten WM-Titel der GC32-Klasse. Parallel dazu unterstützt Team Tilt drei Olympiaprojekte für Tokio: Sébastien Schneiter/Lucien Cujean im 49er, Maud Jayet im Laser Radial und Nils Theuninck im Finn. Sébastien und Lucien sicherten der Schweiz mit einem 10. Platz an der WM in Aarhus ein Nationenticket und bestätigten ihre beneidenswerte Form anschliessend mit drei Top-10-Plätzen an bedeutenden Regatten. Maud Jayet qualifizierte die Schweiz für den Laser (siehe Porträt in der Rubrik Female Sailor of the Year) und Nils Theuninck brillierte mit dem EM-Titel bei den U23 und mehreren Top-10-Platzierungen auf internationaler und europäischer Ebene.

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Alinghi

Das Team mit den beiden Silberkannen hat nichts von seiner Klasse eingebüsst. Im Dezember 2016 gewann es an den Extreme Sailing Series bereits seinen dritten Titel, 2017 belegte es nur knapp hinter SAP den zweiten Platz und kämpfte bei Redaktionsschluss erneut um den Sieg. Bei den D35 auf dem Genfersee dominiert die Formation von Ernesto Bertarelli seit zwei Jahren fast nach Belieben. Sie feierten 2018 bereits ihren sechsten Gesamtsieg. Mit Arnaud Psarofaghis am Steuer setzte sich Alinghi zudem an der von starker Bise geprägten Bol d’Or Mirabaud 2017 durch.

Sailing Project of the Year 2017-2018

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Swiss Sailing League

Wie keine andere Regattaserie steht die Swiss Sailing League (SSLA) für attraktiven Segelsport auf höchstem Niveau, für Innovation, Teamgeist, Segelspass und nicht zuletzt für Nachhaltigkeit. Aus zwei Pilotveranstaltungen im Jahr 2015 sind mittlerweile über 18 Spielrunden geworden. Heute besteht die SSLA aus drei Ligen: der Swiss Sailing Super League (1. Liga), der Challenge League (2. Liga) und neuerdings der Promotion League (3. Liga). Ebenfalls neu hinzugekommen sind dieses Jahr ein Jugend-Cup, ein Women’s Cup sowie ein Matchrace. Das Format der SSLA stösst bei den Clubs auf grossen Anklang und ist für Sportler wie Zuschauer gleichermassen kurzweilig, spannend und attraktiv. Gesegelt wird jeweils mit sechs identischen Sportbooten, die vom Veranstalter zur Verfügung gestellt werden. Die Wettfahrten sind sowohl bezüglich Bahnlänge als auch bezüglich Dauer kurz, sodass jedes Team zu vielen Regatten mit engen Manövern und spannenden Bojenrundungen kommt.

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Bol d’Or Mirabaud

2533 Seglerinnen und Segler aus der ganzen Schweiz und dem Ausland, 559 gemeldete Boote, 180 freiwillige Helferinnen und Helfer, 121 Surprise-Jachten, 66,5 Seemeilen und 14 Stunden, 14 Minuten und 2 Sekunden Siegerzeit – dies ein paar beeindruckende Zahlen der diesjährigen Austragung des Genferseeklassikers. Die von der SNG organisierte Bol d’Or ist die wichtigste Segelregatta auf dem Genfersee und eine der bedeutendsten Binnenseeregatten der Welt. Sie fand erstmals 1939 statt und feierte heuer ihr 80. Jubiläum. Neben imposanten Mehrrümpfern auf Foils beeindruckt auch immer wieder die grosse Anzahl der Surprise-Jachten, unbestritten die Königsjachten an der Bol d’Or. Dieses Aufeinandertreffen von Breitensport und Spitzensport sowie von Tradition und Innovation ist bezeichnend für die einzigartige Regatta – und einer der Hauptanziehungspunkte für Teilnehmer und Zuschauer auf und am Genfersee.

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Monofoil Gonet

Der Gonet-Monofoil ist die jüngste Schweizer Innovation im Segelsport. Nach den Pionierarbeiten von Michi Aeppli mit den Quant 28 und 23 hat nun Eric Monnin, mithin einer der talentiertesten Regattasegler der Schweiz, ein weiteres, revolutionäres Monofoil Kielboot entwickelt und gebaut. Neben Match-Racing-Europameister Monnin und Bootsbauer Damian Weiss, der im Bootsbauteam von Alinghi viel Erfahrung gesammelt hat, ist mit Erics Bruder Jean-Claude auch eine der Schlüsselfiguren des Design-Teams von Emirates Team New Zealand involviert. Sie alle sind überzeugt, dass die Zukunft der Foiler nicht nur Mehrrümpfern vorbehalten ist, sondern dass auch ein Einrumpfboot mit Highspeed foilen kann. Die ersten Testfahrten waren jedenfalls vielversprechend. Die wirkliche Herausforderung für den Gonet- Monofoil, der sein grösstes Potenzial wohl bei Starkwind hat, wird nun aber sein, auch bei wenig Wind zu foilen.