Ein grosser Jahrgang!

Die Schweizer haben sich mit einer 24-Schiff starken Armada zur traditionellen Winterregatta eingefunden. Mit 12 Einheiten wie immer besonders stark vertreten waren die Surprise.

Seit einigen Jahren ist der Primo Cup auch ein gesellschaftliches Ereignis. Segler und Schaulustige können Bootstaufen beiwohnen und sich an den beliebten Pasta Partys amüsieren. Ausserdem veranstalten im Rahmen des Cups mehrere Klassen ihr Jahresessen, die Vereinigung der Segelverbände aus vierzehn Mittelmeerländern (UMVoile) hält ihre Generalversammlung ab, Bénéteau organisiert die “Soirée Bénéteau” und der YYCC unterzeichnet zusammen mit dem YCM Gegenseitigkeitsabkommen.

Anlässlich des Regatta-Grossereignisses trifft sich in Monaco alles, was Rang und Namen hat. Koryphäen aus der America’s-Cup-Szene geben sich genauso die Ehre wie Olympiasegler und Medienstars.

“Die Qualität des Empfangs ist unübertroffen, genauso wie die Offenheit der Organisatoren. Sie setzen alles daran, den Primo Cup ständig zu verbessern”, lobte der Team Manager des neukaledonischen Teams Vincent Portugal vom Yacht Club de France.

Ein launischer, 5 bis 20 Knoten starker Westwind, hoher Wellengang und strahlender Sonnenschein prägten die diesjährigen Begegnungen auf dem Wasser und an Land. Bedauerlich waren einzig die etwas zu nachlässig ausgelegten Bananenkurse und die vielen Staus, welche die Vorwindstrecken wie Strassen im Stossverkehr aussehen liessen.

Bei den Drachen gewannen die Ukrainer ihren Zweikampf gegen die Engländer. Auf dem dritten Platz platzierte sich das Schweizer Team Ariston mit Kniffa Harro an der Pinne.
Nach einem spektakulären Luvstart entmastete das von Timm Roman gesteuerte Schweizer Starboot im zweiten Lauf. Romans Landsmann Christoph Gautschi fuhr hinter dem souveränen Sieger Fritz the Cat aus Deutschland auf den zweiten Rang.

Der Surprise-Segler Jérôme Clerc vom Centre d’Entraînement à la Régate (CER) rauft sich vermutlich noch immer die Haare. Er bekam im letzten Rennen, als der Gesamtsieg bereits griffbereit war, die “Black Flag” gezeigt. Gewonnen hat schliesslich das italienische Team Dream vor Etienne David auf Implenia, einem weiteren Vertreter des CER. Mit sechs Surprise unter den ersten zehn haben die Schweizer einmal mehr bewiesen, dass ihnen in dieser auf unseren Binnenseen sehr beliebten Klasse (s. Kasten) nicht so schnell jemand etwas vormacht.

In der H22-Klasse dominierten die Italiener von Stilo mit Skipper Paolo Montefusco. Alberto Castelli (SUI) auf Breva musste sich mit dem vierten Rang begnügen.

Besonderen Eindruck schindeten die in grosser Zahl angereisten Laser SB3. Unter ihren verhältnissmässig grossen asymmetrischen Spis stahlen sie den anderen Booten regelrecht die Show. Mike T, das einzige – von Ulrich Guggenbühl gesteuerte – Schweizer Boot der Klasse, beendete den Wettkampf allerdings auf dem bescheidenen 16. Platz.

In früheren Jahren bildeten die Mumm 30 in Monaco eine der Königsklassen. Dieses Jahr waren allerdings nur halb so viele Einheiten am Start wie 2007. Den Sieg holte sich Enfant Terrible mit Tommaso Chieffi. Positiv aufgefallen sind Ville de Genève und Toulon. Die Genfer, weil sie vor jedem Start hart trainierten, die Südfranzosen, weil sie beim starken Wellengang am letzten Tag vier Teammitglieder unter Deck schickten.

Bei den Platu 25 servierten die Spanier von Bribon den Griechen von Modus Vivendi nach einer Disqualifikation am Start den Sieg auf einem silbernen Teller. Bedauern bei Markus Sigrist vom SailArt-Team auf Porthos: Hätte er die beiden letzten Läufe noch gesegelt, wäre ein Platz in den Top 5 möglich gewesen.

Die schweizerische Melges 24 Poizon Rouge mit Skipper Jean-Marc Monnard segelte in den ersten vier Wettfahrten aggressiv an die Spitze, stol-perte dann aber am letzten Tag über ihr eigenes Unvermögen. Taktisch souverän beendete die Poizon Rouge mit Eric Monnin den Wettkampf punktgleich mit dem Sieger Flor Direct (s. Kasten)

Last, but not least: Die neuen Melges 32 werden in Zukunft in Monaco bestimmt noch viel von sich reden machen. Die schnellen, extrem sportlichen Einheitsboote mit ihren riesigen asymmetrischen Spi stellen die Teams bei den Bojenmanövern vor eine grosse Herausforderung. Ebenfalls neu waren in diesem Jahr die eleganten Luxusyachten der Primo-Cup-Kategorie Amirale. Die Swan 42 passen perfekt zum Glamour-Ambiente des Yacht Club de Monaco.

Die vollständigen Resultate finden Sie unter www.ycm.org.