Schweizermeisterschaft der Surprise 2008

Am Donnerstag, dem 21. August wurden in der Bucht von Morges die ersten Läufe der internationalen Schweizermeisterschaft der Surprise-Klasse ausgetragen. 50 Boote hatten sich zu dem Anlass eingefunden. Die kampferprobten Teams, unter denen sich mehrere frühere Surprise-Schweizermeister befanden, stellten sich auf hitzige Duelle ein. Eric Monnin, mehrfacher Schweizermeister und bester Schweizer Match Racer, wurde seiner Favoritenrolle gleich von Beginn an gerecht. Er setzt die Messlatte bereits im ersten Lauf, den er mit komfortablem Vorsprung gewann, sehr hoch. Die anderen Titelanwärter – Alain Marchand, Michel Glaus und Michel Vaucher, die Flotte des Centre d’Entraînement à la Régate sowie die Boys and Girls von Mirabaud – lauerten im Hinterhalt, fest entschlossen, sich nicht überfahren zu las-sen. Dementsprechend hoch waren ihre Erwartungen an den zweiten Lauf. Dieser musste aber wegen zu wenig Wind bereits auf dem ersten Spikurs abgebrochen werden. Also wurden die nächsten Läufe auf den Freitag vertagt. Der war zwar feucht und wolkenverhangen, dafür blies aber ein bis auf 15 Knoten auffrischender Wind. Monnin und sein Team fuhren auch im zweiten Lauf auf und davon und bauten ihren Vorsprung auf die restliche Flotte weiter aus. Dahinter machten sich Alain Marchand (St Jacques), Lucien Cujean (CER Implenia) und Jérôme Clerc (CER Realtime-Forex) die Plätze zwei bis fünf streitig. Obwohl nach den vier am Freitag gesegelten Läufen sämtliche Teams bereits mindestens neun Punkte Rückstand auf den führenden Monnin aufwiesen, waren die Würfel noch längst nicht gefallen. Zwölf ausge schriebene Läufe sind eine Menge und bei einer 50 Boote starken Flotte ist ein Patzer schnell passiert. Am Abend zog ein Sturm auf, der bei strömendem Regen Böen von 20 bis 30 Knoten Stärke brachte. Er kühlte die erhitzten Gemüter wieder etwas ab und liess auf einen dritten Regatta tag mit sportlichen Wettfahrten hoffen. Im ersten Lauf am Samstag kassierte Eric Monnin dann einen BFD, der ihm 51 Punkte einbrachte. Jetzt durfte er sich keinen Fehler mehr leisten! Bei einigen Teams kam wieder Hoffnung auf, andere wiederum waren zu tief ins hintere Feld abgerutscht, um sich noch reelle Chancen ausrechnen zu können. Im Allgemeinen verlief der Samstag ziemlich chaotisch. Bei launischem Wind war das Auslegen der Bojen für den ersten Lauf beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Die Helfer schafften es nur mit Müh und Not den Kurs auszustecken. Im Verlauf des Nachmittags legte der Wind dann endlich etwas zu, so dass zwei weitere Läufe unter Dach und Fach gebracht werden konnten. Monnin fuhr zweimal auf den zweiten Platz und schöpfte wieder Vertrauen. Die beiden Boote des CER mit Lucien Cujean und Jérôme Clerc profitierten von Alain Marchands eher mässigen Leistungen und hissten sich auf den 2. bzw. 3. Rang. Normalerweise ist in dieser Phase der Meisterschaft bereits alles ent schieden, Führungswechsel sind nach so vielen bereits gesegelten Läufen nur schwer zu bewerkstelligen. Es sah alles nach einem sicheren Sieg des Favoriten Monnin aus. Dahinter schien Lucien Cujean den zweiten Platz dank konstanter Leistung bereits fest in der Tasche zu haben. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wegen der zwei Starts unter „Black Flag“ war die Rangliste bereits am Samstag noch einmal kräftig aufgemischt worden. Neben Eric Monnin kassierte auch Michel Vaucher einen BFD und wurde auf den 16. Platz zurückgeworfen. Andere Teams hatten ebenfalls Pech. Doch die wirkliche Überraschung brachte erst der Sonntag. Der bei strahlendem Sonnenschein und einem schwachen Lüftchen ausgetragene 9. Lauf kam die verstärkte Familie Monnin teuer zu stehen. Nur acht Boote kreuzten die Linie in der vorgegebenen Zeit. Monnins Va…Rhum? gehörte nicht dazu! Die vielen DNF schafften etwas Gerechtigkeit (Vaucher rückte dank eines 3. Platzes doch noch in die Top Ten vor), vor allem aber besiegelten sie den Sieg des talentierten Laserseglers Lucien Cujean vom CNV. Daran konnte auch Eric Monnins Sieg im 10. und letzten Lauf nichts mehr ändern. Auf dem dritten Platz folgte Alain Marchand, der Jérôme Clerc um 3 Punkte auf den 4. Platz verwies. Für das fast durchgehend dominierende Monnin-Team war der Meisterschaftsausgang doch etwas bitter. Trotzdem: CER Implenia mit Lucien Cujean, Julien Monnier, Elodie Mettraux, Mathieu Fischer, Antoine Thorens und Justine Mettraux haben den Titel redlich verdient!

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