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Segler trotzen der Kälte

von Quentin Mayerat

Am Morgen bläst eine schwache Bise, die Wetterlage ist instabil. Alles deutet darauf hin, dass der Wind zusammenfällt und Regen einsetzt. Aber als um 11 Uhr der Startschuss zur 24. Ausgabe der Bol d’Or Genolier – Henri Lloyd fällt, weht eine gleichmässige Bise mit drei Beaufort. Insgesamt queren 83 Schiffe, 19 Katamarane und 64 Einrumpfboote die Startlinie. Die in der Seemitte startenden Jachten sind klar im Vorteil. Von Grandson bis zur Untiefe La Motte wird ein Kreuzkurs mit einer spannenden Am-Wind-Taktik gesegelt. Wer es versteht, sich am Nordufer zu halten und die Winddreher vor den Landzungen auszunutzen, der hat an der Marke am unteren Ende des Sees die Nase vorn.

Die Onyx gut vertreten
Einer der Segler im Feld, der den Wind am besten interpretiert und die Kreuztaktik beherrscht, ist der Erbauer der Onyx Thomas Cantz auf Azzurra. Diese Jachtklasse wird erst seit 2006 gesegelt, hat aber viel Potenzial. Mit acht Einheiten ist sie bestens vertreten. Die Crews aus der Region Zürich und der Zentralschweiz sind im Rahmen des aus zehn Anlässen bestehenden Ruf Swiss-Cups angereist und bestreiten den vierten Wettkampf der Saison. Gleich zu Beginn mischen sich die achteinhalb Meter langen und einfach zu bedienenden Schiffe unter die in dieser Region bestens etablierten Jachten Toucan, Grand Surprise, Joker und Dolphin 81. Unantastbar bleiben jedoch die Racer, darunter die Luthi 39 Guapa-TBS, die Libera Vermeer sowie die beiden Farr 30 von Bienne Voile.

Hochspannung
auffrischenden Bise, die Spitzen bis zu fünf Beaufort erreicht. Die Schiffe nutzen die Gelegenheit für tolle Surfs auf Vorwind- und Raumkurs. Gewinner sind auf diesem Schlag die Crews, die die Spinnaker und Gennaker möglichstDie zweite Hälfte des Rennens, von La Motte zurück nach Grandson, ist geprägt von einer lange stehen lassen, bei dem zunehmend vom Jura herabfallenden Wind das grosse Vorsegel jedoch früh genug bergen, um keinen Boden zu verlieren. Bei den Einrumpfbooten läuft der australische 18-Footer von Cyrill und Patrick Peyrot-Wasmer nach knapp drei Stunden und vierzig Minuten als erster im Ziel ein. Und das, obwohl die Mannschaft 500 Meter vor dem Hafen von Grandson mit einer Kenterung für Spannung gesorgt hat. Aufregend wird es auch zwanzig Minuten später, als Bienne Voile 1 mit nur wenig Vorsprung vor Bienne Voile 2 die Ziellinie überquert. Die beiden Crews nutzen die Bol d’Or traditionsgemäss als Trainingsevent für die Tour de France à la Voile, treffen ihre taktischen Entscheidungen aber unabhängig voneinander.
Sieger der 24. Bol d’Or ist ganz klar Team Parmigiani. Der Katamaran absolviert den Parcours in 2 Stunden, 16 Minuten und 55 Sekunden und distanziert sich damit deutlich von der M2-Konkurrenz. Patrimonium kreuzt erst 2 Minuten und 40 Sekunden später die Ziellinie, dicht gefolgt vom Rest der Ventilo M2, die ihren zweiten Saisonanlass der Safram M2 Speed Tour 2010 bestreiten. Für das Team Parmigiani ist der Auftakt in die Saison 2010 somit geglückt: Die Neuenburger liegen nach dem Bol d’Or-Sieg und dem zweiten Platz beim Grand Prix OAK-KSR vom 13.-14. Mai an der Spitze des Zwischenklassements.

Rangliste www.cvgrandson.ch

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