Text | Emmanuel Van Deth
Fotos | Emmanuel van Deth & Nicolas Claris
Die Eigner von Lagoon-Katamaranen waren vom 3. bis 6. Juni nach Porquerolles geladen. Dabei entdeckten die Teilnehmer bei lockerer Stimmung und geselligem Beisammensein die traumhafte Insel.

Performance oder Gemütlichkeit?

Am Tag darauf fand ein kurzes Briefing gefolgt vom traditionellen Fotoshooting statt. Danach wurden gut gelaunt die Leinen gelöst. Die Strecke war einfach. Es galt die Insel zu umrunden, was ungefähr 15 bis 25 Seemeilen entspricht. Ich welcher Richtung spielte dabei keine Rolle. Der Wind wehte aus Westsüdwest mit 6-8 Knoten Stärke. Die gesamte Flotte entschied sich für den Gegenuhrzeigersinn – mit einer einzigen Ausnahme. Der Ausreisser krebste aber schon nach kurzer Zeit zurück und schloss sich der Mehrheit an. Beim Amwindstart setzten einige den Gennaker, um schnell wegzukommen, andere gingen mithilfe der Genua auf Position. Während eine 380er die Frechheit besass, sich an die Fersen der 440er und der 42er zu heften (die 42er wurde vom transaterprobten Jean-Pierre Fréry und vom erfah renen Regatteur und Verkaufsleiter der Werft Christophe de Kerdel gesegelt) hüllte sich die Insel plötzlich in dichten Nebel. Die Inseln Petit und Grand Langoustier verschwanden von der Bildfläche. Eine Sichtweite von weniger als 50 Metern ist in der Region höchst selten. Porquerolles ist einer der sonnigsten Orte Frankreichs. Die Situation war so ungewohnt, dass sich Fischer ohne Navigationsgerät und Smartphones nicht mehr zurechtfanden. Die Teams versuchten, ihnen aus der Patsche zu helfen und ihnen die Richtung in ihren Hafen zu weisen. Fast zwei Stunden wähnten sie sich in Irland, am Fusse furchteinflössender Klippen. Dann drehte der Wind langsam nach Süden und die Sonne kam so schnell hervor, wie sie verschwunden war. Die Lagoon, die sich nahe am Ufer befanden, waren deutlich langsamer als jene, die sich für das offene Meer entschieden hatten. Bei dieser Jagd nach frischer Brise baute die 42er ihren Vorsprung mehr und mehr aus. Während sie bei weniger als sechs Knoten Wind mit ihrer Selbstwendefock etwas Mühe bekundet, erweist sie sich bei mittelstarken Winden als äusserst spritzig und unter Gennaker sogar als schnell. Das schroffe Cap de Mèdes rundete sie deutlich vor ihren Verfolgerinnen. Nach sechs weiteren Seemeilen Kreuzen am Wind war bereits der Hafen in Sicht. Einige Segler gaben nicht auf, andere starteten den Motor und die letzten ankerten in einer Felsbucht, wo sich die Heissblütigsten ins 16 °C kalte Wasser stürzten. Auch am zweiten Abend wurden die Lagoon-Eigner wieder nach Strich und Faden verwöhnt. Nach einem gediegenen, musikuntermalten Abendessen wurden die Preise verliehen. Die meisten Teams feierten bis in die frühen Morgenstunden weiter. Am Sonntagmorgen verteilte das Team der Chemins d’Océans Croissants an die übernächtigten Segler, bevor sich diese auf den Heimweg machten. Ein Wiedersehen gibt’s nächstes Jahr, am gleichen Tag, zur gleichen Stunde und im gleichen Hafen!
Die Lagoon 42 mit Bestsellerqualitäten
Die Lagoon 42 macht viel her. Sie wirkt trotz ihrer Ausmasse weniger imposant als die 39, ist dank der nahe am Querspant verlaufenden Scheuerleiste sportlicher und besticht mit ihren „Diamant“-Steven. Seit ihrer Lancierung im Januar 2016 an der boot Düsseldorf wurde sie fast 150 Mal verkauft! Dieser Rekord lässt bisher unerreichte Absatzzahlen erahnen, ob die Lagoon aber die 800 Exemplare der 380er übertrifft, muss sich erst noch zeigen. Christophe de Kerdrel über den neuen 