Fotos | Yves Ryncki
Nicolas Anklin und Nicolas Kauffmann haben eine erinnerungswürdige Regatta hinter sich. Obwohl ihre Verfolger nicht müde wurden, sie von hinten anzugreifen, fuhren die beiden diesjährigen Gewinner der 5 Jours du Léman einen Start-Ziel-Sieg nach Hause.

Es hat schliesslich seinen Grund, dass jedes Jahr die besten Segler aus der Romandie mitmachen. „Die 5 Jours sind fast wie eine Droge“, meint Hubert Telfser, der Präsident der Wettfahrtleitung. „Wer einmal dabei war, kann danach kaum mehr widerstehen.“
Die 5 Jours du Léman steht allen offen, wer sich aber Siegeschancen ausrechnen will, braucht viel Erfahrung und ein gutes seglerisches Niveau. Neulinge sollten sich keine allzu grossen Chancen ausrechnen. Erfahrungsgemäss machen nämlich die Stammgäste die vorderen Plätze unter sich aus. Das war auch dieses Jahr mit Nicolas Anklin und Nicolas Kauffmann nicht anders.
Fürs Geschichtsbuch

Wetterbedingte Anekdoten gab es dieses Jahr nur wenige. Schwachwind und heisses Sommerwetter prägten das Geschehen auf dem Wasser beinahe durchgehend. Im Unterschied zu früheren Jahren, in denen es fast täglich gewitterte und die Nächte nasskalt waren, zeigte sich das Wetter dieses Jahr – mit Ausnahme eines Regen- und Hagelgewitters am Mittwochabend – von seiner gutmütigen Seite. Die brütende Hitze war aber auch nicht ohne, denn tagsüber war es in den Kabinen drückend heiss und an Schlaf kaum zu denken. Geschlafen wurde daher abwechselnd nachts, was aber natürlich die Dauer erheblich verkürzte. Um sich etwas Abkühlung zu verschaffen, sprangen die Segler immer wieder ins Wasser und nutzen dabei die Gelegenheit, den Rumpf des Bootes zu überprüfen.
Von hier und von anderswo

Sandro und Christa Kuster hatten den Weg aus der Deutschschweiz auf sich genommen. „Wir nehmen schon zum dritten Mal teil, aber der Genfersee ist für uns noch immer ein Buch mit sieben Siegeln“, meinte Christa. „Langsam begreifen wir bestimmte Situationen, aber wenn es kaum Wind gibt, kann ein Gegner nur 50 Meter von dir entfernt sein und davonziehen, ohne dass du etwas dagegen tun kannst.“
25-Jahr-Jubiläum 2017
Die Begeisterung bei externen Seglern sieht das Organisationskomitee natürlich gerne. Sie liebäugelt sogar damit, einen oder zwei Stars anzulocken. „Natürlich wäre es super, wenn wir für die nächstjährige Jubiläumsausgabe ein bekanntes französisches Team aufbieten könnten“, gesteht Pierre Fayet, der dieses Jahr die Präsidentschaft der 5 Jours du Léman übernommen hat.
2017 feiert der Cercle de la Voile de Vidy das 25-jährige Bestehen der Regatta, deren Teilnehmerfeld sich im Lauf der Jahre ständig vergrössert hat. In den besten Jahren waren bis zu 40 Teams mit dabei. Diese Anzahl wurde dann auch als Höchstgrenze festgelegt, damit die Organisation überschaubar bleibt. Und da Jubiläen immer ein guter Vorwand sind, ist nicht auszuschliessen, dass nächsten Juli der ein oder andere Veteran beschliesst, nochmals anzutreten. Einfach so, aus Spass an der Sache.