Fotos | Nicolas Claris
Die Werft CNB lädt die Eigner ihrer Boote jedes Jahr im Juni zu einer Segelrallye ein. Dieses Jahr hatten sich 18 Einheiten von 60 bis 95 Fuss, darunter auch eine Schweizer Jacht, eingefunden. Sie segelten von Korsika nach Sardinien und wieder zurück und hatten das Privileg, den jüngsten Spross der CNB-Familie, die CNB 66, live zu entdecken.

Die Gegend ist einzigartig. 18 bis 15 Millionen Jahre vor unserer Zeit verschoben sich die Platten und bildeten die elf Kilometer breite Meerenge zwischen Korsika und Sardinien. Die beiden Schwesterninseln haben deshalb viele Ähnlichkeiten, angefangen bei ihrer Artenvielfalt und den einmaligen Landschaften. Seglern bieten sie eine herrliche Spielwiese. Nur an wenigen Orten auf dieser Welt kann man zwischen so malerischen Inseln Slalom fahren. Daraus bestand weitgehend auch das Wochenendprogramm. Gestartet wurde im Hafen Bonifacio in Richtung der sardischen Inseln, danach stand ein Picknick am Ankerplatz mit anschliessendem Abstecher ins Labyrinth der Maddalena-Inseln auf dem Programm. Dort wurde der Abend verbracht, bevor es wieder zurück nach Korsika ging. Klingt nach einem gemütlichen Törn. War es eigentlich auch…
Schonungslos fair
Man nimmt in erster Linie am CNB-Eignertreffen teil, um Spass zu haben. Und trotzdem: Am Vorabend sondiert man vorsichtig die Gemütslage der anderen Teilnehmer und gibt sich zurückhaltend. „Es zählt ja eh nicht“, versucht man sich einzureden. Auf dem Wasser kippt die Stimmung dann aber plötzlich. Wettkampfgeist macht sich breit. Am deutlichsten wurde der freundschaftlich geprägte Konkurrenzkampf dieses Jahr zwischen den beiden führenden Bordeaux 60 Kismet und Althane. Jean-Jacques, der Eigner der Althane, wollte vor der Rallye nicht so recht mit der Sprache herausrücken, hatte sich aber ganz klar das Ziel gesetzt, den siegesgewohnten Schweizer Arif Faruque mit seiner Kismet vom Thron zu stossen. Er und so manch anderes Team blieben zwar fair, machten aber heftig Druck. Sie klebten regelrecht am Heck des Gegners, damit dieser einen Fehler beging, und lieferten sich dann in der Maddalena- Inselgrupe schonungslose Halseduelle. Der Westwind blies mit konstanten 20 Knoten. Höchste Zeit, die Spis zu hissen! Ein Grossteil der Jachten im vorderen Feld war übertucht und geriet in Schwierigkeiten, doch viele waren nicht zu stoppen. Nicht einmal, als der Spi der Kismet bei voller Fahrt explodierte, zügelten die Teams ihr Temperament. Was dominierte wohl, Regattieren zum Spass oder Spass am Regattieren?
VIP
Eignertreffen sind auch deshalb interessant, weil man dort viele Begegnungen macht. Man trifft andere Eigner, Passionierte, Segelfans und natürlich wichtige Figuren der nautischen Szene. Prominentester Gast war Philippe Briand, der Konstrukteur der CNB. Er gewann an Bord der Neyna die erste Etappe und bewies damit, dass er nicht nur am Zeichenbrett eine Koryphäe ist. Gerhard Senft, der frischgebackene Eigner der CNB 76 Malaika, hatte sich den Deutschen Boris Herrmann als Taktiker an Bord geholt. Letzterer gehört zum Team von Francis Joyon, mit dem dieser die Bestzeit der Jules Verne Trophy knacken will, und hat in seiner Segelkarriere schon manch einen Rekord aufgestellt, so zum Beispiel den auf der Arktisroute über die Nordostpassage. Für Gerhard, der auf seinem Boot wohnen möchte und eine Weltumsegelung um alle Kaps plant, war er als Coach Gold wert. Fazit der Rallye: Alle sind auf ihre Kosten gekommen, gemütliche Fahrtensegler ebenso wie sportlich Ambitionierte. Genau diese Mischung gefällt den Eignern der CNB-Jachten und veranlasst sie, jedes Jahr zahlreicher zu erscheinen.
Familienzuwachs bei CNB
