Fotos: ©Gilles Martin-Raget, ©Thomas Campion
Die Voiles de Saint-Tropez 2016 waren dieses Jahr etwas ganz Besonderes. Schönes Wetter, hart umkämpfte Regatten und interessante Debütanten wie die amerikanische Traditionsjacht Spartan oder die neusten ClubSwan 50, die in der IRC-Kategorie durch ihre elegante Erscheinung und ihr hohes Tempo auffielen, lockten die Massen an.

An diesen Regatten, „an denen es nichts zu gewinnen gibt ausser Freude am Segeln und den Spass, sich mit anderen zu messen“, wie es Regattaleiter Georges Kohrel formuliert, gewinnt der sportliche Aspekt jedes Jahr an Bedeutung, denn ein Sieg in Saint-Tropez ist in Seglerkreisen hoch angesehen. In allen Kategorien ging es deshalb am letzten Regattatag hoch her. Es wurde um jeden Zentimeter gekämpft.
Bei den grossen Traditionsjachten („Grand Tradition“), die dieses Jahr die Rolex Trophy unter sich ausmachten, gewann Moonbeam IV mit Michaël Créac’h mit hauchdünnem Vorsprung vor Moonbeam III, ihrer Vorgängerjacht in der für den Briten Charles Plumtree gebauten Serie. In einer Flotte aus neun Jachten machte der von William Fife gezeichnete 32-Meter- Gaffelkutter mit einem Sieg und drei zweiten Plätzen alles klar.
Sieg auf Anhieb

Mit 120 Einheiten bildeten die klassischen Jachten die grössten Flotte. Sie waren in zwölf Kategorien unterteilt. Bei den 2016 neu eingeführten Marconi Racern zog der ehemalige französische America’s-Cup-Challenger France 1 alle Blicke auf sich. In der Gruppe A der Traditionsjachten mit Marconi-Takelung („Epoque Marconi A“), die von Rowdy (Herreshoff 1916) dominiert wurde, belegte die Serenade des Genfer Kunsthändlers Alain Moatti den fünften Platz. Das elegante Schiff ist 1938 nach Plänen von Nick Potter entstanden und noch immer eine Augenweide. Nicht ganz so gut erging es Moattis Landsmann Cyril Pérot auf Oiseau de feu. Er bildete das Schlusslicht. Bei den „Epoque Marconi B“ klassierte sich Carron II, die 8mJI der SNG, auf dem guten 3. Platz. Vom Pech verfolgt scheint hingegen die Association Patrimoine du Léman. Sie ist mit ihrer Phoebus (1916) Stammgast in Saint-Tropez, musste aber wie schon letztes Jahr aufgrund von Materialschaden aufgeben.

Auch bei den IRC C war ein heftiger Kampf entbrannt, schliesslich stand die Edmond de Rothschild Trophy auf dem Spiel. Die Russen auf der TP 52 Frescia Rossa und das Siegerteam um Jean-Jacques Chaubard auf Team Vision unter Schweizer Flagge schenkten sich bis zum Schluss nichts. Auch die dritte Jacht im Bunde der Swan50 fand grosse Beachtung. Das neue Vollblut-Boot von Nautor trägt die Handschrift des hochtalentierten Juan Kouyoumajian. Dieser hatte den Wettbewerb gewonnen, den die finnisch-italienische Werft zu ihrem 50-Jahr-Jubiläum organisiert hatte. Entstanden ist ein grossartiger Racer, der aber erst noch gezähmt werden muss.
Magic Carpet 3, die hundertjährige Wally von Sir Lindsay Owen-Jones, musste sich dieses Jahr der Wally 107 Open Season geschlagen geben. Nach zwei Up-and-Down- und zwei Küstenkursen vor Pampelonne gewann diese verdient die BMW Trophy. Wie das mittlerweile auf 16 Einheiten angewachsene Teilnehmerfeld der Wallys beweist, findet das Konzept der Luxus-Karbonjachten von Luca Bassani grossen Anklang.
Centenary Trophy des Gstaad Yacht Clubs
