Photos © DR-Team New Zealand
Seit dem Rückzug von Alinghi sind nur noch wenige Schweizer in die Austragung des America’s Cups involviert. Einer davon ist Jean-Claude Monnin aus Immensee im Kanton Schwyz. Er steht als Software Engineer bei Team Emirates New Zealand unter Vertrag. Für Skippers berichtet er über seine Arbeit, den neuen AC50 und die Chancen seines Teams.

Das ist natürlich alles Geschichte. Trotzdem, Monnins Arbeit muss so wertvoll gewesen sein, dass er 2012 mitten in der Kampagne von Team New Zealand angeheuert wurde. „Gegenüber dem letzten Cup hat sich die Arbeit aber stark verändert und die Kompetenzen der Teams haben sich verschoben“, erklärt er. „Bootsarchitektur, Strömungsberechnungen und Optimierung der Formen treten in den Hintergrund. Für diesen Cup sind nur noch bei den Foils Modifizierungen möglich. Dafür gibt es eher klassische Maschinenbauprojekte. Die Flügel der Ruderblätter und die Foils werden hydraulisch gesteuert und dazu braucht es Ansteuerungssysteme.“ Monnins Kernkompetenz, die Entwicklung der Rennsoftware-Werkzeuge zur Geschwindigkeitsvorhersage, bleibt aber weithin gefragt.
Hightech an Bord
Der Cup hat im technischen Bereich eine sehr interessante 
Im Februar wurden die neuen Boote, die AC50, den Teams übergeben. Monnin glaubt nicht, dass Oracle im Vorfeld mehr als die anderen Teams über das neue Boot wusste. Wenn auch die Informationspolitik oft zu wünschen übriggelassen habe, das Reglement stehe seit über einem Jahr und sei so umfassend, dass alles klar geregelt sei. „Sehr viel Neues gibt es nicht auf diesen Booten, bereits bei den AC45 wurden die Foils im Laufe der AC World Series immer weiter modifiziert. Alle Teams waren mit Booten unterwegs, die eigentlich dieselben Fahreigenschaften wie die AC50 aufweisen. Grundsätzlich vollzieht sich der Wechsel vom Trainings- zum Regattaboot problemlos, der AC50 ist lediglich ein bisschen länger und breiter“, so Monnin.
Chancen intakt
Team Emirates New Zealand hat zwar einen etwas schwierigen Start zur neuen Kampagne hingelegt und war später als andere Teams auf dem Wasser, hat laut Monnin aber eine sehr produktive Zeit mit den Testbooten hinter sich. Nach Abschluss der America’s Cup World Series, bei denen von Juli 2015 bis November 2016 an acht Destinationen auf fast allen Kontinenten gesegelt wurde, landeten die Kiwis auf dem dritten Schlussrang. „Einige Teammitglieder waren schon etwas enttäuscht“, verrät Monnin, zeigt sich persönlich aber zuversichtlich: „Wir haben ein sehr junges Team, die Jungs haben gezeigt, dass sie viel drauf haben und bei einigen Regatten hat es auch schon ganz toll geklappt.“ Monnin glaubt, dass die Teams sehr eng beieinander liegen und eine Prognose sehr schwierig wird. „Man muss aber ganz klar sagen: Oracle ist der Massstab für alle Teams“, meint er. Im Gegensatz zu andern Austragungen des Cups wird Oracle auch schon beim Louis Vuitton Cup, an dem der Herausforderer bestimmt wird, mitsegeln.
Revier hat Potenzial
Monnin kennt das Revier auf den Bermudas, wo der Cup 