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Im Panorama-Modus von Venedig nach Athen

von Brice Lechevalier

Explora Journeys

Die einwöchige Kreuzfahrt an die italienische, kroatische und griechische Küste definiert Luxus neu. Entdecken Sie Südeuropa mit einem schwimmenden Fünf-Sterne-Hotel.

Bereits die Einschiffung in Venedig verspricht Dolce Vita. Sie ist ein Vorgeschmack auf das, was uns in der nächsten Woche erwartet. Wir sind drei Tage früher angereist, um die farbenfrohen Laguneninseln zu erkunden: Murano mit seinen Glasbläsereien, die bezaubernde Regenbogeninsel Burano und das mondäne Art-Deco-Zentrum Lido mit seinem endlosen Strand. Venedig wirkt wie aus einer anderen Welt: eine Stadt auf dem Wasser, durchzogen von Kanälen, auf denen Va-
poretti und Gondeln zwischen Palästen, Kirchen und Plätzen gleiten. Eine Märchenkulisse, nur einen Katzensprung von der Schweiz entfernt. Wir kommen garantiert wieder. Zunächst aber geht es zum Hafen Fusina am Stadtrand. Dort liegt, unübersehbar und verlockend, die imposante Explora 1 mit ihren 14 Decks. Anna, unsere Concierge für die kommende Woche, hat sich schon am Vortag gemeldet, jetzt begrüsst sie uns herzlich. Sie zeigt uns die Suite und informiert uns über das Wochenprogramm. Die Reise kann beginnen.

Ravenna, Dubrovnik, Brindisi, Lefkada, Milos: Spiegelbilder des Alltags

Bei jedem Zwischenstopp können die Gäste aus einem breiten Angebot an Ausflügen wählen. Das Programm wird jeweils am Vorabend im Amphitheater detailliert vorgestellt. Man muss sich aber nicht zwingend einer der geführten Touren anschliessen, sondern kann auch auf eigene Faust losziehen. Alle nützlichen Informationen erhält man von den Veranstaltern oder im Internet, damit man bestens vorbereitet zum Sightseeing starten kann. Jeder der angesteuerten Orte hat seinen Reiz. Ravenna empfängt uns mit einem modernen Jachthafen und langen Stränden. Die Altstadt ist voller baulicher und künstlerischer Schätze, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreichen. Mit ihren acht UNESCO-Welterbestätten und Dantes Grabmal mutet sie an wie ein Freilichtmuseum. Als Schmelztiegel venezianischer, römischer und byzantinischer Einflüsse entfaltet die geschichtsträchtige Stadt beim Flanieren ihre stille Schönheit.

Ganz anders Dubrovnik am nächsten Tag. Die kroatische Küstenstadt ist ein quirliger, spektakulär auf Klippen erbauter Tourismus-Hotspot. Mit ihrer Mischung aus Kultur und Natur zieht sie Abertausende Besucherinnen und Besucher in ihren Bann und nimmt sie mit auf eine Zeitreise. Bei einem Spaziergang auf der Stadtmauer taucht man in ihre jahrhundertealte Geschichte ein, beim Baden in den kleinen Felsbuchten erlebt man die «Perle der Adria» hautnah. Für uns unvergessen bleibt der Sonnenuntergang über der befestigten Stadt, den wir in der Sky Bar der Explora 1 bestaunten. Die Route führt weiter an die italienische Adriaküste. Am dritten Tag stehen Brindisi und, für alle, die ihren Erkundungsradius erweitern möchten, Lecce und andere Orte in der näheren Umgebung, auf dem Programm. Die Altstadt von Brindisi ist mit weissen und schwarzen Steinen gepflastert, Palmen säumen die Kais des einstigen römischen Hafens. Im Stadtteil Casale ragt prominent das von Mussolini in Auftrag gegebene Denkmal Monumento al Marinaio im Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen italienischen Seeleute in den Himmel.

Die Vorfreude auf die nächsten Tage in Griechenland ist gross. Schon beim Frühstück geniessen wir den Blick auf die kleinen Inseln und die Bucht von Nydri auf Lefkada, in der unzählige Segelboote vor Anker liegen. In der geschäftigen Kleinstadt lässt es sich gut shoppen. Man kann sich aber genauso gut in ein Strandlokal mit Blick auf die grünen Nachbarinseln setzen oder mit dem Taxi entlegenere Winkel erkunden. Den Kopf voller neuer Eindrücke geht man wieder an Bord und geniesst dort entspannt den Fünf-Sterne-Komfort.Nach einem Tag auf dem Meer macht das Schiff auf seiner letzten Etappe vor Athen auf Milos Halt. Für uns das absolute Highlight dieser Reise. Die Wiege der Venus von Milo ist unglaublich vielfältig. 78 Strände, malerische, Dörfer, weisse Klippen, schwarzer Vulkansand, ein römisches Theater aus Marmor und Katakomben aus dem 1. Jahrhundert machen die Insel zu einem Konzentrat der Kykladen, das man mit einem Mietwagen gut in einem Tag erkunden kann.

Schwimmendes Freizeitparadies

Segelnde kennen das beglückende Gefühl, über glitzernde Meere zu gleiten und die vorbeiziehenden Landschaften auf sich wirken zu lassen. Auf der Explora 1 wird dieses Gefühl potenziert – durch Weitblick, Tempo und Komfort. Man profitiert von allen nur erdenklichen Annehmlichkeiten, die das einmalige Erlebnis zusätzlich versüssen. Auf den mehrstöckigen Aussendecks mit einer Gesamtfläche von 6200 Quadratmetern laden Whirlpools, Swimmingpools, Liegestühle und ein herausragender Service zum Entspannen ein. In der Helios Pool & Bar gilt «adults only», aber auch Familien haben ihre eigenen Bereiche. An Bord ist alles inklusive, egal zu welcher Uhrzeit. Die Wellness- und Fitnessbereiche, einschliesslich der Joggingstrecke auf dem Oberdeck, stehen denen eines Luxushotels in nichts nach. Gleiches gilt für die Boutiquen und die stilvollen Lounges mit Panoramablick. Alles ist darauf ausgelegt, den Aufenthalt an Bord ebenso unvergesslich zu machen wie die Landausflüge. Das Bordleben beginnt mit dem Sonnenaufgang und endet spät in der Nacht im Nightclub. Abends treten Broadway-Künstler auf, der DJ der Sky Bar sorgt für musikalische Sternstunden, vor allem, wenn er mit seinem Sound den Sonnenuntergang untermalt. Dann schmeckt sogar der Martini Tiramisu noch ein bisschen besser.

Deus ex Cucina

Explora Journeys ist die Luxusmarke des italienischen, in Genf ansässigen Familienunternehmens MSC Cruises. Da Essen in Italien heilig ist, liegt die gastronomische Messlatte der Kreuzfahrtgesellschaft sehr hoch. Die Küche ist exzellent, die Qualität der Speisen und des Services tadellos, die Vielfalt der Gerichte faszinierend. Elf Dining-Konzepte, darunter sechs Restaurants, stehen zur Wahl. Nur das Anthology, in dem Sterneköche abwechselnd ihre hohe Kunst zeigen, kostet extra. In drei weiteren Restaurants werden auf kleinem Raum französische, japanische und Grill-Spezialitäten serviert. In allen drei muss
reserviert werden. Vervollständigt wird das kulinarische Angebot durch den Med Yacht Club und das Emporium Marketplace mit Buffetkonzept, unser Favorit. Sie sind beide frei zugänglich. Dort zu speisen ist nicht nur ein Genuss für den Gaumen, sondern dank der grossen Fensterfronten auch fürs Auge. Eine beeindruckende Brigade betreut die nach Kategorie angeordneten Stationen. Diese reichen von frischem Obst, Käse und Grillgemüse über Sushi, Meeresfrüchte (inklusive Hummer!) und Grillgerichte bis hin zu Patisserie und Salaten. Eine solche Auswahl an frischen Produkten und köstlichen Speisen macht jede Mahlzeit zum kulinarischen Erlebnis. Die exklusivsten Suiten verfügen über eine eigene Küche und einen persönlichen Koch. Und wer selbst den Kochlöffel schwingen möchte, kann an Bord Kochkurse besuchen.

Eine Suite oder nichts

Explora Journeys bietet ausschliesslich Suiten an, keine Kabinen. Die kleinste misst 35 Quadratmeter, verfügt über eine grosse Glasfront und eine private Terrasse, auf der rund um die Uhr eine Auswahl kulinarischer Köstlichkeiten serviert werden. Die grösste Suite umfasst 280 Quadratmeter. Alle sind mit Designerbetten und-möbeln ausgestattet, bieten viel Stauraum und Platz zum Entspannen. Die italienisch-schweizerische Reederei versteht ihre Schiffe als zweites Zuhause auf dem Meer mit ultimativem Luxus, Fünf-Sterne-Service und massgeschneiderten Erlebnissen vor ständig wechselnder Kulisse. Kein Wunder also, haben wir mehrere Paare getroffen, die bereits einen Monat an Bord waren und im Winter wiederkommen wollen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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