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Das Rennen, das Legenden macht

von Perrine Vangilve

100 Jahre Rolex Fastnet Race

Zu seinem Hundertsten bot das Rolex Fastnet Race ein Spektakel der Extraklasse. Nach dem Startin Cowes am 26. Juli nahmen 444 Boote Kurs auf die 695 Seemeilen lange Strecke über den Ärmelkanal und das Keltische Meer bis zum legendären Fastnet-Felsen und zurück nach Cherbourg-en-Cotentin. Bei wechselhaftem Wetter schrieb jede Klasse ihr eigenes Kapitel voller Heldentaten, Dramatik und Emotionen.

Die Grossen ganz vorne

Bei den Mehrrümpfern überquerte der Ultim SVR-Lazartigue nach 1 Tag, 4 Stunden, 2 Minuten und 53 Sekunden als Erster die Ziellinie und sicherte sich damit zum zweiten Mal in Folge die begehrten Line Honours. Unterstützt von Koryphäen wie Franck Cammas und Peter Burling zeigte der junge Skipper Tom Laperche eine souveräne Leistung. Dank eines perfekten Starts und viel taktischem Gespür übernahm er bereits in den ersten Seemeilen entlang der englischen Küste die Führung. «Zwei Teilnahmen und schon zwei Siege», freute sich der Bretone. «Dieses Rennen markiert für mich einen unvergesslichen Meilenstein im Segelsport.» Hinter dem überlegenen Sieger lieferten sich Banque Populaire XI und Actual Ultim 4 ein packendes Duell um die Ehrenplätze. Bei den Einrumpfbooten stand nach 2 Tagen, 12 Stunden, 31 Minuten und 28 Sekunden die Maxi-Jacht Black Jack 100 von Remon Vos mit Skipper Tristan Le Brun als Sieger fest. Die Zweitplatzierte SHK Scallywag kam nur eine knappe Stunde später ins Ziel, fünf Minuten später folgte die Leopard 3.

Historischer Sieg bei den IMOCA-Jachten

In der IMOCA-Klasse sorgte Élodie Bonafous auf Queguiner – Association Petits Princes für eine kleine Sensation. Sie ging als erste Siegerin in dieser Kategorie in die Annalen ein. Mit ihren erst 29 Jahren verwies sie Cracks wie Jérémie Beyou (Charal) und Yoann Richomme (Paprec Arkea) nach einem harten Kampf ab dem Fastnet Rock mit sieben Minuten Vorsprung auf die Plätze. Die Schweizerin Justine Mettraux war auf TeamWork – Team Snef solide unterwegs. Sie erzielte mit einem fünften Rang ihr bisher bestes Ergebnis seit Beginn ihres Open-60’-Programms. Den Solent absolvierte sie noch an der Spitze, dann wurde sie durch eine strategische Fehlentscheidung in ihrem Elan gestoppt. Vor den Scilly-Inseln geriet sie in ein Flautenloch, während die Konkurrenz davonsegelte. «Wir haben den Anschluss verpasst, die Führenden hatten Wind, wir nicht. Die Crew ist trotzdem konzentriertgeblieben und ich konnte das Boot stärker pushen, als wenn ich einhand segle», meinte Justine nach dem Rennen.

Zweihand-Crew dominiert Gesamtwertung

In der IRC-Overall-Wertung, die den kategorienüber-greifenden Gesamtsieger nach berechneter Zeit krönt, triumphierte die JPK 1050 Léon von Alexis Loison und Jean-Pierre Kelbert. Dass sie die IRC-Two-Wertung gewinnen würden, stand aufgrund ihres Vorsprungs ziemlich schnell fest. In der Nacht wurde dann klar, dass ihnen auch sonst niemand das Wasser reichen konnte. Mit präzisen Entscheidungen und einer bestens kontrollierten Fahrt liess das eingespielte Team in der Rekordflotte aus schmalen Kieljachten und gigantischen Trimaranen nichts anbrennen.

Würdiges Jubiläum

Glanzvolle Siege, Überraschungserfolge und packende Duelle machten der Jubiläumsausgabe der legendären Regatta alle Ehre. Hundert Jahre nach der Premiere ist das Rolex Fastnet Race noch immer eines der prestigeträchtigsten und anspruchsvollsten Hochseerennen. Das letzte Kapitel ist wohl noch lang nicht geschrieben.

Admiral’s Cup 2025: Monaco mit Einstandssieg

Der Yacht Club de Monaco gewann gleich bei seinem Debüt am Admiral’s Cup die begehrte Trophäe, musste aber bis zum Schluss hart um den Sieg kämpfen. Pierre Casiraghi am Steuer der Jolt 6 und Peter Harrison auf der Jolt 3 hielten sich mit taktischem Feingefühl, Teamgeist und konstant starken Leistungen lange die Waage. Die Entscheidung fiel im Finale des dreiteiligen Cupformats, dem Fastnet Race. Neben diesem unbestrittenen Höhepunkt gehören Auch das Channel Race aus Küstenregatten im Solent und ein 695 Seemeilen langer Kurs zum Admiral’s Cup. In der AC Class 2 sicherte sich Jolt 6 mit präzisen Manövern und einem Vorsprung von wenigen Sekunden den Sieg in der Zeitwertung. Casiraghi war die Freude anzusehen: «Den Admiral’s Cup bei der ersten Teilnahme von Monaco zu gewinnen, ist ein unbeschreibliches Gefühl», sagte er. Sein Team habe vollen Einsatz gezeigt und der Navigator Will Harris hervorragende Arbeit geleistet. In der AC Class 1 schaffte es auch Jolt 3 mit einer fehlerfreien Leistung und richtigen strategischen Entscheidungen aufs Podest. «Das ist wohl das grösste Ergebnis meiner Karriere», betonte Harrison. «Ich bin stolz auf meine Leute, die sich vertrauen und zusammen ein erfahrenes Team bilden.» Für das Fastnet Race hatte Harrison die Crew mit einigen Grössen aus dem Segelsport verstärkt. Ein kluger Schachzug! Mit zwei Podestplätzen in den Klassen, nur 16 Punkten Rückstand in der Gesamtwertung und einer Topleistung im hochkarätigen Feld feiert das Fürstentum nach mehr als 20-jähriger Abwesenheit ein fulminantes Comeback. «Wir sind ein kleines Land, aber dieser Titel beweist, dass wir Grosses leisten können», resümierte Casiraghi, der für viele junge monegassische Segler ein Vorbild ist.

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