Text: Quentin Mayerat

20 Jahre nach ihrem letzten Versuch in der Bucht von Auckland wird Luna Rossa erneut alles daran setzen, Emirates Team New Zealand den prestigeträchtigen Pokal zu entreissen. Obwohl Luna Rossa als klare Siegerin aus dem Duell mit INEOS Team UK hervorging, steht ihr der schwierigste Teil noch bevor.

7 zu 1: Das Resultat war eindeutig. Obwohl sie in den Round Robin eine höchst beeindruckende Leistung ablieferten, konnten Ben Ainslie und seine Männer in der letzten Konfrontation Luna Rossa nicht das Wasser reichen. Die mittleren bis leichten Bedingungen, die am Finale herrschten, schienen den italienischen Herausforderern zugute zu kommen, die in der Vorbereitung bereits auf diese Ausgangslage gesetzt hatten. Die Engländer hingegen konnten nicht zur Aggressivität und zum Tempo zurückfinden, die sie noch im Januar an den Tag gelegt hatten. Der 2014 zum America’s Cup gestossene Ben Ainslie aber hat seit der Ausgabe auf den Bermudas gute Fortschritte gemacht – und das mit einem Team, von dem nicht zu erwarten ist, dass es jetzt aufgibt. Jedenfalls ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und Ben Ainslie hat bereits angekündigt, dass auch in der nächsten Austragung mit ihm zu rechnen sein werde.

Luna Rossa ist jetzt offizielle Herausforderin des 36. America’s Cup, hat aber noch einen langen Weg vor sich. Ab dem 6. März muss sie sich am America’s Cup Match mit ETNZ messen. Die erste Mannschaft, die bis am 15. März sieben Punkte gewonnen hat, wird dann zum Gewinner des 37. America’s Cup gekrönt. Bis dann wird sich zeigen, ob das Team von Luna Rossa in der Qualifikationsphase genug über die Koordination von Bootes und Crew gelernt hat, um das Niveau anzuheben und damit eine echte Gefahr für die Neuseeländer darzustellen. Seien wir ehrlich: Eigentlich wünschen wir uns genau das. Denn da wir auf die Herausforderer aus der Schweiz noch warten müssen, ist in der Zwischenzeit nichts gegen eine gehörige Portion Spannung einzuwenden!