Rolex SailGP
Die drei Events Down Under gerieten für die Crew von Sébastien Schneiter zum Debakel. Nach einer Kollision und Rückschlägen in Serie blieb am Ende nur der enttäuschende letzte Platz. Rückblick auf einen gründlich missglückten Saisonstart.
Der erste Grand Prix der Saison 2026 Mitte Januar in Perth begann für das Schweizer Team denkbar schlecht. Bereits eine Minute nach dem Start nahm Peter Burling am Steuer des neuseeländischen F50 den Schweizern die Vorfahrt. Sébastien Schneiter versuchte noch auszuweichen, konnte den Crash aber nicht verhindern. Beim Zusammenprall wurde am Backbordrumpf des Black Foils ein Meter des Hecks abgerissen und der Bug des Schweizer Boots zerstört. Wie durch ein Wunder blieb es trotz der hohen Geschwindigkeiten bei Materialschäden. Deutlich gravierender war die Kollision zwischen Black Foils und DS Team France. Peter Burling verlor die Kontrolle über seinen F50 und schnitt den Franzosen den Weg ab, die mit voller Wucht in das neuseeländische Boot prallten. Zwei Crewmitglieder wurden bei dem Horror-Crash verletzt: Der neuseeländische Grinder Louis Sinclair brach sich beide Beine, die französische Strategin Manon Audinet erlitt schwere Prellungen. Unabhängig davon, wie sehr diese Unfälle mental nachwirkten, der Saisonstart des Switzerland SailGP Team wurde zur Bruchlandung. An allen drei Events in Australien klassierten sich die Schweizer im hinteren Feld. Ein 2. Platz in 17 Rennen war das höchste der Gefühle. Ende Februar in Sydney, bei ausgesprochen «schweizerischen»
Bedingungen, blieben die Resultate erneut unter den Erwartungen.
Zwar gelangen einzelne gute Starts, doch danach wurde der Schweizer F50 praktisch immer nach hinten durchgereicht. Auf die Frage, wo der Schuh drücke, sagte Skipper Sébastien Schneiter: «Es ist paradox. Die Stimmung im Team ist gut, tempomässig liegen wir im Mittelfeld und unsere Starts sind deutlich besser geworden. Trotzdem werden wir ständig überholt.» CEO Boet Brinkgreve gibt Schneiter recht: «Das Team hat intensiv an den Starts gearbeitet. Inzwischen ist rund die Hälfte unserer Starts mittel bis gut. Und die Datenauswertung bestätigt, dass unsere Geschwindigkeit im Flottendurchschnitt liegt. Die Grundlagen stimmen also. Woran es noch hapert, ist die Umsetzung. Wir ändern die Taktik während des Rennens, statt am ursprünglichen Plan festzuhalten. Jetzt müssen wir lernen, unsere Strategien konsequent durchzuziehen und besser mit Risiken umzugehen.» Grösste Baustelle an Bord des Eiger ist das fehlende Selbstvertrauen. Grundlegende personelle Änderungen stehen daher gar nicht erst zur Debatte, sie wären Gift. Sowohl der Skipper als auch der Teamdirektor sehen im Zusammenhalt eine der grossen Stärken der Mannschaft. Und die ist bei solch extremen Geschwindigkeiten zentral.
Als Schlusslicht der Gesamtwertung hat das Schweizer Team nichts mehr zu verlieren. Vielleicht liegt genau darin eine Chance, trotz angeschlagener Moral und spürbarer Frustration in Sydney. «Im SailGP kann sich das Blatt Sehr schnell wenden», hält Brinkgreve fest. Am 11. und 12. April bietet sich in Rio de Janeiro die Gelegenheit zu einem Befreiungsschlag. Dass eine Trendwende möglich ist, zeigt die Konkurrenz. Das US SailGP Team hat sich nach einer katastrophalen Saison 2025 eindrucksvoll zurückgemeldet und liegt derzeit hinter Emirates GBR und den Bonds Flying Roos auf Rang 3. Dieses Comeback zeigt, dass im SailGP nichts in Stein gemeisselt ist. Wir wünschen dem Schweizer Team im Kampf mit den besten Seglerinnen und Seglern der Welt ein ähnliches Szenario.
Der Rolex Switzerland Sail Grand Prix kehrt nach Genf zurück
Am 19. und 20. September 2026 kehrt der Rolex Switzerland Sail Grand Prix offiziell nach Genf zurück. Das Gastspiel in der Westschweiz gilt bei Teams und Organisatoren gleichermassen als strategisch wichtiger Termin. «Vor heimischem Publikum zu segeln, ist ein enormer Vorteil. Die Unterstützung der Fans spornt uns an, über uns hinauszuwachsen», betont Sébastien Schneiter. Bereits bei der Premiere erhöhte die Begeisterung entlang der Uferpromenade die Sichtbarkeit des Schweizer Teams und verlieh dem sportlichen Wettkampf zusätzliche Intensität. Dieser Erfolg ist kein Zufall. Laut Russell Coutts, CEO von SailGP, bringt Genf ideale Voraussetzungen mit, um sich dauerhaft im Kalender zu etablieren: «Der Rolex Switzerland Sail Grand Prix hat sich zu einem der grössten Outdoor Sportevents entwickelt, die je in Genf organisiert wurden, und zum bedeutendsten auf dem Genfersee. Wir müssen auf diesem Erfolg aufbauen, wenn wir zu einem stimmigen Kalender mit symbolstarken Austragungsorten finden wollen.» Das Genfer Hafenbecken mit seiner eindrücklichen Kulisse und der unmittelbaren Nähe zum Publikum bietet beste Bedingungen für die schnellen, spektakulären Rennen.
Als Titelpartner spielt auch Rolex eine zentrale Rolle in dieser lokalen Verankerung. «Es ist eine grosse Ehre, den SailGP in der Heimatstadt von Rolex zu begrüssen», sagt Arnaud Boetsch, Direktor für Kommunikation und Marketing der Uhrenmarke. Über den sportlichen Wettbewerb hinaus stärkt die Veranstaltung das Image von Genf als internationale Sportdestination. Mit der festen Verankerung im Regattakalender unterstreicht die internationale Segelliga den Status von Genf als Hochburg des modernen Segelsports, die die weltbesten Seglerinnen und Segler anzieht und ein wachsendes Publikum begeistert.





