Text: Julien Beauchot

Drei Viertel unseres Planeten sind mit Wasser bedeckt – doch den Meeren geht es gar nicht gut. Eine von Rolex unterstützte Initiative verfolgt das Ziel, bis 2030 30% der Ozeane unter Schutz zu stellen.

Beim Tauchen vor der Insel Bunaken in der Celebessee eine Echte Karettschildkröte aufzuspüren, glich noch vor 30 Jahren einem Sechser im Lotto. Heute begrüsst uns gleich das erste Exemplar der gut erholten Population, die in dem knapp 8000 Hektar grossen Schutzgebiet paradiesische Bedingungen vorfindet. Der Unterwassernationalpark Bunaken in Indonesien beheimatet Seegräser, ausgedehnte Mangrovenwälder und siebenmal mehr Korallenarten als Hawaii. Über 70 % der im gesamten westlichen Indopazifik vorkommenden Fischarten leben hier. Dank aktiver Schutzmassnahmen und viel lokalen Engagements stehen die Chancen gut, dass das seit 2019 als «Hope Spot» anerkannte Gebiet für Flora, Fauna und die Menschen vor Ort gleichermassen nutzbringend sein wird!

«Her Deepness Sylvia Earle»

Als Sylvia Earle 2009 den Preis der Innovationskonferenz TED erhält, kann sie bereits auf eine lange Karriere als Ozeanografin mit Pionierarbeit auf zahlreichen Gebieten zurückblicken: vom Rekord im Solotauchen mit Panzertauchanzug bis hin zur Leitung eines Aquanautinnen-Teams, das zwei Wochen in einem Unterwasserlabor verbrachte. Über 225 wissenschaftliche Artikel hat sie verfasst, als Gastforscherin für die National Geographic Society unzählige Vorträge gehalten und seit 1982 für Rolex als Markenbotschafterin fungiert. Den Preis erhält die von der New York Times liebevoll als «Her Deepness» betitelte Forscherin, weil ihre Vision das Potenzial zur Einleitung eines globalen Wandels hat. In der Tat ruft Earle wenig später Mission Blue mit einer Strategie zum Schutz der Ozeane durch so genannte «Hope Spots» ins Leben …

Konkretes Konzept fĂĽr konkrete Massnahmen

Mission Blue, das ist ein Netz aus Wasserschutzgebieten. Diese «Flecken der Hoffnung» sind neuralgische Punkte für die Gesundheit der Meere, denn sie sind Heimat bedrohter Arten oder haben für die lokale Bevölkerung eine existenzielle Bedeutung. Die von Rolex unterstützte Organisation gibt diesen Menschen und den Vertretern von Mission Blue konkrete Mittel zum Handeln. Ziel ist es, bis 2030 30 % der Ozeane unter Schutz zu stellen, was der Empfehlung des Weltnaturschutzdachverbands IUCN in Gland am Genfersee entspricht. Organisationen, Gemeinden oder Privatpersonen, die ein Gebiet schützen lassen möchten, können bei Mission Blue den Status als «Hope Spot» beantragen. Nach einer internen Prüfung gibt ein aus Meereswissenschaftlern und politischen Experten zusammengesetzter Rat eine Stellungnahme zu der Bewerbung ab. Wesentlich für den Erfolg ist ein guter Rückhalt durch örtliche Gemeinden und Naturschutzverbände, damit die Nachhaltigkeit des Projekts gesichert ist. Im Anschluss wird ein Aktionsplan erarbeitet, um die lokalen Massnahmen in einen globalen Kontext zu stellen und Menschen, insbesondere Kinder, für das Thema zu sensibilisieren.

Zwölf Jahre Schutz der Meere

Seit 2009 hat Mission Blue ganze 130 «Hope Spots» in rund 69 Ländern mit dem Ziel genehmigt, deren einzigartige marine Umwelt wiederherzustellen. Auch wurden bereits über 30 Expeditionen mit Wissenschaftlern und lokalen Partnern durchgeführt, um die vor Ort gewonnenen Erkenntnisse mit Daten und Filmaufnahmen sichtbar machen zu können. Denn genau das ist der springende Punkt: Da drei Viertel unseres Planeten mit Wasser bedeckt sind, können ansonsten nur Taucher das dramatische Ausmass der vom Menschen verursachten Umweltschäden mit eigenen Augen sehen. Es ist leichter, einen Lichtjahre entfernten Stern zu beobachten als die Migration der Haie zwischen Kokos- und Galapagosinseln! Deshalb arbeitet die Organisation mit Dokumentarfilmen, Bildern und Geschichten auf ihrer Website und in den sozialen Netzwerken daran, ein Bewusstsein für den Schutz der Erde zu schaffen. 2019 wurden drei wissenschaftliche Expeditionen zur Begutachtung der Situation vor Ort durchgeführt: zum Golf von Kalifornien, zur Insel Malpelo und zu den Galapagosinseln.

Mittlerweile wird die Karte von Mission Blue jedes Jahr um rund 20 neue Standorte reicher – eine Entwicklung, die nicht nur in quantitativer Hinsicht vielversprechend ist, denn vor Ort trägt die Arbeit bereits Früchte: Im Golf von Kalifornien hat die Haipopulation um 400 % zugenommen und im mexikanischen Cabo Pulmo wurden die Fischernetze durch Tauchermasken zur Entdeckung der traumhaften Unterwasserwelt ersetzt. Da die «Hope Spots» untrennbar mit den Menschen vor Ort verbunden sind, spüren diese als Erste die positiven Auswirkungen einer wieder intakten Umwelt. Für die Kinder auf Bunaken, die eines Tages frühmorgens die Jungtiere «unserer» Schildkröte am Strand beim Schlüpfen beobachten werden, wird eines klar sein: Dieses Paradies muss erhalten bleiben!

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