Die erste Vorregatta des 38. America’s Cup hat vom 21. bis 24. Mai 2026 vor Cagliari (Sardinien) stattgefunden. Unter teils anspruchsvollen Bedingungen hat dabeiLuna Rossa den Takt vorgegeben, während Tudor Team Alinghi die Veranstaltung vor allem nutzte, um den eigenen Entwicklungsstand zu analysieren und den verbleibenden Aufwand bis zur nächsten Etappe in Neapel im September einzuschätzen.
Mit Spannung erwarteter Auftakt auf Sardinien
Mit dieser ersten Regatta vom 21. bis 24. Mai wurde der 38. America’s Cup offiziell eröffnet. Austragungsort der ersten Louis Vuitton Preliminary Regatta des neuen Zyklus war Cagliari. Auch wenn noch keine entscheidenden Punkte für die Ausgabe 2027 vergeben wurden, lieferte das Treffen einen aufschlussreichen ersten Eindruck der Kräfteverhältnisse.
Insgesamt waren acht AC40 vor Ort: Emirates Team New Zealand, Luna Rossa mit zwei Crews, GB1, Athena Pathway, La Roche-Posay Racing Team sowie Tudor Team Alinghi. Die beiden zuletzt bestätigten Challenger, American Racing Challenger Team USA und Team Australia, waren zwar noch nicht auf dem Wasser zu sehen; ihre Beteiligung unterstreicht jedoch die zunehmende internationale Prägung des Teilnehmerfeldes. Besonders symbolträchtig ist die Rückkehr Australiens: Mehr als vierzig Jahre nach dem historischen Triumph von Australia II im Jahr 1983 will das Land erneut eine bedeutende Rolle im America’s Cup spielen.
Unter anspruchsvollen Bedingungen für die AC40
Cagliari bot keinen einfachen Auftakt. Bereits am ersten Tag mussten die Crews bei konstantem Wind zwischen 16 und 21 Knoten sowie in der kurzen, für die Bucht typischen Welle antreten. Unter diesen Bedingungen zeigten die AC40 erneut ihre doppelte Natur: spektakulär im Flug, kompromisslos bei der kleinsten Ungenauigkeit. Kenterungen, Bugtaucher und Kontrollverluste prägten die ersten Wettfahrten. Luna Rossa Women & Youth setzte sich früh an die Spitze, getragen von einer hervorragenden Beherrschung des Bootes und großer Präzision in den Manövern. Das italienische Team, quasi vor heimischem Publikum, gab den Ton für ein Wochenende an, bei dem Konstanz ebenso entscheidend war wie reine Geschwindigkeit.
Tudor Team Alinghi in der Aufbauphase
Für Tudor Team Alinghi hatte diese Regatta vor allem den Charakter eines Härtetests unter realen Bedingungen. Das Schweizer Team trat mit einer Mannschaft im Neuaufbau an, mit viel Talent, aber noch fehlenden Automatismen. Paul Goodison hatte bereits vor Beginn der Veranstaltung betont, dass es darum gehe zu verstehen, wie die Crew unter Druck und in echten Rennsituationen reagiert. Die Schweizer zeigten starke Speed-Phasen, offenbarten jedoch auch Schwächen. Probleme beim Foil-Setup erschwerten den ersten Tag. Am folgenden Tag machte eine Kenterung nach einem Missverständnis bei einer Leehalse deutlich, wie viel Arbeit noch nötig ist, um die Manöver zu stabilisieren. Phil Robertson machte aus den Schwierigkeiten keinen Hehl: Das Team müsse an Bord noch die richtigen Abläufe und Gleichgewichte finden.
Luna Rossa setzt sich durch, Team New Zealand bleibt dran
Der letzte Tag bestätigte die mannschaftliche Stärke von Luna Rossa, auch wenn der Verlauf nicht geradlinig war. Luna Rossa Women & Youth, bis dahin äußerst souverän, erlebte einen schwierigeren Tag mit misslungenen Starts, Strafen und einer Disqualifikation. Diese Schwächephase eröffnete Luna Rossa mit Peter Burling und Ruggero Tita die Chance. Emirates Team New Zealand mit Nathan Outteridge und Seb Menzies blieb in Schlagdistanz und erreichte das abschließende Match Race. Im entscheidenden Duell übernahm Luna Rossa jedoch schnell die Kontrolle. Die Italiener nutzten die Startphase perfekt aus, während die Neuseeländer wegen eines Frühstarts bestraft wurden. Anschließend kontrollierte Luna Rossa die Wettfahrt souverän und gewann mit 33 Sekunden Vorsprung. Die zweite Preliminary Regatta findet vom 24. bis 27. September 2026 in Neapel statt, auf jenem Revier, das später auch den America’s Cup 2027 austragen wird. Bis dahin wartet auf die sechs Challenger und den neuseeländischen Defender noch viel Arbeit, um ihre Abläufe weiter zu verfeinern und zum Saisonhöhepunkt vollständig einsatzbereit und konkurrenzfähig zu sein.


