Packende Duelle, ein unberechenbares Mittelmeer: Die 47. Rolex Middle Sea Race hielt, was sie versprach. Während die Black Jack 100 ihre Stärke in Echtzeit ausspielte und die Django 7X den Gesamtsieg errang, setzten auch die Schweizer Crews bei dieser Ausgabe Akzente …
Am 17. Oktober starteten in Valletta 107 Segelyachten mit insgesamt 945 Seglerinnen und Seglern aus 55 Nationen zur 606 Seemeilen langen Regatta rund um Sizilien. Zwischen den Strömungen in der Straße von Messina, den wechselhaften Windverhältnissen rund um Stromboli und den anspruchsvollen Bedingungen im Sizilienkanal sorgte die 47. Ausgabe für zahlreiche Wendungen.
An der Spitze der Flotte ließ die Black Jack 100 ihren Verfolgern kaum eine Chance. Die 30,48 Meter lange Maxi-Yacht von Remon Vos, mit Tristan Le Brun am Steuer, absolvierte die Strecke in 2 Tagen, 3 Stunden und 51 Minuten und gewann damit zum zweiten Mal in Folge die Wertung nach gesegelter Zeit. Eine beeindruckende Demonstration von Kraft und Können – auch wenn der 2021 aufgestellte absolute Rekord der Comanche vorerst unerreicht bleibt …
Der eigentliche Kampf spielte sich jedoch in der berechneten Zeit ab. Die Wallyrocket 71 Django 7X von Giovanni Lombardi Stronati und die Mills 72 Balthasar, Siegerin von 2025, lieferten sich über fast 600 Seemeilen ein außergewöhnliches Duell. Bei Stromboli trennten sie in der berechneten Zeit gerade einmal 3 Minuten und 36 Sekunden. Da die Django 7X mit den kräftigen Winden südlich von Sizilien besser zurechtkam, setzte sie sich schließlich durch und gewann die IRC-Gesamtwertung vor der Balthasar und der Daguet 5.
Stella Nova: Die Schweiz an der Spitze der Class40
In der Class40-Flotte erzielte die Stella Nova eine der herausragenden Leistungen dieser Ausgabe. Unter der Führung von Louis Torreilles lieferte sich die Schweizer Yacht ein intensives Duell mit der Optimus Prime, die dem ehemaligen olympischen Skichampion Ivica Kostelić gehört und von Matic Vrečko geskippert wird. Mehrere Tage lang kämpften die beiden Boote um die Führung, stets unter dem Druck der Flamingo Rosso.
Die Entscheidung fiel schließlich in den letzten Stunden. Dank einer ausgezeichneten Einschätzung der Wetterwechsel und bemerkenswerter Konstanz behauptete die Stella Nova ihren Vorsprung bis nach Malta. Sie überquerte die Ziellinie mit nur 55 Minuten Vorsprung auf die Optimus Prime. Nach mehr als 600 Seemeilen ist dieser knappe Abstand ein eindrucksvoller Beleg für den Wert dieses Schweizer Sieges.
Kuka 4 und die Volvo 70: weitere Schweizer Ambitionen
Für Franco Niggeler bedeutete diese Ausgabe einen neuen Schritt im Kuka-Projekt. Nach dem dritten Platz in der Gesamtwertung 2024 mit der Kuka 3 trat der Tessiner Segler mit seiner neuen, von Mark Mills gezeichneten MAT 1220 Kuka 4 an. Nachdem die Crew in dieser Saison bereits den neunten Platz bei der Giraglia belegt hatte, bestätigte sie ihr Potenzial mit Rang vier in IRC 3 – einer besonders umkämpften Klasse.
Auch Mathis Bourgnon setzte als Skipper der Volvo 70 Ocean Breeze ein Zeichen für die Schweizer Beteiligung: Platz sechs im Ziel – eine starke Leistung! Ein weiterer Vertreter dieser Generation von Hochseeyachten war die unter US-amerikanischer Flagge segelnde Dinzer Doo mit Johannes Schwarz als Skipper. Sie ergänzte ein ausgesprochen hochkarätiges Teilnehmerfeld.
Ein Rennen, das bis zum Schluss offenblieb
Auch hinter den großen Yachten boten die übrigen Klassen spannende Duelle. Die Daguet 5 gewann IRC 2, die Artie III IRC 3, während die Colombre mit dem Sieg in IRC 6 und in der Zweihandwertung eine bemerkenswerte Leistung zeigte. Bei den Mehrrumpfbooten sicherte sich die Calamity trotz Problemen mit dem Großsegel auf den letzten Seemeilen den Sieg.
Mit 92 Booten im Ziel und 15 Aufgabeerklärungen unterstrich diese Ausgabe einmal mehr den Stellenwert der Rolex Middle Sea Race als bedeutende Hochseeregatta.
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!
Mehr Informationen: rolexmiddlesearace.com



