Kap Verde
Kurz vor dem 30. Geburtstag nehmen Herausforderungen manchmal ganz neue Formen an. Während manche den Bund fürs Leben schließen, habe ich mich auf ein ganz anderes Abenteuer eingelassen: Kitesurfen lernen! Ich suchte nach einem Ort mit guten Bedingungen im Winter, über 20 Grad und nicht allzu weit entfernt.
Und ich wurde fündig: Kap Verde, 25 Grad, Direktflüge, weniger als sechs Stunden Flugzeit. Zwischen den grünen Bergen von Santo Antão und den einsamen Stränden von Sal bietet die Inselgruppe eine beeindruckende Vielfalt an Landschaften. Da ich nur eine Woche Zeit hatte, entschied ich mich für Sal, die Insel mit dem vielsagenden Namen (portugiesisch für „Salz“). Hier trifft die raue See auf trockene Ebenen und Salinen und schafft eine ebenso schroffe wie ungewöhnliche Landschaft. Ein Ort, an dem man tief durchatmen möchte, um ein wenig von seiner Magie in sich aufzunehmen. Sal ist ein Mekka für Wassersportler und vor allem für Kitesurfer: konstante und gleichmäßige Winde, besonders zwischen November und Mai, legendäre und abwechslungsreiche Spots, sonniges Klima und warmes Wasser. Ein Reiseziel, wo Sport und Entspannung aufeinandertreffen. Diese Insel ist auch die Heimat dreier Kite-Weltmeister: Airton Cozzolino, Matchu Lopes und Mitu Monteiro, denen Sie vielleicht im Wasser oder vor Mitus Kiteschule am Kite Beach begegnen werden.
Eine Schweizer Kiteschule?
Ich schreibe Ihnen aus dem Schatten der Bougainvillea-Bäume meines Urlaubsorts Surf Activity, den Odile, die Gründerin der Kiteschule Kite Cap Verde, extra für mich reserviert hat. Die Schweizerin, die ursprünglich nur ein Sabbatjahr verbringen wollte, entschied sich schließlich, ihr Abenteuer zu einem Jahrzehnt voller Leidenschaft auf dieser Insel zu verlängern und eine Kiteschule zu gründen. Und wer könnte ihr das verübeln? Alles war perfekt organisiert: die Anreise, die Unterkunft und der Kitesurfunterricht mit Lehrern, die sich sowohl für ihre Schüler engagieren als auch den Respekt vor dem Meer und der kapverdischen Kultur im Blick haben. Um von all meinen Abenteuern zu berichten, bräuchte ich allerdings viel mehr als diese Zeilen. Denn Kap Verde, das kleine Land von Cesária Évora, ist auch ein idealer Ort, um neue Kontakte zu knüpfen. Ich könnte Ihnen von meiner Begegnung mit Paul erzählen, einem Fotografen und Filmemacher, den ich dank einer zwischen zwei Sitze gerutschten Notiz im Flugzeug kennengelernt habe, von den lebhaften Abendessen und den kapverdischen Fußballspielen oder von den Geschichten von Lilly und Amadu, unseren herzlichen Gastgebern. Doch diese Erlebnisse möchte ich lieber als Einladung zur Rückkehr aufheben, um erneut in die Morabeza einzutauchen: dieses kreolische Wort, das die menschliche Wärme, die Gastfreundschaft der Kapverdier und ihre Lebensfreude zum Ausdruck bringt. Eines ist sicher: Das ist erst der Anfang. Bis bald, Kap Verde.
Informationen auf kapverden.ch






