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CER feiert Doppelsieg

von Quentin Mayerat

„Diese Regatta ist eine gute Gelegenheit, um einen Meisterschaftstitel zu gewinnen”, erklärte Bryan Mettraux, der junge Skipper von CER 2 Aéroport International de Genève. Ein Blick auf die Meldeliste bestätigte seine Aussage.

unterdurchschnittlich grosse Flotte. Gründe dafür gab es mehrere: In Rolle24 Crews waren über die Auffahrtstage für die Surprise-Schweizermeisterschaft an den kleinen Murtensee gereist. Sie bildeten eine zwar beachtliche, für die Surprise-Klasse aber eher waren gleichzeitig die D35 im Einsatz, was einige potenzielle Favoriten von der Regatta fernhielt, Eric Monnin segelte mit seinem Team das Match Race in Hard am Bodensee und auf dem Murtensee selbst sind nicht so viele Surprise stationiert wie etwa auf dem Genfersee, was die Anzahl der teilnehmenden Lokalmatadore natürlich stark minderte.

Vier traumhafte Wettfahrten am Freitag
Die Absenzen sollten aber nicht überbewertet werden. Wie in der Surprise- Klasse üblich, wurde auch in Murten auf hohem Niveau gesegelt. Die Starts waren meist exakt getimt und es kam zu harten Duellen und sensationellen Spikursen. Für die mit drei Schiffen angereisten Mitglieder des Genfer Centre d’entrainement à la régate, kurz CER genannt, galt es den im letzten Jahr von einer Crew um Lucien Cujean gewonne Schweizermeistertitel zu verteidigen. Dass dabei auch die vom erfahrenen
Surprise-Segler Michel Glaus gesteuerte Teo Jakob ein Wörtchen
mitzureden hatte, unterstrich dieser gleich mit einem Sieg im ersten
und einzigen Lauf vom Donnerstag.
Am Freitag herrschten dann Bedingungen, von denen jeder Segler träumt. Bei 2-4 Beaufort Nordwestwind gelang es Wettfahrtleiter Etienne Huter vier Läufe zu werten, wodurch schon nach zwei Tagen feststand, dass die Meisterschaft gültig sein würde. Und es schien, als wolle Bryan Mettraux sich die „gute Gelegenheit” tatsächlich nicht entgehen lassen. Er beendete alle vier Wettfahrten unter den ersten vier und führte am Abend die Rangliste an. Auch der Tessiner Sacha de Micheli auf der Cicuta und Jérôme Clerc auf der CER 3 Aprotec hatten einen guten Tag erwischt. Ebenfalls vorne mitmischen konnte das Team Teo Jakob. Für Spannung war also gesorgt, zumal zwischen dem Ersten und Letzten des Führungsquartetts gerade einmal zwei Punkte lagen. Am Samstag aber zeigte sich Äolus weniger gnädig. Nach zwei, eher für Sponsoren als für Segler gedachten Startversuchen am Vormittag hiess es zunächst wieder warten, bevor sich Etienne Huter dazu entschloss, die Flotte bei einem schwachen, aber einigermassen regelmässigen Lüftchen doch noch auf die Reise zu schicken. Der Lauf brachte zwar etwas Klarheit, was die vorderen Rangierungen betraf, war aufgrund der langsamen Bootsgeschwindigkeiten aber umstritten. Der Gang zur Jury liess sich daher nicht vermeiden. Diese aber sah nach Einsicht der Bojenprotokolle keine Unterschreitung der Minimalgeschwindigkeit und bestätigte daher die Gültigkeit der Wettfahrt. Ganz zur Freude von Jérôme Clerc, der dank dem Sieg in dieser Wettfahrt die Führung übernommen hatte. Bryan Mettraux war auf den zweiten Platz zurückgefallen, dahinter folgten Teo Jakob und Cicuta.
An dieser Rangierung sollte sich denn auch nichts mehr ändern. Der Murtensee präsentierte sich am Sonntag von seiner spiegelglatten Seite. Barometer und Thermometer erklommen zwar Höchststände, der Wind blieb dafür aber aus. Um 14 Uhr sah sich der erfahrene Regattasegler Etienne Huter, der als Wettfahrtleiter einen guten Job gemacht hatte, daher gezwungen, die Meisterschaft nach sechs gewerteten Läufen offi ziell zu beenden.

„Keine Geschenke”
Das CER durfte sich also nach dem Meistertitel im Vorjahr in diesem Jahr sogar über einen Doppelsieg freuen. Für Schweizermeister Jérôme Clerc war das aber nicht unbedingt eine Überraschung: „Wir haben für diesen Sieg hart gearbeitet. Das CER hat als einziges Team den ganzen Winter über jedes Wochenende trainiert, das hat sich jetzt ausgezahlt.” Auch Bryan Mettraux freute sich am Ende über den Doppelerfolg seines Teams, auch wenn er sich am Sonntag gerne noch einmal mit Jérôme duelliert hätte: „Natürlich sind wir ein Team und trainieren zusammen, aber auf dem Wasser versuchen wir alle zu gewinnen und machen keine Geschenke”, sagte er. Zeit, lange zu hadern ist ihm allerdings nicht geblieben, denn das CER hat, wie Jérôme erklärt, noch einiges vor: „Die Surprise-Schweizermeisterschaft war für uns eigentlich nur eine Vorbereitungsregatta. Das grosse Saisonziel des CER ist die Tour de France à la Voile, die Ende Juni beginnt und die wir auf Ville de Genève unter den Top Ten beenden wollen.” Ein hochgestecktes Ziel, das nach dem beeindruckenden Auftritt in Murten aber umso realistischer erscheint.

Resultate unter:
https://scm.greendisk.ch/sm2009

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