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Die Geschichte eines Mauselochs

von Quentin Mayerat

48 Tage, 7 Stunden und 44 Minuten benötigte der Maxi-Mehrrümpfer Groupama 3 für seine Weltumsegelung. Damit war er 2 Tage, 8 Stunden und 35 Minuten schneller als der bisherige Rekordhalder Orange II mit Bruno Peyron im Jahr 2005. Für den 2006 eingewasserten Trimaran war es bereits der dritte Rekordversuch an der Jules Verne Trophy. 

Mit viel Hartnäckigkeit ans Ziel 

Dieser Erfolg krönt mehrere Jahre harter Arbeit. Beharrlich haben Franck Cammas und sein Team an ihrem Ziel festgehalten und nicht locker gelassen, bis sie die Rekordkampagne mit Bravour zu Ende führen konnten. Beim ersten Versuch im Januar 2009 war der Trimaran nach einer Havarie vor Neuseeland gekentert. Das Team konnte unversehrt gerettet und das Boot geborgen und per Cargo nach Frankreich zurückgeschafft werden. Dort wurde die Groupama 3 in der Werft kurz vor Wintereinbruch für einen zweiten Versuch wieder seetüchtig gemacht. Beim ersten günstigen Wetterfenster lief sie am 5. November in Brest aus, wurde aber schon am 21. November von einer erneuten Havarie gestoppt. Die Männer um Franck Cammas waren gezwungen die Rekordjagd abzubrechen und auf Südafrika zuzusteuern. Trotzdem liess sich das Team nicht unterkriegen, reparierte die Schäden und stach am 12. Dezember erneut in See, um den Trimaran nach Frankreich zu überführen. Am 28. Dezember lief die Groupama 3 in der Bretagne ein, wurde dort einem kompletten Check-up unterzogen und war am19. Januar bereits wieder startklar. Als sich an Silvester ein gerade einmal mauselochgrosses Wetterfenster auftat, packte das Team die Gelegenheit beim Schopf und startete gleich nach Beendigung der Reparaturen zu seinem dritten und diesmal erfolgreichen Rekordversuch.

Ständiges Hin und Her

Kurz nach dem Start wies der Trimaran einen Rückstand von 90 Seemeilen auf die virtuelle Gegnerin und bisherige Rekordhalterin Orange II auf, die er aber schnell wieder wettmachte. Drei Tage später hatte er bereits 600 Seemeilen Vorsprung herausgefahren. Nach zehn Tagen geriet die Groupama 3 erneut ins Hintertreffen und am 18. Tag hatte sie 450 Seemeilen auf Orange II eingebüsst. Erst am 22. Tag schob sie sich wieder an die Spitze und baute ihren Vorsprung auf fast 800 Seemeilen aus. Bei der Fahrt durch den Südatlantik schmolz der komfortable Vorsprung abermals dahin. Erst nach der Äquatorüberquerung und 44 Tagen auf See konnte der grüne Trimaran zulegen und definitiv die Führung übernehmen. Im Ziel hatte er 1500 Seemeilen Vorsprung auf Orange II.

Die Crew verlor auch durch die vielen Führungswechsel nicht den Mut. „Wenn du Boden verlierst, kannst du anhand der Wetterdaten abschätzen, wann du wieder aufholen kannst“, sagte Stève Ravussin, der als Wachführer mitsegelte, und fügte hinzu: „Das bedeutet, dass wir das Boot einfach nur immer so gut wie möglich vorangetrieben haben, ohne uns um den Vorsprung oder den Rückstand zu kümmern.“ Über das Potenzial der Groupama 3 im Verhältnis zur Banque Populaire V, die im kommenden Herbst versuchen wird, den Rekord zu unterbieten, meinte der Waadtländer Skipper: „Obwohl Bidégorrys Trimaran grundsätzlich schneller ist als unserer, ist die Groupama 3 doch ein hervorragendes Boot, das sich den wechselnden Bedingungen bestens anpasst. Sie werden es nicht einfach haben. Wenn man sich die bisherigen Rekordritte anschaut, stellt man fest, dass es bisher nie auf Anhieb geklappt hat.“

Es wird sich zeigen, ob der 24-Stunden-Rekordhalter (907 Seemeilen mit einer famosen Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,8 kn) schon bei seinem ersten Versuch Nägel mit Köpfen machen kann. Das Speedpotenzial ist dabei nach wie vor eine der wichtigsten Waffen, daran ändert auch Cammas Aussage nichts. Der hatte nämlich erklärt, dass das Ergebnis weniger von der Kapazität des Bootes als vom Wetter abhänge.

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