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Eine Bühne für erfolgreiche Segler

von Quentin Mayerat

In Luzern dabei: Christian Scherrer © Thomas Rubin

Enrico de Maria © Thomas Rubin

Swiss-Sailing-Präsident Vincent Hagin und Generalsekretär Ruedi Christen © Thomas Rubin

Sailforce-Präsident Reto Walser. © Thomas Rubin

„Wenn ein Fussballer für seinen Club ein Tor schiesst, dann jubelt das ganze Dorf. Wenn ein Segler eine Regatta gewinnt, dann klatschen nur die Gegner – und auch die nicht so richtig. Die Verleihung von Awards bietet deshalb für Segler eine seltene Gelegenheit, sich von einem guten Publikum feiern zu lassen.“ Reto Walser, Präsident des Clubs Sailforce, versteht es, die Notwendigkeit einer Plattform, auf der sich erfolgreiche Segler präsentieren können, zu verdeutlichen. Und er hat es nicht bei Worten belassen.

Bereits in den 90er-Jahren entstand im Raum Luzern eine Donatorenvereinigung, die talentierte junge Segler förderte. Man nannte sich „Club Sailforce“ und jährlich an der Generalversammlung wurde nach Behandlung der Traktanden auch ein Förderpreis vergeben. „Alles etwas trocken und langweilig“, fand Walser und löste die Preisvergabe aus dem Korsett der Generalversammlung. Der Sailing Award Zentralschweiz war geboren.

Prominenz erwünscht

Inzwischen ist der Sailing Award für alle Beteiligten der Innerschweizer Segelszene ein Muss. Im Anzug oder Ballkleid pilgert man regelmässig am zweiten Samstag im Januar nach Luzern ins Nobelhotel Schweizerhof, wo der prächtige Festsaal die feierliche Kulisse für die Übergabe der Awards bildet. Walser und seine Donatorengruppe haben sich aber nie zufrieden gegeben, sondern den Anlass stetig weiterentwickelt.

So sind seit ein paar Jahren jeweils auch Ikonen der Schweizer Seglerszene zu Gast. Christian Scherrer war 2008 zum ersten Mal dabei und zeigte sich sofort begeistert: „Es ist nicht nur der finanzielle Zustupf, den junge Sportler sehr gut gebrauchen können, es ist vor allem der Motivationsschub, den diese Anerkennung bei den Jungen auslöst. Es wäre toll, wenn jede Region der Schweiz eine solche Unterstützung anbieten könnte. Die Zentralschweiz hat hier Vorbildfunktion“, bemerkte er schon damals.

„Segler der Zentralschweiz“ Peter Müller feiert nicht nur Erfolge mit seiner Holzjacht Corbo. Im Laufe seiner langen Karriere holte er auch einige Schweizer- und Europameistertitel. © Thomas Rubin

Es dauerte denn auch nicht mehr sehr lange, bis der Funke auf die nationale Ebene übersprang. Seit 2008 werden im Zweijahresrhythmus in Zusammenarbeit mit Skippers und dem CCS an der SUI Sailing Night in Bern auch nationale Awards vergeben. Die Spitzenfunktionäre von Swiss Sailing sind sich des hohen Stellenwerts lokaler Awards aber dennoch bewusst. An der Jubiläumsfeier in Luzern waren Verbandspräsident Vincent Hagin und Generalsekretär Ruedi Christen zu Gast. Hagin betonte in seiner kurzen Rede denn auch: „Die regionalen Awards sind ein Spiegelbild der Dynamik in den Regionen und ein gutes Schaufenster für unseren Sport. Es ist genau das, was einen guten Verband auszeichnet: passionierte Menschen, die am gleichen Strick ziehen und sowohl auf vertikaler als auch auf horizontaler Ebene zusammenarbeiten.“

© Thomas Rubin

Nachhaltiger Motivationsschub

Besonders jungen Athleten, die Awards erhalten, geht dieses Erlebnis nahe. Camillo Casco, bester Junior des Jahres, drückt es so aus: „Die Ehrung macht mich stolz. Sie gibt mir das Gefühl, dass die Leute verstehen, wie viel Mühe und Aufwand ich betreibe, um meine Ziele erreichen zu können. Sie treibt mich an, auch weiterhin zu kämpfen und alles zu geben, um an die Spitze zu kommen.“ Die wohl bekannteste Zentralschweizer Seglerin Corinne Meyer, Onyx-Klassenmeisterin und letztes Jahr erfolgreiche Match Racerin im Team Bezel, hat schon einige Awards von Sailforce bekommen. Gerne erinnert sie sich an die erste Übergabe, die sie als Teenager erlebte: „Für mich war die Unterstützung so etwas wie ein erster Lohn. Der ganze Saal hört deinen Namen und deine Erfolge, sieht deine Bilder. Und viele werden sich unter dem Jahr an dich erinnern.“

Corinne Meyer ist seit drei Jahren Vorstandsmitglied des Clubs Sailforce und für die Vergabe der Fördergelder verantwortlich. Was mit einem Förderpreis von CHF 1‘000 begann, ist mittlerweile auf eine Summe von CHF 30‘000 angewachsen, die dank Gönnern und Sponsoren an die Segler ausgeschüttet werden kann. Neu hat Sailforce auch einen Clubpreis lanciert. Er geht an den Verein, der sich im entsprechenden Jahr in der Juniorenförderung speziell engagiert hat. Meyers Überlegung: „Keine Spitze ohne Basis.“

Bestes Beispiel für nachhaltige Förderung: Corinne Meyer, schon vor zehn Jahren Preisträgerin, ist immer noch eine erfolgreiche Seglerin und jetzt auch Vorstandsmitglied beim Club Sailforce. © Thomas Rubin

Der Club Sailforce hat in der Zentralschweiz einiges bewirkt. Das beweisen die markant besseren Resultate der Junioren in den letzten Jahren. Natürlich ist dieser Erfolg auch in den Nachbarregionen nicht unbemerkt geblieben. In der Ostschweiz werden zwar noch keine Awards vergeben, der Verein „Welle 6“ unterstützt aber das regionale Nachwuchskader. In Zürich verteilt die Sponsorengruppe „Club Beaufort“ seit drei Jahren Awards. Christian Scherrer ist auch hier mit dabei und erweist sich stets als glänzender Kommunikator, egal ob er kleine Optisegler zum Strahlen bringt oder Olympiateilnehmer präsentiert. Er tut dies ohne Gage, sondern einfach, weil er diese Anlässe wertvoll findet und sich freut, wenn sich die Seglergenerationen näher kommen. Vielleicht wird er bald noch von weiteren Regionen gerufen.

© Thomas Rubin

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