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Skippers

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Frischer Wind in alter Tradition

von Quentin Mayerat

Die Organisatoren der Coupe Banque Privée Edmond de Rothschild 2012 wollten die diesjährige Austragung nutzen, um das Image des Events als Klassikerregatta zu stärken und luden deshalb neue Klassen zur Teilnahme ein. Es sei wichtig, dass sowohl die Bootseigner als auch der Sponsor hinter der Weiterentwicklung stehen, betonte der Veranstalter Yann Pétremand, und auch den neuen Geschäftsleitungsmitgliedern der Bank müsse das neue Format zusagen. Das tat es dann auch. „Es war die schönste Austragung seit der Lancierung der Regatta vor sechs Jahren“, freute sich Pétremand. „Wir wurden vom Wind verwöhnt und die Teilnehmer waren von der Régate-Royales-Stimmung begeistert. Wir werden deshalb auf Kurs bleiben und versuchen, das Format weiter zu verbessern.“

Neuzugänger: Die 5,5er mischten dieses Jahr zum ersten Mal an der Coupe Banque Privée Edmond de Rothschild mit. © Yves Ryncki

Neu zur Flotte gestossen sind die 5,5er und eine Traditionsklasse, in der Endrick (7mR, siehe Skippers Nr. 41), Taifun (8mR Gaffeljacht, siehe Skippers Nr. 42) und Phœbus II (Dreitonner, Godinet-Vermessung) angetreten sind.

Die ebenso passionierten wie erfahrenen Segler haben am letzten Juniwochenende sieben Läufe ausgetragen, an den ersten beiden Tagen bei typischen Mittelmeerbedingungen, am Sonntag dann bei bretonischen Verhältnissen. In der 5,5er-Klasse ging Bernard Haissly auf Caracole als Sieger hervor. Die 6mR-Jachten wurden in den beiden Kategorien der Modernen und der Traditionellen gewertet. In der ersten siegte Thierry Graf auf Duclop, in der zweiten setzte sich Philippe Durr auf Astrée vor der berühmten Dix Août von Pierre-Paul Heckly durch. Die auf Hochglanz polierte, wie Edelmetall funkelnde Endrick von Benoit de Gorsky gewann in der Kategorie der Traditionsjachten und die Carron triumphierte bei den 8mR vor Catina von Fred Meyer.

Taifun und Phoebus II Bug an Bug vor Genf. © Yves Ryncki

Leidenschaft für schönes Handwerk

Die Faszination für alte Jachten ist ein komplexes Phänomen – genauso schwer zu erklären wie die Liebe, aber durchaus nachvollziehbar. Die umwerfend schönen Schiffe stehen für besondere Werte, die den Fans am Herzen liegen. Dazu gehören die Handwerkskunst, die edlen Materialien, die traditionsreiche Bau- und Segelart und das unbestrittene Kulturerbe, das die prachtvollen Jachten darstellen. Einige Eigner haben aus Bequemlichkeit Zugeständnisse an die Modernität gemacht (z.B. mit einem Elektromotor auf der Endrick), andere hingegen haben ihr Schiff unter strikter Verwendung der ursprünglichen Materialien und Ausstattung originalgetreu restauriert. Dadurch erhält das Segeln etwas mehr Würze, denn es sind keine Winschen vorhanden und als Takel dienen Drahtseile. Die Liebe zu Traditionsschiffen ist nicht grössenabhängig. Einen Corsaire oder eine 15m SNS zu restaurieren macht dem Eigner genauso viel Freude wie eine 8-Meter-Jacht auf Vordermann zu bringen. Einziger Unterschied ist der finanzielle Aufwand. Aber wer liebt, schaut ja bekanntlich nicht aufs Geld. Und obwohl es für einen Fred Meyer (Eigner einer 8mR) oder einen Serge Patry von der Bootswerft Corsier Port (Eigner der Taifun) aus verschiedenen Gründen leichter ist, ein Boot zu restaurieren, so werden sie doch von der gleichen Leidenschaft angetrieben wie alle Liebhaber alter Boote. Neben Privatpersonen haben sich auch einige Vereinigungen der Restauration von Traditionsschiffen verschrieben. Die Association Patrimoine du Léman zum Beispiel hat die Phœbus II nachgebaut und die Gillat restauriert, die von ihr heute gepflegt und gesegelt wird.

Eindrücklich: die 8er und die Traditionsjachten beim gleichzeitigen Start. © Yves Ryncki

Ein Blick zurück zeigt, dass auf dem Genfersee schon immer viele übertuchte, schnelle Ausnahmeboote gesegelt sind. Denken wir an die Squaw, die Ibis oder die Thétys, um nur die bekanntesten zu nennen. Die Westschweiz hatte ganz offensichtlich schon immer ein Faible für Traditionsjachten, davon zeugen auch die vielen Anlässe für klassische Schiffe wie die Régate des Vieux Bateaux in La Tour-de-Peilz, die Classique von Sciez und das geplante Treffen der Traditionsjachten in Rolle. Sie knüpfen an die Geschichte an und ermuntern Eigner und Segler, ihre schwimmenden Meisterwerke segeltüchtig zu halten.

Endrick gewinnt neben der Kategorie der Traditionsjachten auch gleich noch den Preis für das eleganteste Boot. © Yves Ryncki

Weitere Informationen:

APL. Association Patrimoine du Léman: http://www.patrimoine-leman.ch/
Musée du Léman : http://inventairebateauxduleman.ch/fr/
Rangliste der Coupe Banque Privée Edmond de Rothschild: www.nautique.org

Beim Start der 6er wird hart gekämpft und einander nichts geschenkt. © Yves Ryncki

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