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Vier Teams mit Siegeschancen

von Quentin Mayerat

The Wave, Muscat auf Siegeskurs. © Lloyd Images

An Wind und Sonnenschein mangelte es in Nizza nicht. Am ersten Regattatag verhinderten aber zu starke Wellen und bis zu 30 Knoten starke Böen ein Auslaufen der Boote. Das unfreiwillige Warten linderte den Siegeshunger der acht Teams allerdings nicht. Mit ungebrochener Energie lieferten sie sich vor rund 27’000 Zuschauern einen gnadenlosen Kampf. Groupe Edmond de Rothschild schaffte sich mit ihrem Sieg im zweiten Jahr in Folge eine gute Ausgangsposition und verdrängte Red Bull Sailing Team vom dritten Gesamtrang. Pierre Pennec und seinen Männern war es in Porto und Cardiff überhaupt nicht nach Wunsch gelaufen, jetzt brannten sie darauf, ihre schlechten Leistungen gutzumachen und sich vor dem letzten Act wieder auf Kurs zu bringen. Das ist ihnen ganz klar gelungen. „Wir sind mit einem dritten Platz in Oman und in China und einem zweiten Platz in Istanbul gut in die Saison gestartet. In Porto wurde das Boot beim Kreuzen auf Steuerbord beschädigt, wodurch wir vom zweiten auf den fünften Platz zurückfielen“, sagte Pierre Pennec. In Cardiff bekundete der Skipper Mühe, das richtige Rezept zu finden. „Wir hatten ein gutes Team, aber ich war bei den Starts einfach nicht gut genug“, räumte er ein.

Die Promenade des Anglais während der Extreme Sailing Series. © Lloyd Images

Behindert durch eine Kollision im zehnten und letzten Lauf am Freitag, bei der The Wave Muscat von Alinghi am Backbordheck gerammt wurde, bevor es dann auch noch mit Red Bull Sailing Team zusammenstiess, schaffte es das omanische Team doch noch auf Rang zwei und hat damit bereits vor dem letzten Act einen Podestplatz sicher. Oman Air, das zweite Boot von Oman Sail, belegte in Nizza den dritten Platz. Mit dem sechsten Platz an der Côte d’Azur fiel Red Bull Sailing Team im Zwischenklassement auf Rang vier zurück. Die Crew von Roman Hagara könnte sich mit dieser schlechten Platzierung dabei einen Podestplatz in der Gesamtwertung verspielt haben. Die Würfel sind aber noch nicht gefallen, denn der letzte Act wird wie der in Nizza mit 1,5 gewichtet, weil der Act in Trapani abgesagt werden musste.

Zoulou in den Farben von Ville de Nice im Act 7. © Lloyd Images

Dominanz von The Wave, Muscat

Das Team um Leigh McMillan legte eine eindrückliche Erfolgsserie hin: drei Siege in Xingdao, Istanbul und Porto und drei zweite Plätze in Maskat, Cardiff und Nizza. „Wir haben unser Bestes gegeben, der zweite Platz kann sich sehen lassen, was zählt, ist aber immer noch der Gesamtsieg 2012. Das war immer unser Ziel und dafür haben wir das ganze Jahr gearbeitet. Jetzt ist der Sieg zum Greifen nahe und ich wäre enttäuscht, wenn wir nicht gewinnen würden“, gestand der Skipper von The Wave, Muscat in Nizza.

Oman Air war mit einem Heimsieg optimal in die Saison gestartet. Auch in den anderen Acts schnitt das von Morgan Larson angeführte Team jeweils gut ab, konnte sich aber gegen das andere Boot von Oman Sail nicht durchsetzen. „Wir werden auf höchstem Niveau segeln müssen, wenn wir auch nur die geringste Chance haben wollen, The Wave am Gewinnen zu hindern. In China und in der Türkei hatten wir Mühe. Die Bedingungen dort waren härter als sonst. Es ist meine erste Saison und das Team ist neu. Unsere mangelnde Erfahrung hat sich natürlich gerächt“, erklärte Morgan Larson.

Red Bull Sailing Team, das andere podestgewohnte Schwergewicht der Regattatour mit Skipper Roman Hagara, musste in Nizza sein schlechtestes Saisonergebnis einstecken. „Die beiden omanesischen Teams sind nur schwer zu schlagen, vor allem The Wave. Für uns ist es einen Tag lang schlecht gelaufen, nichts hat geklappt. Um die Saison zu gewinnen, muss man konstant sein“, analysierte er.

Im Mittelfeld ist zwischen GAC Pindar und dem Neuling SAP Extreme Sailing ein harter Kampf entbrannt. „Wir lernen ständig dazu, amüsieren uns oft und verbessern uns langsam“, sagte Rasmus Kostner, der Co-Skipper des dänischen Bootes, und fügte dann hinzu: „Wir hoffen, dass wir etwas näher an die Besten heranrücken, aber sie zu schlagen ist nicht einfach.“ Mark Turner, der Organisator der Series, gab sich zuversichtlich: „SAP hat gezeigt, dass es Fortschritte macht und sollte schon im nächsten Jahr aufs Podest segeln können.“ Das Schlusslicht bilden Alinghi und Zoulou. „Beides sind Eignerboote. Das Niveau ist sehr hoch und der Wettkampf sehr zäh. Die Regattaserie ist für Profis gemacht. Aber seit Ernesto Bertarelli am Steuer ist, hat sich Alinghi gesteigert“, fuhr Mark Turner fort. Ernesto Bertarelli, der sich dieses Jahr auf die D35 konzentriert hat, ist mit seiner ersten Saison bei den Extreme 40 zufrieden: „Ich freue mich über unseren vierten Platz in Porto. Es macht mir viel Spass, die Extreme 40 zu steuern, obwohl das Revier sehr klein bemessen ist, und ich bin glücklich, dass ich auf dem Meer segeln kann. Insgesamt bin ich mit dem Circuit zufrieden. Der Aufwand, der Segelspass, die Qualität der Gastfreundschaft und das Medienecho sind ausgewogen.“

Souverän: Groupe Edmond de Rothschild in Nizza. © Lloyd Images

2013 im Fokus

Im Vorfeld des letzten Acts waren die Blicke bereits auf die kommende Saison gerichtet. Das Programm ist noch nicht bekannt, dass gewisse Etappen aber auch nächstes Jahr wieder dazugehören, steht bereits fest, wie Mark Turner versicherte: „Mit einigen Körperschaften wurden Mehrjahresverträge unterschrieben.“ So zum Beispiel mit Maskat und Istanbul. Auch in Rio de Janeiro, Xingdao, Cardiff und Nizza werden die Extreme Sailing Series wieder Halt machen. „Wir führen auch Gespräche mit einer anderen asiatischen Stadt“, fügte er hinzu. Damit sich die Regattatour weiterentwickeln kann, suchen die Organisatoren einen Titelsponsor oder zwei grosse Partner, mit denen die Flotte der fünf bereits bestehenden offiziellen Partner ergänzt werden kann. Was die Teams betrifft, so sollten auch im nächsten Jahr wieder deren acht mit von der Partie sein. Fünf haben ihre Teilnahme bereits bestätigt oder sind kurz davor. „Alinghi, GAC Pindar, Red Bull Sailing Team, The Wave, Muscat und SAP Extreme Sailing Team haben schon unterschrieben”, bestätigte Mark Turner. Die anderen werden ihre Entscheidung Anfang 2013 bekannt geben. Hochkarätig wird das Feld auf jeden Fall auch 2013 sein!

© Lloyd Images

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