Deutscher Wassersportmarkt 2013 voraussichtlich knapp unter dem Vorjahresergebnis von 1,75 Mrd. Euro – Wetter beeinflusst Verkäufe
Wassersportbranche profitiert nach mäßigem Frühjahr von tollem Sommer
Eine konstante Brise weht auf dem deutschen Wassersportmarkt. Patric Polch vom Bundesverband Wassersportwirtschaft vermeldet bei guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland eine stabile Grundlage für die weitere Entwicklung des deutschen Wassersportmarkts. Besonders der schöne Sommer hat die Geschäfte angekurbelt. Einen stabilen Kurs hält auch die Interboot: Exakt die gleiche Ausstellerzahl wie im vergangenen Jahr hat sich zur internationalen Wassersport-Ausstellung angemeldet. Noch bis Sonntag, 29. September präsentieren 489 Aussteller aus 20 Nationen die ganze Welt des Wassersports vom Surfbrett bis zur Segelyacht und zum Motorboot.
„85 Prozent der in Deutschland produzierten Boote gehen ins Ausland. Dieser Export leidet unter der Sanierung der Mittelmeer-Länder, auf dem deutschen Markt bleibt die Lage aber stabil. Selten wurde in den Monaten Juli und August so viel Boot gefahren wie in diesem Jahr. Die Bootseigner werden die Saison 2013 daher zweifellos in guter Erinnerung behalten und diese positive Erfahrung in die kommende Saison mitnehmen. Die Situation hat sich durch den guten Sommer deutlich entspannt, auch wenn die Umsatzrückgänge bis zur Jahresmitte nicht vollständig kompensiert werden konnten“, betont Patric Polch, Vizepräsident des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft und Geschäftsführer Polch Boote beim Wirtschaftsgespräch im Rahmen der Interboot. Im Ergebnis erwarte die Branche zum Jahresende 2013 einen Gesamtumsatz an maritimen Gütern und Dienstleistungen knapp unter dem Vorjahresergebnis von 1,75 Mrd. Euro. „Hochzufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf sind die Service- und Refitbetriebe. 88,6 Prozent der Unternehmen sprechen von gleichbleibend guten oder besseren Geschäften als im Vorjahr.“
Eine ähnliche Entwicklung beobachtet auch Clemens Meichle, Geschäftsführer des Verbandes der Bodenseewerften in Baden-Württemberg und Geschäftsführer von Ultramarin Meichle + Mohr Marina: „Nachdem im schlechten Frühjahr bis Ende Juni die Boote nur wenig genutzt wurden, zogen mit dem Sommerwetter ab Juli die Geschäfte an. Der Verkauf von neuen Booten war ordentlich. Wer für Spezialbauten und besonderen Service bekannt ist, war auch im verhaltenen Jahr 2013 gut ausgelastet.“
Die warmen Monate Juli und August verschafften auch dem Schweizerischen Bootbauer-Verband Aufwind: „Der schöne und heiße Sommer 2013 lockte viele Bootslustige aufs Wasser. Dies kann unter anderem beim Verkauf von aufblasbaren Booten und Surfbrettern festgestellt werden. Wir gehen davon aus, dass mit dem Start der Messesaison und somit zur Interboot 2013 viele kaufinteressierte Schweizer in Friedrichshafen anzutreffen sind“, erklärt David Clavadetscher, Geschäftsführer des Schweizerischen Bootbauer-Verbandes. Die Schweizer Bootsbranche umfasst 300 nautische Betriebe mit circa 1 200 Mitarbeitern. „Aktuell verzeichnen wir zudem 150 Lernende in den beiden Berufen Bootbauer und Bootfachwart in Ausbildung“, so David Clavadetscher.
Wachstum sieht Dr. Christoph Ballin, Geschäftsführer von Torqeedo auf dem
E-Boot-Markt: „Immer mehr Kunden fahren elektrisch und die Grenzen von Elektromobilität verschieben sich jährlich. Es gab für uns als junges Unternehmen, das führend im Bereich der alternativen Antriebe ist, noch nie ein Jahr ohne Wachstum. Generell hat es Elektromobilität einfacher, die kleinen Leistungsklassen und Reichweiten abzudecken.“ Das Unternehmen vom Starnberger See verzeichnet einen Exportanteil von 70 Prozent. Die meisten
E-Motoren davon werden in die USA verkauft.
„Die Interboot ist eine der drei großen Bootsmessen in Deutschland. Besonders die Lage im Dreiländereck zeichnet die internationale Wassersport-Ausstellung aus. So haben wir hier ein kaufstarkes Publikum und ein gutes wirtschaftliches Umfeld, das von vielen Ausstellern geschätzt wird“, betont Messechef Klaus Wellmann.
Die Interboot hat noch bis Sonntag, 29. September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet; der Interboot-Hafen täglich bis 19 Uhr. Kostenlose Bus-Shuttles bringen die Besucher vom Bahnhof, Fährhafen, Messe-Hafen und den Parkplätzen zur Messe und zurück. Die Tageskarte kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Die Familienkarte ist für 25 Euro erhältlich. Kinder zwischen sechs und 14 Jahre bezahlen 5 Euro.