Yacht-Segeln ist schon kompliziert genug, da müssen zumindest die Verbandsstrukturen einheitlich sein. Die Seesegler haben sich nun auf den Weg gemacht, das offizielle Geflecht zu entwirren. Die seit knapp 30 Jahren bestehende Regattavereinigung Seesegeln (RVS) im DSV und die German Offshore Owner Assoziation (Ger00), die sich vor sieben Jahren gegründet hat, wollen nun gemeinsame Sache machen. „Das ist eine positive Entwicklung. Der DSV hat das immer gepusht, um eine schlagkräftige Klassenvereinigung zu formen. Die Seesegel-Szene ist zwar sehr heterogen, aber nicht so groß, dass sie sich splitten könnte“, freut sich Dr. Wolfgang Schäfer, Vorsitzender des Seesegelausschuss im DSV.
Auch für Jürgen Klinghardt von der RVS ist das der richtige Weg: „Die RVS ist 1985 in Hamburg gegründet worden, um die Flotte zu vereinheitlichen.“ Unter dem gemeinsamen Dach verfolgen die beiden Organisationen nun die besonderen Ausprägungen des Seesegelns. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir uns in den DSV integrieren müssen“, sagt Volker Andreae von der Ger00. „Wir kümmern uns dabei vor allem um die internationalen Offshore-Regatten.“
Nachwuchswerbung hat sich vor allem die RVS auf die Fahnen geschrieben. „Es gibt einige gute Jugendprojekte wie das der Flensburger ,Silva Hispaniola‘ oder der Hamburger ,RubiX‘. Ich führe viele Gespräche auf den Regatten, um das weiter voranzutreiben. Außerdem haben wir einen Flyer produziert und werden unsere Homepage neu gestalten. Und es gibt auch Erfolge. So sind bei der Deutschen Meisterschaft vor Warnemünde wieder ausreichende Meldungen eingegangen, um in allen Gruppen Titelkämpfe segeln zu können“, sagte Uwe Wenzel von der RVS.
Bei der Ausscheidung für den Royal Ocean Cup (ROC) vor Bornholm, die vor Kiel ausgesegelt werden sollte, ist das Interesse von ehemals 13 Crews aber deutlich zurückgegangen. Übriggeblieben sind nur vier Mannschaften, von denen mit der „RubiX“ (X35) und der „patent³“ (ORC B) schon zwei gesetzt sind. Bei den großen Schiffen segeln noch die „Leu“ von Claus Löwe (Kiel) und die „Silva Hispaniola“ mit Skipper Dennis Gehrlein den Platz im deutschen Nationenteam aus. „Aus deutscher Sicht sind wir froh, dass wir ein Team stellen werden. Denn Teamwettbewerbe sind weltweit immer schwer zu realisieren. Drei Boote und rund 30 Leute zu koordinieren, ist ein schwieriges Unternehmen. Der Admiral’s Cup ist schon seit Jahren Geschichte und auch der Sardinia’s Cup hat große Probleme. Da ist die ROC-Idee schon sehr optimistisch“, sagt Schäfer und sieht es als üblichen Vorgang an, dass das zunächst starke Interesse im Laufe der Saison, wenn die vielen Termine besetzt werden müssen, bröckelt.