Taïwan
Taipeh ist zwar als pulsierende Metropole bekannt, doch rund um die Stadt offenbart sich eine ganz andere Landschaft. Mit Farnen bewachsene Hügel, schlummernde Vulkane, subtropische Wälder und Teeplantagen, durchzogen von Wanderwegen – all das findet sich nur wenige U-Bahn-Stationen vom lebhaften Stadtzentrum entfernt. So etwas ist in Asien eine Seltenheit, die Reisende, die ihren Städtetrip mit einem besonderen Naturerlebnis kombinieren möchten, begeistert.
Das ultimative Erlebnis: der Grand Stride Rund um die Hauptstadt erstreckt sich ein 92 km langer Wanderweg namens „Grand Stride”, dessen einzelne Abschnitte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Die Route beginnt im Nordwesten, führt an den rauchenden Hängen des Datun-Massivs vorbei, steigt hinauf zum „offiziellen“ Dach der Stadt, dem Berg Qixing (1120 Meter), und verläuft dann entlang der Bergketten Wuzhi, Nangang und Erge, bevor sie wieder ihren Ausgangspunkt erreicht. Wenn Sie eine Etappe pro Tag zurücklegen, benötigen Sie sieben Tage, um die gesamte Strecke zu bewältigen und sieben ungeahnte Facetten der Gegend um Taipeh zu entdecken. Keine Sorge, wenn die Zeit knapp ist: Jede Etappe kann auch unabhängig voneinander an einem Tag zurückgelegt werden.
Yangmingshan, ein Nationalpark mit vulkanischer Landschaft
Der spektakulärste Abschnitt des Grand Stride erstreckt sich im Nationalpark Yangmingshan, nur 30 Minuten mit dem Bus von der Station Jiantan entfernt. Von der Abzweigung Erziping schlängelt sich der Weg zwischen Schwarzkiefern, Farnen, Moosen und Flechten hindurch, deren Duft sich mit dem Schwefelgeruch der Umgebung vermischt. Ab März säumen Rhododendren das Unterholz, im Juni übernehmen Begonien und blühen bis zu den ersten kühlen Herbsttagen. Ab einer Hohe von 800 Metern ist die Luft angenehm kühl und bildet einen Kontrast zur Hitze der Ebene. Ein Weg führt zum Gipfel des Datun, dem einzigen aktiven Vulkan Taiwans, dessen letzter großer Ausbruch mehr als fünftausend Jahre zurückliegt. Nur wenige Serpentinen bergab bietet Xiaoyoukeng ein Lichtspiel, das von Fumarolen durchbrochen wird und den Hängen eine fast unwirkliche milchige Farbe verleiht.
Maokong, die in den Wolken schwebende Stadt des Tees
Eine Seilbahn, die einen bewaldeten Hang hinaufführt und über den Kronen der Kampferbäume schwebt, bringt Sie zum Zhinan-Tempel, einer der wichtigsten taoistischen Stätten Taiwans. Der Tempel wurde vor mehr als einem Jahrhundert errichtet und ist Lü Dongbin, einem der acht Unsterblichen, gewidmet. Der Legende nach soll dieser romantische Adonis häufig zum Schwert gegriffen haben, um sich von seinen Geliebten zu trennen und dem taoistischen Gedankengut treu zu bleiben. Die Stufen dieses mythischen Tempels führen zu einer Terrasse, von der aus man die stahlgraue Spitze des Taipeh 101 sehen kann. Der nächste Stopp ist schnell erreicht: Maokong, die Stadt des Tees, wo man den Pflückerinnen bei der Ernte der Blätter zusehen kann, aus denen einer der berühmtesten Oolong-Tees Taiwans hergestellt wird. Der Weg folgt den Windungen der Parzellen und führt zum Kampferbaumweg, dessen Duft zur Erntezeit intensiv in die Nase steigt. Hier lädt einfach alles zu einer Pause ein. In den Teehäusern und Gärten können Reisende das delikate Heißgetränk probieren – der perfekte Auftakt, bevor es zum Abendessen zurück in die strahlend beleuchtete Stadt geht. Wer sich für Taipeh entscheidet, erlebt innerhalb weniger Tage schwefelhaltige Dampfquellen, Teeplantagen, Lavahochebenen, farbenfrohe Tempel, maritime Panoramen und pulsierende Nachtmärkte. Für alle, die kulturelle Entdeckungen mit Naturerlebnissen verbinden möchten, bietet die taiwanesische Hauptstadt unberührte Natur, die nie weit von der Stadt und ihren Attraktionen entfernt ist. Mit diesem Wechselspiel zweier unterschiedlicher Takte offenbart Taipeh eine überraschende Facette: die einer Hauptstadt, die immer wieder daran erinnert, dass nur wenige U-Bahn-Stationen entfernt ein neues Abenteuer beginnt.
Gastronomie
Die Erkundung Taipehs setzt sich selbstverständlich auch auf dem Speiseplan fort. Die taiwanesische Küche vereint kulinarische Einflüsse aus allen großen Städten und Provinzen Chinas. Es gibt nichts Besseres, als in die Nachtmärkte, kleinen Restaurants und Straßenlokale einzutauchen, um die lokale Kochkunst zu genießen. Beim Flanieren kann man Gemüsesuppen, Guabao mit geschmortem Fleisch, karamellisierte Eintöpfe oder Xiaolongbao, mit köstlicher Brühe gefüllte Teigtaschen, kosten. Unbedingt probieren sollte man auch Niu Rou Mian, eine köstliche Nudelsuppe mit Rindfleisch, gewürzt mit Zimt, Sternanis und Koriander, bei der jeder Löffel eine Entdeckungsreise für die Sinne ist. Wenn es um Getränke geht, so ist der Tee heilig, ebenso wie die Zeremonie, die seine Verkostung begleitet. Der Oolong aus Nantou, der Wunshan Baojhong aus Pinglin oder der Tie Guanyin aus Mujhan sind die beliebtesten Sorten.
Weitere Informationen finden Sie unter eng.taiwan.net.tw
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