In der zweiten Preliminary Regatta des 38. America’s Cup setzte sich Luna Rossa vor heimischem Publikum gegen Emirates Team New Zealand durch. Tudor Team Alinghi war lange im Rennen um den Finaleinzug und verlässt Neapel mit einem frustrierenden Ergebnis, vor allem aber mit der Bestätigung, dass das Schweizer Syndikat inzwischen den Speed besitzt, um mit den Besten mitzuhalten.
Die Schlussrangliste ist wichtig, erklärt aber allein nicht die komplexe Realität einer Regatta auf dem Niveau des Cups. Am Sonntagmorgen, vor den beiden letzten Flottenrennen in der Bucht von Neapel, lag Tudor Team Alinghi noch auf dem dritten Platz und damit im Rennen um einen Finalplatz. Wenige Stunden später beendete das Schweizer Team die Regatta auf einem frustrierenden 6. Rang, punktgleich (44) mit American Racing Challenger Team USA sowie den Women- & Youth-Crews von Luna Rossa und Emirates Team New Zealand. An der Spitze hatte sich das erste Team von Luna Rossa mit 71 Punkten deutlich abgesetzt, vor Emirates Team New Zealand mit 56 und La Roche-Posay Racing Team mit 48 Punkten…
Für Alinghi markierte Neapel dennoch einen wichtigen Fortschritt seit der ersten Preliminary Regatta in Cagliari. Paul Goodison und Phil Robertson am Steuer, unterstützt vom Schweizer Nicolas Rolaz und vom Italiener Pietro Sibello im Trimm, bewiesen, dass sie nun an der Spitze mitsegeln können. Am Freitag war ihr zweiter Platz hinter Luna Rossa aufschlussreich: Die Schweizer AC40 segelte mit durchschnittlich 32,29 Knoten, das italienische Boot mit 32,33 Knoten. Mit anderen Worten: praktisch kein Unterschied bei der reinen Geschwindigkeit. Der Samstag bestätigte diesen Trend. Trotz eines Hydraulikproblems und einer Kette, die sich vor dem Einwassern um ein Foil verfangen hatte, kämpfte sich Alinghi vom letzten Platz zurück und beendete das erste Rennen des Tages als Zweiter, bevor ein dritter Platz folgte. In einer Bucht, über die eine Brise von bis zu fast 21 Knoten fegte, erreichten die AC40 Spitzengeschwindigkeiten von über 47 Knoten. Die Schweizer beendeten den Tag auf Rang drei der Gesamtwertung, nur fünf Punkte hinter Emirates Team New Zealand.
Der Sonntag war grausamer. Eine Strafe im ersten Rennen schloss die Tür zum Finale praktisch. Im letzten Rennen lag Alinghi an der ersten Luvtonne noch auf Platz zwei, als eine missglückte Halse zu einem Touchdown führte. „Wir waren nur eine Halse von einem guten Ergebnis entfernt“, fasste ein sichtlich frustrierter Paul Goodison anschließend zusammen…
Italiener gegen Kiwis
An der Spitze lieferte Luna Rossa eine Machtdemonstration ab. Peter Burling, Marco Gradoni, Maria Giubilei und Gianluigi Ugolini gewannen die beiden letzten Flottenrennen, bevor sie Emirates Team New Zealand im Match-Race dominierten. Die Italiener, die bereits alle drei Trainingsrennen gewonnen hatten, holen sich damit ihre zweite Preliminary Regatta in Folge. Dahinter wechselten sich bei den Franzosen von La Roche-Posay Geschwindigkeitsblitze und zwei Kenterungen ab, dennoch sicherten sie sich den dritten Platz. Die Amerikaner gewannen das erste Rennen der Regatta, während sich die neuseeländische und die italienische Women- & Youth-Crew regelmäßig mit den Senior-Teams duellierten. GB1 und Cobham-Ultra GB2 erlebten ein schwierigeres Wochenende, das für Ersteres vor allem von technischen Problemen geprägt war.
Das nächste angekündigte Event findet erneut in Neapel statt, diesmal jedoch mit AC75. Es wird kurz vor dem Louis Vuitton Cup ausgetragen. Der Match des 38. America’s Cup beginnt am 10. Juli 2027.
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