Nach drei Saisons hat sich an der Spitze der Swiss Sailing League so gut wie nichts verändert. Vier Teams teilen sich unangefochten die vorderen Plätze… und am Schluss gewinnt der Regattaclub Bodensee (RCB). Am Saisonfinale in Versoix (GE) wäre die etablierte Hierarchie allerdings beinahe durcheinandergewirbelt worden.
Vor dem letzten Act der Swiss Sailing Super League wies der RCB um Julian Flessati fünf Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierte Société Nautique de Genève (SNG) auf. Ein schönes Polster, um gelassen ins Saisonfinale zu starten, zumal das schlechteste Resultat des St. Galler Teams in dieser Saison ein vierter Platz war. Um den RCB doch noch vom ersten Platz zu verdrängen, hätte die SNG diese letzte Runde gewinnen müssen und der RCB hätte höchstens Siebter werden dürfen. Angesicht dieser auf dem Papier so klaren Ausgangslage hätte niemand auch nur einen Rappen auf ein solches Szenario gewettet. Nicolas Anklin, der Teamleader der SNG, machte sich nichts vor: „Der RCB ist seit Jahren so konstant, dass es schwierig wird, ihn dieses Wochenende noch zu stoppen.“ Zur allgemeinen Überraschung wäre es aber beinahe dazu gekommen. Die Endrunde wurde für die Favoriten zur Zitterpartie und zeigte einmal mehr, wie dicht die Flotte beieinander liegt.
Kein Raum für Fehler

Schuss vor den Bug

Welche Clubs wohl das Zeug dazu haben, die scheinbar feste Hierarchie nächstes Jahr zu kippen? Die SNG und der RCO werden den RCB garantiert noch mehr unter Druck setzen, aber auch andere Clubs wie der CN Versoix haben bewiesen, dass sie durchaus mit den Spitzenteams mithalten können. Was fehlt, ist lediglich noch etwas mehr Konstanz. Zudem haben sich die Aufsteiger aus der Challenge League – der Zürcher Segel Club, der Segel Club Cham und der Club Nautique de Pully – bestimmt ebenfalls Grosses vorgenommen.
Die Société Nautique de Genève schrammt nur knapp am WM-Titel vorbei
Manchmal fehlt dem Team der SNG einfach nur ein Quäntchen Glück, so geschehen Anfang September in St. Moritz. Dort kämpften am Final der Sailing Champions League die besten Segelclubs der verschiedenen Landesmeisterschaften um den WM-Titel. „Wir haben den Sieg auf dem letzten Vorwindkurs im letzten Lauf verloren, nachdem der Wind komplett zusammengebrochen war. Ob das Finale fair war, lässt sich diskutieren, aber das sind nun mal die Spielregeln“, kommentierte Nicolas Anklin, Teamleader der SNG. Kurz vor dem Ziel führten die Genfer noch, blieben dann aber in einem Windloch hängen und mussten machtlos zusehen, wie die Italiener vom Circolo della Vela Bari an ihnen vorbeizogen. „Es war eines jener Rennen, bei denen man nicht das Gefühl hat, man habe einen Podestplatz gewonnen, sondern den Sieg verpasst“, bedauerte Nicolas Anklin, der für die Schweiz immerhin WM-Silber holte!