Die legendäre Weltumsegelungsregatta The Ocean Race verlegt ihren weltweiten Hauptsitz nach Porto. Ab 2028 soll die portugiesische Stadt zudem Startpunkt kommender Ausgaben werden – mit einer langfristigen Partnerschaft, die bis 2040 reicht.
The Ocean Race: Porto wird zur neuen Welthauptstadt des Hochseesegelns
Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem ersten Start der Whitbread Round the World Race im Jahr 1973 schlägt The Ocean Race ein neues Kapitel seiner Geschichte auf. Am 6. Oktober 2026 gaben die Organisatoren der berühmten Weltumsegelungsregatta mit Crew die Unterzeichnung einer Partnerschaft mit der Stadt Porto und den portugiesischen Tourismusorganisationen bis 2040 bekannt. Die außergewöhnliche Vereinbarung sieht vor, den weltweiten Hauptsitz der Veranstaltung nach Portugal zu verlegen. Außerdem sollen drei Weltumsegelungen 2030, 2034 und 2038 in Porto starten.
Diese Entscheidung markiert einen strategischen Wendepunkt für einen Wettbewerb, der zu den bedeutendsten Veranstaltungen des Hochseesegelns zählt. Nach Jahrzehnten internationaler Entwicklung und mehreren Starts in Alicante soll Porto künftig zum zentralen Dreh- und Angelpunkt von The Ocean Race werden.
Ein neues Hauptquartier an der Atlantikküste
Der künftige Hauptsitz von The Ocean Race wird in einem historischen Gebäude an der Küste von Porto eingerichtet, gegenüber dem Parque da Cidade, einem der größten Stadtparks Portugals. Der Umbau soll es ermöglichen, ab 2028 sowohl die operativen Aktivitäten der Organisation als auch Bereiche für Innovation, Bildung und internationale Begegnungen unterzubringen.
In einem weiteren Gebäude an der Küste ist zudem ein Museum geplant, das der Geschichte des Rennens, seinen bedeutenden Persönlichkeiten und dem portugiesischen maritimen Erbe gewidmet sein wird. Ziel ist es, einen lebendigen Ort zu schaffen, der die breite Öffentlichkeit der Welt des Hochseesegelns näherbringt.
Die Ambitionen gehen jedoch weit über die Infrastruktur hinaus. Indem Porto professionelle Teams, Yachtkonstrukteure, Ingenieure, spezialisierte Unternehmen und Technologiepartner anzieht, möchte die Stadt ein echtes Ökosystem rund um den Hochseeregattasport entwickeln. Diese Strategie könnte Portugals Position in einer besonders wettbewerbsintensiven europäischen Wassersportindustrie stärken.
Drei Weltumsegelungen und ein Jahrzehnt internationaler Höhepunkte
Der Zeitplan verdeutlicht die Bedeutung der Partnerschaft. Bereits 2028 wird Porto eine erste Sonderregatta ausrichten, bevor die Stadt 2030, 2034 und 2038 zum Startpunkt von The Ocean Race wird. Darüber hinaus sind im Rahmen der Vereinbarung mindestens sechs weitere internationale Veranstaltungen im Zusammenhang mit The Ocean Race Europe vorgesehen.
Für portugiesische Segler eröffnet diese Ansiedlung vielversprechende Perspektiven. Mariana Lobato, die 2026 mit dem United by the Ocean Team The Ocean Race Atlantic gewann, unterstrich insbesondere die Bedeutung dieser Partnerschaft und die Chancen für jüngere Generationen. Sie können künftig mit den besten internationalen Crews in Kontakt kommen und die Anforderungen des Hochseesegelns auf Spitzenniveau aus nächster Nähe kennenlernen.
Der Schutz der Ozeane als weitere Priorität
Neben dem Sport möchte The Ocean Race Porto auch zu einem bedeutenden Zentrum für Meeresforschung und Meeresschutz entwickeln. Das Programm Racing for the Ocean, das wissenschaftliche Forschung, Umweltbildung und die Erfassung von Daten auf See miteinander verbindet, wird deshalb eine zentrale Rolle am neuen Standort spielen.
Bereits angekündigt ist ein erster internationaler Gipfel zur Gesundheit der Ozeane: Der The Ocean Race Summit Porto soll am 19. November 2026 stattfinden. Wissenschaftler, Segler, politische Entscheidungsträger und Wirtschaftsvertreter werden dort über die großen Herausforderungen des Meeresschutzes diskutieren.
Alicante bleibt Teil der Geschichte
Das neue Bündnis bedeutet jedoch nicht, dass Alicante aus der Geschichte von The Ocean Race verschwindet. Der spanische Hafen wird am 17. Januar 2027 den Startschuss zur sechsten Weltumsegelung in Folge geben, die von dort aus beginnt. Die Organisatoren betonen, dass sie die Zusammenarbeit mit der Stadt fortsetzen möchten. Die konkreten Bedingungen dieser künftigen Kooperation müssen allerdings noch festgelegt werden.
Mehr erfahren: theoceanrace.com