Ein spektakulärer Transfer acht Monate vor dem Start der America’s Cup. Tudor Team Alinghi hat Francesco Bruni verpflichtet, einen der erfahrensten Steuerleute im internationalen Segelsport. Dieser Wechsel sagt viel über die Schweizer Ambitionen für den 38. America’s Cup aus.
Alinghi gelingt ein grosser Transfer
Tudor Team Alinghi hat einen hochkarätigen Neuzugang offiziell bestätigt. Ende Oktober gab das Schweizer Team die Verpflichtung von Francesco Bruni bekannt. Der 53-Jährige verlässt Luna Rossa, um beim nächsten America’s Cup 2027 in Neapel als Skipper und Steuermann der Schweizer AC75 anzutreten. Der Transfer wurde mit Zustimmung von Luna Rossa abgeschlossen und markiert einen wichtigen Wendepunkt in Alinghis Vorbereitung.
Bruni ist siebenfacher Weltmeister in verschiedenen Klassen, dreifacher Olympiateilnehmer und Veteran von fünf America’s-Cup-Kampagnen. Er bringt damit wertvolle Erfahrung in ein Team ein, das entschlossen ist, wieder an die Spitze zurückzukehren. Bei den America’s-Cup-Finals 2021 in Auckland und 2024 in Barcelona steuerte er Luna Rossa an der Seite von Jimmy Spithill. Zuletzt hatte er innerhalb des italienischen Syndikats eine Trainerrolle übernommen. Mit seinem Wechsel zu Alinghi kehrt er nun ans Steuer zurück.
Bertarelli setzt auf Erfahrung
Für Ernesto Bertarelli ist diese Verpflichtung ein starkes Signal. Nach einer Kampagne 2024, die bereits in der Challenger-Auswahlphase endete, will Alinghi einen Schritt nach vorne machen und um den Sieg mitsegeln. «Francesco bringt aussergewöhnliches Talent ans Steuer sowie eine Energie und Begeisterung mit, die das gesamte Team voranbringen werden», betont der Eigner des Schweizer Teams.
Dabei geht es um weit mehr als die individuellen Fähigkeiten des Seglers. Auf den AC75, 75 Fuss langen Foiling-Einrumpfbooten, die Geschwindigkeiten von über 50 Knoten erreichen können, ist das Zusammenspiel zwischen Steuerleuten, Trimmern und den Kontrollsystemen entscheidend. Brunis Erfahrung bei Starts, taktischen Duellen und der Kontrolle des Flugzustands dürfte deshalb ein grosser Vorteil sein.
Der Sizilianer wird nach Neapel reisen, wo Alinghi ab Dezember das Training auf der BoatOne wieder aufnehmen will. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den neuen Skipper ins Team zu integrieren und die Leistung des Bootes vor den ersten Duellen 2027 weiter zu optimieren.
Neapel 2027: Ein hart umkämpfter America’s Cup
Der 38. America’s Cup verspricht ein besonders offenes Rennen zu werden. Titelverteidiger Emirates Team New Zealand wird die 2024 in Barcelona gewonnene Trophäe gegen ambitionierte Herausforderer verteidigen: das italienische Luna Rossa, das britische GB1 von Ben Ainslie, das französische Team K-Challenge, das amerikanische ARC Team USA, das Comeback des traditionsreichen Team Australia und natürlich Tudor Team Alinghi.
Die entscheidende Phase des Wettbewerbs beginnt am 22. Mai 2027 mit dem Start des Louis Vuitton Cup. Das Finale der Herausforderer muss spätestens am 4. Juli abgeschlossen sein, bevor am 10. Juli 2027 das eigentliche America’s-Cup-Duell beginnt.
Der Traum vom dritten Schweizer Triumph
24 Jahre nach dem historischen Sieg in Auckland 2003 und dem zweiten Titelgewinn in Valencia 2007 träumt Alinghi davon, an seine glorreiche Vergangenheit anzuknüpfen. Die Verpflichtung von Francesco Bruni unterstreicht diese Ambitionen. Doch selbst mit diesem herausragenden Steuermann bleibt die Herausforderung gewaltig …
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