Projekt ITACA: Stopp Cancer – go Sailing

Foto : zVg-segelrebellen

In Italien und Deutschland wird Segeln schon seit einigen Jahren als Therapie für krebskranke Kinder und Jugendliche eingesetzt. Diesen Sommer wurde in Lugano erstmals ein Schweizer Projekt lanciert.

Bruno Rossini, Vorstandmitglied des Luganer Segelclubs und Mitglied des Zentralvorstandes von Swiss Sailing, hatte das Projekt ITACA schon vor einigen Jahren am Gardasee kennengelernt. ITACA will Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die gegen eine Tumorkrankheit kämpfen, Raum zur Begegnung bieten, sie ins aktive Leben zurückholen und psychisch stärken.
Unterstützung für sein Pilotprojekt erhielt Rossini von der Tessiner Krebsliga und von mehreren Onkologen. Im Segelclub wurden Jachteigener gefunden, die sich begeistern liessen und ihre Boote zur Verfügung stellten. Zehn Jachten standen diesen Sommer schliesslich zum einwöchigen Kurs auf dem Lago di Lugano bereit. Auf Jachten und Jollen wurde Basisausbildung betrieben, genauso wichtig war aber zu zeigen, was Segeln bedeutet: sich auf die Elemente zu konzentrieren, Verantwortung für sich und die andern zu übernehmen, sich mit andern zu messen und an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Es ist wichtig, Krebskranke aus dem endlosen Kreislauf von Spitalaufenthalten, Therapien und Medikamenteneinnahmen herauszuholen. Das ist den Tessiner Organisatoren gelungen. Das ehrgeizige Projekt hat die Erwartungen weit übertroffen. Bereits im Herbst fand ein weiterer Kurs statt und Gespräche mit dem Yacht Club Ascona für ein zusätzliches Angebot sind im Gang. Alba Masullo, die Direktorin der Tessiner Krebsliga, zeigte sich ebenfalls begeistert: „Es gibt zwar noch keine wissenschaftliche Auswertung, wie sich diese Aktivitäten auf den Gesundheitszustand der Kranken auswirken, aber wer die Teilnehmer beobachtet hat, ist vom positiven Effekt überzeugt“, erklärt sie.

Segelrebellen in Deutschland

Von Medizinern liegen bereits erste Rückmeldungen von einem ähnlichen Projekt in unserem nördlichen Nachbarland vor. Die gemeinnützige Gesellschaft „Segelrebellen“ organisiert auf dem Meer mehrwöchige Segeltörns für Jugendliche und junge Erwachsene. Die Ärzte der Patienten bestätigen: Nebenwirkungen der Chemotherapie wurden gemildert, die Teilnehmer sind nach dem Segeln aktiver und vor allem psychisch stabiler. Das Angebot der Segelrebellen richtet sich übrigens auch an Betroffene aus der Schweiz.

legacancro.ch, segelrebellen.com